Sprit, Steuern, Versicherung: Das kostet ein Auto pro Monat

5 Min Viele Fahrzeugbesitzer verschätzen sich bei den monatlichen Kosten für ihr Auto. Wo noch Einsparpotentiale sind, erfahren Sie hier

05.10.2021
Susann Schlemmer
5 Min

Der tägliche Weg zur Arbeit, das Kind zum Reitstall am Stadtrand bringen, größere Einkäufe und nicht zuletzt Wochenendausflüge sowie Urlaubsreisen – ein Auto bringt uns von A nach B, schenkt Freiheit und Unabhängigkeit. Je nachdem, wie ein Auto finanziert wird, ob Neu- oder Gebrauchtwagen können die Kosten für ein Auto stark variieren. Hinzu kommen Steuern, Versicherung, TÜV, Parkgebühren, Pflege, regelmäßige Durchsicht und Reparaturen. Aber wie viel ist das eigentlich jeden Monat und wo kann gespart werden? Das und vieles mehr lesen Sie hier.

Mit welchen Ausgaben müssen Autofahrer monatlich rechnen?

Für einen realistischen Überblick der Ausgaben reicht es nicht, Tankquittungen und Versicherungsrechnungen zu addieren. Denn neben möglichen Kredit- oder Leasing-Raten müssen auch Steuern, Wartungskosten und der Wertverlust in die Kalkulation aufgenommen werden – das läppert sich.

Können Sie bei der Autoversicherung sparen?

Lesen Sie in der Übersicht, wie sich die Unterhaltskosten konkret zusammensetzen:

  1. Anschaffungskosten:
    Der Kaufpreis eines Autos ist ein wichtiges Kriterium für die Gesamtkosten. Wer die komplette Summe nicht bar bezahlen kann oder möchte, muss von monatlich fälligen Raten für eine Finanzierung oder ein Leasing ausgehen. Hinzu kommen eventuell noch Sonderzahlungen zu Beginn oder am Ende der Laufzeit, je nach getroffener Vereinbarung im Vertrag.
  2. Fixkosten:
    In regelmäßigen Abständen müssen verschiedene Rechnungsbeträge beglichen werden, die unabhängig davon sind, ob ein Auto nur in der Garage steht oder gefahren wird. Zu den Fixkosten gehören Kfz-Steuer, Haupt- und Abgasuntersuchung, mindestens eine Haftpflichtversicherung sowie weitere Versicherungsleistungen, beispielsweise eine Vollkasko- oder Insassenunfallversicherung. Optional können zusätzlich Mitgliedsbeiträge in einem Automobilclub und Stellplatz- beziehungsweise Garagenmiete hinzukommen.
  3. Betriebskosten:
    Je nachdem, wie ein Fahrzeug genutzt wird, variieren diese Ausgaben. Hierzu zählen in erster Linie die Ausgaben für den Kraftstoff. Aber auch wenn Motoröl gekauft, der Wagen gewaschen und gepflegt wird oder neue Reifen oder Wischerblätter benötigt werden, sogenannte Wartungskosten, handelt es sich um Betriebskosten. Ebenso müssen anfallende Reparaturkosten einkalkuliert werden.
  4. Wertverlust:
    Vor allem die Tatsache, dass ein Auto permanent an Wert verliert, unterschätzen die meisten Autobesitzer. Auch wenn regelmäßig Ausgaben getätigt werden, um das Fahrzeug instand zu halten, verliert es gleichzeitig an Wert. Der durchschnittliche Wertverlust über alle Pkw-Klassen hinweg beträgt im ersten Jahr nach der Neuzulassung rund 25 Prozent bei 15.000 Kilometer Fahrleistung. Bei einem 20.000 Euro teurem Neuwagen sind das satte 5.000 Euro. Danach verlangsamt sich der Verlust aber deutlich und liegt im Schnitt pro Jahr bei etwa 5 bis 6 Prozent. Weit verbreiteter Trugschluss: Dass viele Autofahrende die monatlich anfallenden Kosten für ihr Fahrzeug deutlich unterschätzen, zeigt auch eine Studie mit mehr als 6000 Befragten aus dem Jahr 2020. Die Wissenschaftler des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und der Universitäten Mannheim und Yale kamen zu dem Ergebnis, dass die Ausgaben bis zu 50 Prozent niedriger geschätzt werden als sie tatsächlich sind – durchschnittlich 220 Euro geringer. Die durchschnittlichen Gesamtkosten liegen bei rund 425 Euro pro Monat, so die Experten.

3 Beispiele, die zeigen, wie sich die monatlichen Ausgaben aufschlüsseln

Der ADAC veröffentlicht und aktualisiert regelmäßig eine Vergleichsübersicht, welche die finanziellen Aufwendungen für viele verschiedene Automarken und -modelle aufzeigt. Drei Beispiele illustrieren die monatlich anfallenden Kosten für einen Kleinstwagen, einen Mittelklassewagen und ein Fahrzeug der Oberklasse. Betrachtet wird jeweils eine Nutzung von fünf Jahren mit einer jährlichen Fahrleistung von 15.000 Kilometern. Bestandteile der Summe sind die Fixkosten, die Betriebskosten und der Wertverlust – in Anlehnung an den Gebrauchtwagenwertnotierungen der Deutschen Automobil Treuhand, kurz DAT.

Kleinstwagen – Fiat Panda 1.2 8V Easy (51 kW):
Bei einem Neuwagenpreis von 10.740 Euro beläuft sich der Unterhalt auf 423 Euro pro Monat beziehungsweise 33,8 Cent pro Kilometer. Im ADAC-Betriebskostencheck weist der kleine Italiener monatlich 81 Euro Fixkosten, 54 Euro Werkstattkosten, 139 Betriebskosten und einen Wertverlust von 158 Euro auf.

Die Grafik zeigt einen Fiat Panda und links daneben stehen die monatlich anfallenden Kosten

Mittelklassewagen – VW Golf 1.5 TSI OPF ACT Comfortline (110 kW):
Bei einem Neuwagenpreis von 26.650 Euro liegen die monatlichen Kosten für ein Auto dieser Klasse bei 625 Euro und 50 Cent pro Kilometer. Im Betriebskostencheck kommen für den Wolfsburger pro Monat 91 Euro Fixkosten, 60 Euro Werkstattkosten, 127 Euro Betriebskosten und ein Wertverlust von 347 Euro zusammen.

Die Grafik zeigt einen VW Golf und links daneben stehen die monatlich anfallenden Kosten

Oberklasse – Mercedes SLC 43 AMG 9G-TRONIC (287 kW):
Mit einem Neuwagenpreis von 61.059 Euro summieren sich die Monatskosten auf stolze 1.207 Euro und 96,6 Cent pro Kilometer. Im Betriebskostencheck kommen für den Schwaben monatlich 167 Euro Fixkosten, 134 Euro Werkstattkosten, 189 Euro Betriebskosten und ein Wertverlust von 717 Euro zusammen.

Die Grafik zeigt einen Mercedes SLC und links daneben stehen die monatlich anfallenden Kosten

Spartipps für Autobesitzer

Anhand der Beispielrechnungen – und den Durchschnittskosten für ein kleines Auto von rund 420 bis hin zu knapp 1.200 Euro für einen Oberklassewagen – ist der eine oder die andere vielleicht erschrocken, ob dieser hohen Summen. Aber keine Sorge, es gibt immer Einsparpotenzial – und das in verschiedenen Bereichen.

Vor dem Autokauf:

 
  • Für kürzere Strecken genügt häufig ein kleiner Stadtflitzer – ein günstiges Modell mit moderatem Benzinverbrauch. Das schont den Geldbeutel beträchtlich, denn auch die Steuern sowie die Kosten für eine Kfz-Versicherung bewegen sich in einem überschaubaren Rahmen.
  • Jahreswagen sind eine günstige Alternative zum Neuwagen. Bis zu 40 Prozent Preisunterschied sind möglich. Allerdings müssen dann möglicherweise Abstriche bei der Wunschausstattung gemacht werden.
  • Die durchschnittlichen Reparatur- und Wartungskosten unterscheiden sich zwischen den Herstellern und Marken deutlich. Sie sollten daher bereits vor der Kaufentscheidung erfragt werden.

Nach dem Autokauf:

 
  • Eine benzinsparende Fahrweise macht sich umgehend in geringeren Tankstellenrechnungen bemerkbar.
  • Der Verschleiß eines Autos und damit dessen Wertverlust lassen sich über einen effizienten Fahrstil und regelmäßige Pflege sowie Wartung deutlich reduzieren.
  • Eine günstigere Kfz-Versicherung spart bares Geld. Neben dem Preis sollte allerdings der Leistungsumfang im Auge behalten werden. Denn Sparen am falschen Ende lohnt sich in der Regel nicht.
  • Für die Höhe der Kfz-Steuer sind der Motorhubraum und die Schadstoffklasse ausschlaggebend. Seit 2021 sind aus Gründen des Klimaschutzes höhere Steuern für neu zugelassene Autos mit hohem Spritverbrauch fällig.
  • Während sich Käufer von klimafreundlichen E-Fahrzeugen über die zeitlich verlängerte doppelte E-Auto-Prämie freuen dürfen, müssen Verbrenner-Fans bei der Kfz-Steuer tiefer in die Tasche greifen. Das betrifft insbesondere SUV- und Sportwagenfahrer.
  • Fahrer älterer Modelle können Steuern sparen, wenn sie Nachrüstungen wie beispielsweise den Einbau eines Rußpartikelfilters vornehmen. Das hat einen positiven Einfluss auf die Schadstoffklasse.
 
 

Wie viel kostet eine Kfz-Versicherung?

Die Kosten einer Kfz-Versicherung sind von mehreren Faktoren abhängig. Zum einen vom Autotyp und der Motorisierung – ein Kleinwagen kostet in der Regel weniger als ein Oberklasse-Modell. Zum anderen sind unter anderem das Alter des Autos und des Fahrers, die Schadenfreiheitsklasse, der Umfang des Versicherungsschutzes, also Haftplicht, Teil- oder Vollkasko sowie die Höhe der Selbstbeteiligung für die Beitragshöhe relevant. Rund 250 Euro geben die Deutschen durchschnittlich für eine Kfz-Haftpflichtversicherung pro Jahr aus; kommt eine Teilkasko dazu sind es etwa 340 Euro, für eine Vollkaskoversicherung sind es circa 565 Euro.

Tipp:

Prüfen Sie regelmäßig Ihre Kfz-Police, denn einige Änderungen können sich auf die Versicherungsprämie auswirken. So kann zum Beispiel die Anmietung einer Garage, in der das Fahrzeug über Nacht sicher abgestellt wird, günstigere Beiträge zur Folge haben.

Überlegen Sie, wo Sie zukünftig Kosten einsparen können? Vielleicht bietet Ihre aktuelle Kfz-Police ja noch ein wenig Sparpotential. Berechnen Sie jetzt bequem Ihren günstigen Tarif mit unserem Online-Tarifrechner und wechseln Sie zu Verti – dem zweitgrößten Kfz-Direktversicherer Deutschlands! Haben Sie Fragen zu unseren Tarifen oder wünschen Sie ein persönliches Angebot? Dann erreichen Sie uns per E-Mail oder telefonisch unter 030 – 890 003 003 – im Schadensfall natürlich rund um die Uhr.

Eine Versicherung, die sich lohnt

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