Grillschaden – welche Versicherung zahlt?

Wichtige Infos und Tipps für eine sichere Grillsaison

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Grillschaden – welche Versicherung zahlt

Im Sommer liegt wieder Grillgeruch in der Luft. Von den Balkonen und Terrassen steigt Rauch auf, Steaks und Würstchen werden mit großer Begeisterung über offener Flamme zubereitet. Immer mehr Menschen entdecken das Grillen als ihre große Leidenschaft. Als Folge werden die Rezepte anspruchsvoller und die Grills immer größer. Doch es gibt eine Schattenseite: Jahr für Jahr ereignen sich zahlreiche Grillunfälle.

Beim Grillen wird mit offenem Feuer gearbeitet. Jede Flamme stellt eine Gefahrenquelle dar, die jedoch häufig unterschätzt wird. Insbesondere an sonnigen Wochenenden haben Rettungskräfte in den Notaufnahmen gut zu tun. Viele Menschen ziehen sich Verbrennungen und schwerwiegende Verletzungen zu und Sachobjekte unterschiedlichster Art fallen den Flammen zum Opfer. Ist der erste Schreck vorbei, stellt man sich die Frage: Wer bezahlt die Schäden?

Welche Versicherung kommt für Grillschäden auf?

Nachdem ein Schaden entstanden ist, stellt sich im Anschluss häufig die Frage, wer für die Kosten aufkommt und ob eine Versicherung besteht. Pauschal lässt sich diese Frage jedoch nicht beantworten. Schlussendlich kommt es stets auf den Einzelfall an. Entscheidend ist, welche Art von Schaden vorliegt und wie es beim Grillen dazu kam.

Bei Personenschäden ist oftmals eine medizinische Behandlung notwendig. Die damit verbundenen Kosten werden von dem Versicherer oder der Krankenkasse übernommen. Sollten die Verletzungen auf ein Fehlverhalten einer dritten Person zurückzuführen sein, besteht in einigen Fällen die Möglichkeit, dass die Kasse oder der Krankenversicherer im Anschluss Haftungsansprüche geltend machen.

Ob bei Sachschäden eine unmittelbare Regulierung erfolgt, hängt ganz von der beschädigten oder zerstörten Sache ab sowie von der Frage, ob ein Versicherungsschutz besteht. Die meisten Sachschäden (z.B. ein Feuerschaden am Mobiliar oder Fahrzeugen) werden über Hausrat-, Kfz- oder Wohngebäudeversicherung reguliert. Auch hier ist es möglich, dass die Versicherer den Verursacher des Schadens anschließend in Regress nehmen und auf eine Kostenübernahme bestehen.

Daher gilt: Insbesondere diejenigen, die am Grill stehen, sollten über den Schutz einer privaten Haftpflichtversicherung verfügen. Im Ernstfall kann diese einspringen und die Kosten des entstandenen Schadens übernehmen – auch wenn andere Versicherer ihre Regressansprüche geltend machen.

Auch bei Schäden an Kraftfahrzeugen, zum Beispiel einer angesengten Karosserie aufgrund eines zu nahe aufgestellten Grills, zahlt die Privathaftpflicht im Regelfall.

Tipps für mehr Sicherheit beim Grillen

Das Risiko eines Grillschadens lässt sich erheblich verringern. Einen großen Beitrag leistet eine Überprüfung des Grills vor der Inbetriebnahme. Bei einem Gas-Grill ist beispielsweise zu prüfen, ob die Verbindung zur Gasflasche korrekt hergestellt wurde. Ist ein Elektro-Grill im Einsatz, darf das Stromkabel nicht zu nah am Grill verlaufen.

Als eine der häufigsten Ursachen für schwere Personenschäden beim Grillen gilt die Verwendung ungeeigneter Brandbeschleuniger. Spiritus, Benzin oder leicht entflammbare Gegenstände dürfen sich nicht in unmittelbarer Nähe des Grills befinden. Ebenso darf der Grill nur ordnungsgemäß benutzt werden. Bei ungewöhnlichen Formen der Zubereitung, wie z.B. dem Flambieren von Speisen, ist Vorsicht geboten.

Zugleich ist ein Grill fortlaufend zu beaufsichtigen. Besonders wenn sich Kinder oder Haustiere in der Nähe aufhalten, ist größte Vorsicht angebracht: Aufgrund von Unachtsamkeit ereignen sich immer wieder schlimme und vermeidbare Unfälle. Es sollte immer ein Feuerlöscher für den Notfall griffbereit stehen.

Nach dem Grillen wird ein Gas- oder Elektro-Grill einfach abgeschaltet. Bei einem Kohle-Grill geht das nicht so leicht. Deshalb ist es wichtig, ihn nicht außer Augen zu lassen. Sie sollten Maßnahmen ergreifen, damit die Briketts oder Kohlen möglichst bald ausglühen, indem Sie z.B. ein Deckel aufsetzen und die Luftzufuhr reduzieren.