Feuermelder – was sollte man wissen?

Mittlerweile ist es für Neu- und Bestandsbauten in Deutschland verpflichtend, Feuermelder zu installieren.

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Feuermelder – was sollte man wissen?

Bisher war die Installation von Feuermeldern lediglich bei Neu- und Umbauten verpflichtend. Jetzt greift die Rauchmelderpflicht der Landesbauordnung der einzelnen Bundesländer auch in bestehenden Immobilien. Eine Ausnahme bildet hier gegenwärtig das Bundesland Sachsen. Hier ist es nach wie vor nur bei Neu- und Umbauten gesetzlich vorgeschrieben, Feuermelder zu installieren, nicht aber für Bestandsbauten. In Berlin und Brandenburg endet die Übergangsfrist für Bestandsbauten erst am 31.12.2020.


Die Rauchmelderpflicht – auch bei wohnungsähnlicher Nutzung bindend


Wenngleich die Rauchmelderpflicht noch nicht in allen Bundesländern vollständig umgesetzt wurde, müssen diese auch in sogenannten wohnungsähnlichen Gebäuden oder Räumlichkeiten vorhanden sein:

  • in allen Bundesländern müssen Ferienwohnungen mit einer passenden Anzahl an Feuermeldern ausgestattet sein.

  • In Hütten, Schuppen und Gartenlauben dürfen Rauchmelder nach der aktuellen Gesetzgebung nicht fehlen.

  • Wohncontainer, Baustellencontainer sowie sonstige Containerräume sind mit Feuermeldern auszurüsten.


Wer ist für den Einbau der Feuermelder verantwortlich?


Nicht nur Eigenheime und Eigentumswohnungen, sondern auch Mietwohnungen müssen mit Rauch- bzw. Brandmeldern ausgestattet werden. Die Vorgaben der einzelnen Bundesländer sind diesbezüglich jedoch nicht ganz einheitlich. So sind in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Baden-Württemberg, Berlin, Bremen, Bayern, Hessen, Schleswig-Holstein und Sachsen die Vermieter bzw. die Hauseigentümer für die Installation der Feuermelder verantwortlich. Mieter sind per Gesetz dazu verpflichtet, sich um die Wartung der Rauchmelder zu kümmern.

In den Bundesländern Thüringen, Sachsen-Anhalt, im Saarland, Rheinland-Pfalz, Hamburg, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sind Vermieter sowohl für die Installation als auch für die Wartung der Rauchmelder zuständig.


In diesen Bereichen sind Rauchmelder unerlässlich


In jedem Schlaf- und Kinderzimmer sowie auch in Korridoren, welche als Fluchtwege dienen sollen, müssen Feuermelder vorhanden sein. In Brandenburg und in Berlin ist es überdies verpflichtend, auch Wohn- und Arbeitszimmer mit Feuermeldern zu bestücken. Darüber hinaus müssen Gemeinschafts- und Aufenthaltsräume mit Rauchmeldern ausgestattet sein. Auch im Spielzimmer empfiehlt es sich auf Grund der Sicherheit, einen Feuermelder anzubringen.

Gleichzeitig ist es nicht empfehlenswert, mehr Feuermelder als nötig zu installieren. Denn das könnte gegebenenfalls sogar Fehlalarme auslösen – wie zum Beispiel in der Nähe eines Kaminofens oder des Herdes. Da hier auch natürlich Rauch aufsteigen kann (etwa beim Öffnen der Kaminofentür), sollte der Rauchmelder weiter weg angebracht sein.


Sondermelder für Küche, Bad und Kellerräume


In der Küche, in Bad- und Waschräumen sowie auf dem Dachboden, im Keller und in der Garage sollten keine Feuermelder vorhanden sein. Erlaubt sind lediglich so genannte Sondermelder. Hierbei handelt es sich unter anderem um Wärmemelder, die sich durch eine spezielle Technologie auszeichnen: Sie detektieren keinen Brandrauch. Stattdessen geben sie erst dann ein Signal ab, wenn die Temperatur in der jeweiligen Räumlichkeit einen ungewöhnlich hohen Wert – je nach Gerät ist hier meist von etwa 55 bis 60 Grad die Rede – überschritten hat. Wärmemelder reagieren im Vergleich deutlich später als Feuer- bzw. Rauchmelder. Das bedeutet, dass die Brandgaskonzentration zum Zeitpunkt der Signalabgabe gegebenenfalls lebensgefährlich sein könnte.


Die korrekte Anbringung von Feuermeldern im Wohnraum


Rauchmelder sollten stets mittig im Raum in waagerechter Position an der Zimmerdecke angebracht werden. Auch im Bereich von Dachschrägen ist eine waagerechte Ausrichtung wesentlich. In größeren Räumlichkeiten, welche durch Möbel, Paravents oder Erker geteilt sind, ist es wichtig, in jedem Raumsegment ein eigenes Feuermeldegerät zu installieren. In Arealen, in denen oft Zugluft herrscht bzw. in der Nähe von Luftschächten oder Belüftungsanlagen sollten hingegen keine Rauchmelder angebracht werden. Alle Rauchmelder sollten außerdem nach etwa 10 Jahren ausgetauscht werden.


Rauchmelder sind Lebensretter


Rauchmelder können Leben retten. Dennoch sollten Sie im Falle eines Feueralarms zunächst prüfen, ob es tatsächlich Anzeichen für eine Rauchentwicklung bzw. für einen Brand gibt. Wenn ein Fehlalarm, z.B auf Grund von leeren Batterien, ausgeschlossen werden kann, verlassen Sie sofort das Haus und rufen Sie umgehend die Feuerwehr unter der Rufnummer 112.