Für wen ist ein Fahrsicherheitstraining sinnvoll?

Ist es etwas nur für Fahranfänger oder auch für erfahrene Autofahrer?

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Für wen ist ein Fahrsicherheitstraining sinnvoll

Brenzlige Situationen können sich im Straßenverkehr jederzeit ereignen. Fahrer müssen beispielsweise unerwartet ausweichen oder sich auf plötzlich veränderte Straßenbedingungen einstellen. In solchen Momenten gilt es richtig zu reagieren, was jedoch leichter gesagt als getan ist. Zahlreichen Kraftfahrern mangelt es schlichtweg an Erfahrung, was manchmal Unfälle zur Folge hat. Im Rahmen eines Fahrsicherheitstrainings lernen Fahranfänger, aber auch erfahrene Autofahrer, wie sie auf unerwartete Ereignisse richtig reagieren.

Dank gezieltem Training sicherer fahren

Kraftfahrer können sich auf verschiedenste Gefahrensituationen gezielt vorbereiten und die notwendigen Abläufe verinnerlichen, um sich im Ernstfall optimal zu verhalten. Das notwendige Wissen und die zugehörige Praxiserfahrung lassen sich im Rahmen von Fahrsicherheitstrainings erlangen.

In Deutschland werden Fahrsicherheitstrainings von verschiedenen Institutionen angeboten, insbesondere vom ADAC und den Verkehrswachten. Ebenso sind einige Autohersteller in diesem Umfeld aktiv und bieten Trainings an. Die Durchführung erfolgt fast immer in einem sogenannten Fahrsicherheitszentrum. In Deutschland stehen mehr als 80 Trainingsplätze zur Verfügung.

Jeder Kraftfahrer kann und sollte teilnehmen

Die angebotenen Kurse sind in verschiedene Schwierigkeitsgrade unterteilt. Unglücklicherweise leiten einige Interessenten hiervon irrtümlicherweise ab, die Trainings würden sich in erster Linie an Enthusiasten richten, die z.B. über Erfahrung aus dem Motorsport verfügen. Diese Annahme ist jedoch vollkommen falsch, denn letztlich gibt es die Schwierigkeitsgrade nur, weil die Kurse aufeinander aufbauen.

Für wen sind die Kurse dann geeignet? Die Einstiegs- bzw. sogenannten Aufbaukurse richten sich an jedermann. Alle Kraftfahrer können und sollen darin lernen, wie sie ihre Fahrzeuge noch sicherer im Straßenverkehr bewegen. Ein wesentlicher Aspekt ist das Verstehen der Technik, um sich beispielsweise beim Eingreifen von ABS oder ESP richtig zu verhalten. Zunächst wird das Fachwissen vermittelt, anschließend unter Anleitung und Betreuung geübt.

Ganz besonders wird die Teilnahme denjenigen empfohlen, die erst seit kurzer Zeit über eine Fahrerlaubnis verfügen bzw. generell noch nicht so viel Fahrpraxis gesammelt haben. Dasselbe gilt für Kraftfahrer, die sich selbst als unsicher einstufen, dies aber ändern möchten.

Versicherungsschutz bei Teilnahme an Fahrsicherheitstrainings

Die Teilnahme an einem Training kann sowohl dem Fahrer als auch dem Fahrzeug einiges abverlangen. Es ist beispielsweise möglich, dass Vollbremsungen auf nasser Fahrbahn geübt werden. Hierbei kann das Fahrzeug die Bodenhaftung verlieren und daraufhin ausbrechen. Die Veranstalter sind hierauf vorbereitet und treffen Sicherheitsvorkehrungen. Dennoch können sich Missgeschicke ereignen und beispielsweise Fahrzeuge beschädigt werden.

In Anbetracht dieses Risikos stellen sich einige Interessenten die Frage, ob der Schutz ihrer Kfz-Versicherung auch bei der Teilnahme an einem Fahrsicherheitstraining greift oder er stattdessen außer Kraft gesetzt ist.

Pauschal lässt sich diese Frage nicht beantworten. Der Haftpflichtschutz bleibt zwar bestehen, für den Kaskoschutz, der Schäden am eigenen Fahrzeug – ob Pkw oder Motorrad – absichert, muss dies hingegen nicht zwangsläufig zutreffen. Stattdessen ist zu berücksichtigen, um welche Art von Training es sich handelt und von wem es angeboten wird.

Bei der Teilnahme an klassischen Sicherheitstrainings, wie sie vom ADAC oder der Verkehrswacht angeboten werden, bleibt der Kaskoschutz bestehen. Schließlich begrüßen Kfz-Versicherer sogar die Teilnahme, weil diese ein verringertes Unfallrisiko in Aussicht stellt.

Allerdings gibt es Kurse, bei denen keineswegs nur die Verkehrssicherheit im Fokus steht. Einige Anbieter setzen auf andere Schwerpunkte, die eher im Feld des Motorsports angesiedelt sind. Wer zum Beispiel mit seinem Pkw auf vereister Strecke in Skandinavien unterwegs ist, um sich dort auf die Teilnahme an einer Eis-Rallye vorzubereiten, kann sich auch mit seinem Versicherungsschutz auf Glatteis begeben. Bei solchen Vorhaben ist es ratsam, zuvor Rücksprache mit seinem Kfz-Versicherer zu halten und ggf. den Schutz zu erweitern.