Privathaftpflicht wird jedes Jahr teurer! Ist das normal?

Warum sich Kosten bzw. Beiträge erhöhen

Privathaftpflicht wird jedes Jahr teurer! Ist das normal?
Ihre Beitragsrechnung für die Privathaftpflicht liegt im Kasten. Wie jedes Jahr werfen Sie nur einen kurzen Blick drauf, wollen die Rechnung abheften. Aber irgendwas kommt Ihnen komisch vor – haben Sie denn immer schon so viele Beiträge für die private Haftpflicht bezahlt? Oder wird Ihre Privathaftpflicht jedes Jahr teurer? Der Vergleich mit den Vorjahres-Beiträgen bringt ans Licht, dass Sie kontinuierlich mehr bezahlt haben. Warum denn das?
 
Das kann zweierlei Gründe haben: Der eine Grund heißt im Fachjargon „Beitragsanpassung“ und bedeutet, dass Ihre Versicherung – obwohl die Leistung gleich bleibt – teurer wird. Der zweite Grund: Sie haben einen dynamischen Versicherungsvertrag. Hier erhöht sich Ihre Prämie, aber auch die Leistungen.
 

Beitragsanpassung in der Privathaftpflicht – warum?

 
Ihr Versicherer hat das Recht, die Beiträge nach Bedarf anzupassen. Grundlage dafür bilden die durchschnittlichen Zahlungen bei Haftpflichtversicherungs-Schaden-aller Versicherungen. Hat sich die Summe im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 5 % erhöht, so dürfen die Versicherer die Kosten Ihres Beitrags anheben. Damit hier alles seine Richtigkeit hat, überprüft ein unabhängiger Treuhänder die Zahlen.
 
Gut für Sie zu wissen: Lag Ihr Beitrag der letzten Jahre immer unter den durchschnittlichen Beitragskosten? Ihr Versicherer darf Ihren Beitrag trotzdem nur so weit erhöhen, wie sich seine Schadenzahlungen selbst erhöhen.
 

Laut Gesetz muss muss Ihre Privathaftpflicht Kostenerhöhung ankündigen

 
Einfach so die Beiträge erhöhen – das darf Ihre Versicherung nicht. Auf die Erhöhung des Beitrags muss sie hinweisen, zum Beispiel. in der Rechnung – und das mindestens 1 Monat vor Wirksamwerden der Erhöhung.
 

Privathaftpflicht bei Beitragserhöhung kündigen

 
Innerhalb eines Monats nach der Mitteilung Ihrer Versicherung haben Sie bei Beitragsanpassung ein außerordentliches Kündigungsrecht. Bei einem dynamischen Vertrag haben Sie lediglich das Recht, der Dynamik selbst zu widersprechen – den Vertrag selbst können Sie nur gemäß Vertragsbedingungen kündigen. Widersprechen Sie der Dynamik, zahlen Sie auch für die Zeit bis zur nächsten Erhöhung den gleichen Betrag wie vor der Anpassung.
 

Höhere Versicherungs-Kosten per Dynamik – bei Bedarf widersprechen

 
Eine Möglichkeit, wenn Sie Kosten für Beiträge einsparen wollen: der Dynamik zu widersprechen. Denn die ist ja darauf ausgelegt, dass Ihre Bedürfnisse steigen und sich Ihr Versicherungsschutz daran automatisch anpasst. Aber: Ändern sich Ihre Bedürfnisse nicht, ist eine dynamische Anpassung für Sie auch nicht sinnvoll. Die viel zitierte Vorsicht vor der drohenden Unterversicherung ist also auf jeden Fall einen prüfenden Blick wert.
 

Privathaftpflicht kündigen und nach Alternativen suchen

 
Unsere Empfehlung: Kündigen Sie nicht vorschnell Ihre Privathaftpflicht-Versicherung. Vergleichen Sie vorher Ihre aktuellen Beiträge mit denen anderer Versicherer. Und achten Sie besonders bei gleichen Kosten, ob der Leistungsumfang auch gleich ausfällt – oder sogar besser. Natürlich sollten Sie sich auch grundsätzlich die Frage beantworten, wie zufrieden Sie mit Ihrer Versicherung sind. Stimmt die Leistung und ist der Kundenservice exzellent, sollten Sie diese Faktoren mit ins Kalkül nehmen. Ein leicht höherer Tarif kann so durchaus gerechtfertigt sein.