Verhalten im Tunnel - Tipps für Autofahrer

Wichtige Sicherheitsmaßnahmen

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Verhalten im Tunnel - Tipps für Autofahrer

Autofahrten führen in bestimmten Regionen zwangsläufig durch einen oder mehrere Tunnel. Besonders in den Alpen sowie einigen Teilen Skandinaviens sind Tunnel ein wesentlicher Bestandteil der Straßen. Viele Kraftfahrer haben beim Durchfahren eines Tunnels ein unwohles Gefühl, denn in dieser Situation gelten besondere Sicherheitsanforderungen.

Das Wissen über diese hilft nicht nur verunsicherten Kraftfahrern. Im Ernstfall entscheidet das richtige Verhalten über Leben und Tod, weswegen jeder Fahrer über die Sicherheitsanforderungen im Tunnel Bescheid wissen sollte. Die wichtigsten Tipps und Hinweise haben wir nachfolgend für Sie zusammengetragen.

Sicherheitstipps beim Fahren im Tunnel

Aufgrund des fehlenden Tageslichts sind die Sichtverhältnisse in einem Tunnel stets eingeschränkt. Obwohl die meisten Tunnelstrecken künstlich beleuchtet sind, ist das Abblendlicht einzuschalten. Diese Maßnahme verbessert nicht nur die eigene Sicht auf die Fahrbahn, sondern hilft außerdem anderen Kraftfahrern das Fahrzeug besser zu erkennen.

Um die ohnehin schlechten Licht- und Sichtverhältnisse nicht noch zusätzlich zu verschlimmern, sind Brillen mit getönten Gläsern vor der Einfahrt in einen Tunnel abzulegen. Selbst ohne Sonnenbrille ist die vom Auge geforderte Umstellung enorm. Es benötigt eine gewisse Zeit, um in der abgedunkelten Umgebung besser zu sehen. Eine Sonnenbrille stört die Sicht zusätzlich.

Kraftfahrer sollten sich außerdem darüber im Klaren sein, dass Tunnelfahrten eine besondere Wirkung auf das Gehirn haben. Die sich ständig wiederholende, monotone Umgebung kann sehr ermüdend wirken. Sollte ein Fahrer bereits müde sein, besteht eine erhöhte Gefahr, in den gefürchteten Sekundenschlaf zu fallen. Außerdem haben die meisten Kraftfahrer bei längeren Tunnelfahrten mit der Konzentration zu kämpfen. Wer sich dieser Risiken bewusst ist, kann seinen eigenen Fokus entsprechend setzen und auf körperliche Warnsignale achten, um den Tunnel sicher zu durchqueren.

Übrigens: Der längste Straßentunnel der Welt ist der Laerdalstunnel in Norwegen. Seine Länge beträgt 24,51 Kilometer, was eine entsprechend lang andauernde Durchfahrt zur Folge hat (das Tempolimit beträgt 80 km/h). Um Ermüdung vorzubeugen, haben die Erbauer den Tunnel bewusst kurvenreich gestaltet. Außerdem verfügt der Tunnel über drei Haltebereiche, die mit einer mehrfarbigen Lichtinstallation ausgestattet sind und damit für Abwechslung sorgen.

Verhalten im Ernstfall

Kommt es im Tunnel zu einem Unfall, ist auch der nachfolgende Verkehr betroffen, weil eine Weiterfahrt oftmals nicht möglich ist. Für die Opfer, Helfer sowie alle anderen Personen ist es aus Sicherheitsgründen wichtig, den Tunnel möglichst schnell zu verlassen. In Deutschland ist es außerdem nicht gestattet, im Tunnel rückwärts zu fahren oder zu wenden.

Sollten Sie das Fahrzeug verlassen, ist es entscheidend, den Motor abzustellen, jedoch den Zündschlüssel stecken zu lassen. Durch Abstellen des Motors werden weniger Abgase erzeugt. Der Schlüssel bleibt stecken, damit Rettungskräfte die Möglichkeit haben, das Fahrzeug später aus dem Tunnel herauszufahren. Dies ist eine gesetzliche Vorschrift, weshalb auch keine Konflikte mit der Kaskoversicherung zu befürchten sind.

Im Allgemeinen gilt, dass sich zur Flucht der kürzeste Weg empfiehlt. Aufmerksame Fahrer können diesen anhand der Tunnellänge und den im Tunnel zurückgelegten Kilometern abschätzen. An den Seitenwänden des Tunnels befinden sich zusätzlich Angaben, die über die empfohlene Fluchtrichtung informieren. Hinweis: Bei einem Feuer im Tunnel mit Gefälle ist es empfehlenswert, nach unten bzw. bergab zu flüchten, um somit dem aufsteigenden, gefährlichen Rauch zu entkommen.