Versicherungen kündigen bei Todesfall: Das sollten Sie wissen

Kündigen, umschreiben, melden – das ist nach einem Sterbefall zu tun

( Wörter)

Im Todesfall erfolgt die Auszahlung der Risikolebensversicherung
Verstirbt ein naher Verwandter, ist das für Angehörige eine schwierige Situation. Neben der emotionalen Belastung müssen sie sich auch um zahlreiche organisatorische Dinge kümmern. Sie müssen die Bestattung regeln, das Erbe in die Wege leiten und Versicherungen kündigen oder benachrichtigen. Bei Letzterem ist einiges zu beachten, denn nicht bei jeder Versicherung gibt es ein Sonderkündigungsrecht.
 

Welchen Versicherungen Sie den Todesfall unverzüglich melden sollten

Versicherungen, die im direkten Zusammenhang mit dem Todesfall stehen, sollten Sie diesen so schnell wie möglich melden. Dazu gehören Lebensversicherungen, Sterbegeldversicherungen und Unfallversicherungen mit Todesfallleistung. Nur wenn Sie den Tod der betroffenen Person rechtzeitig anzeigen, kann die Versicherung die Versicherungssumme, die Ihnen als Hinterbliebener zusteht, zeitnah auszahlen. Das ist auch deshalb wichtig, weil Sie diese möglicherweise benötigen, um die Bestattung zu bezahlen.
 

Lebensversicherungen

Lebensversicherungen enden mit dem Tod der versicherten Person automatisch. Sie brauchen die Versicherung nach dem Todesfall nicht zu kündigen. Der Vertrag wird beendet und die Versicherungssumme an die Hinterbliebenen ausgezahlt. Ein Sonderfall ist die verbundene Risikolebensversicherung. Bei dieser Variante gibt es einen Versicherungsvertrag für zwei Personen, zum Beispiel die Eltern einer Familie. Obwohl darin zwei Leben versichert sind, wird die vereinbarte Versicherungssumme nur beim Tod einer Person ausgezahlt. Kommen beide gleichzeitig ums Leben, wird die Summe nur einmalig, nicht etwa doppelt ausgezahlt. Nach der Auszahlung endet der Vertrag automatisch. Möchte die andere Person weiterhin versichert sein, kann sie eine neue Risikolebensversicherung abschließen.
 
Etwas anders ist die Situation auch bei der Risikolebensversicherung über Kreuz, die vor allem von Paaren abgeschlossen wird. Dabei gibt es zwei verschiedene Verträge. Die Partner schließen jeweils einen Vertrag für den anderen ab. Stirbt Partner A, erhält Partner B die Versicherungssumme aus dem Vertrag B, den er oder sie mit Partner A als Versichertem abgeschlossen hat. Der andere Vertrag, den Partner A über das Leben von Partner B abgeschlossen hat, läuft weiter. Wegen des Todes des Versicherungsnehmers fällt die Lebensversicherung an die Erben. Diese müssen den Beitrag entrichten, damit das Leben von Partner B weiterhin versichert ist.
 

Unfallversicherung

Die Unfallversicherung endet automatisch, wenn der Versicherungsnehmer stirbt. Wurde die Versicherung mit einer Todesfallleistung abgeschlossen, sollten Sie den Todesfall so schnell wie möglich melden. Die Person, die im Versicherungsvertrag als Bezugsberechtigter angegeben ist, erhält die Versicherungssumme ausgezahlt. Ansonsten fällt das Geld an den Versicherungsnehmer.
 
Ähnlich wie bei einer Risikolebensversicherung muss der Versicherungsnehmer nicht gleichzeitig der Versicherte sein. Eltern können zum Beispiel eine Unfallversicherung für ihr Kind abschließen. Ist der Verstorbene sowohl Versicherungsnehmer als auch Versicherter, endet der Vertrag mit seinem Tod. War er hingegen nur der Versicherte, nicht aber der Versicherungsnehmer, bleibt der Vertrag bestehen. Der Versicherungsnehmer oder eine im Vertrag benannte Person kann den Vertrag dann für sich übernehmen oder die Versicherung nach dem Todesfall kündigen.
 

Privathaftpflichtversicherung

Läuft die Privathaftpflichtversicherung ausschließlich auf den Namen des Verstorbenen, dann endet sie mit seinem Tod. Sie sollten dem Versicherungsunternehmen den Todesfall allerdings mitteilen. Warten Sie nicht zu lange damit, denn bereits gezahlte Beträge werden anteilig an die Erben zurückgezahlt. Dabei gilt der Tag der Meldung als Stichtag.
 
Sind weitere Personen in dem Vertrag mitversichert, zum Beispiel Familienmitglieder in einer Familienversicherung, bleiben diese bis zur nächsten Beitragszahlung weiterhin versichert. Bezahlen Sie den Beitrag, läuft auch der Vertrag weiter. Sie sollten jedoch melden, dass sich der Ansprechpartner geändert hat.
 

Hausratversicherung und Wohngebäudeversicherung

Bei der Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung ist nicht die Person, sondern ein Gebäude oder der Hausrat versichert. Die Versicherung endet deshalb nicht automatisch mit dem Tod, sondern läuft noch bis zu zwei Monate weiter. Eine Kündigung der Versicherung ist im Todesfall nicht notwendig, Sie sollten den Sterbefall allerdings melden. Auch in diesem Fall erhalten Sie bereits gezahlte Beiträge anteilig zurück.
 
Wenn Sie als Erbe anschließend das versicherte Haus oder die versicherte Wohnung bewohnen, können Sie den Versicherungsvertrag auf Ihren Namen umschreiben lassen. Dazu müssen Sie möglicherweise den Erbschein beim Versicherungsunternehmen einreichen.
 

Kfz-Versicherungen bei Todesfall

Kfz-Versicherungen enden nach dem Tod nicht automatisch, da sie sich nicht auf die Person beziehen, die den Versicherungsvertrag abgeschlossen hat, sondern auf das entsprechende Fahrzeug. Ein Sonderkündigungsrecht besteht nicht. Stattdessen geht die Autoversicherung auf die Person(en) über, die das Auto erben. Übernehmen Sie die Kfz-Versicherung nach dem Todesfall, sollten Sie dies dem Versicherungsunternehmen mitteilen. Diese passt den Tarif dann möglicherweise an, das heißt, der Beitrag kann sich ändern.
 
Um den Vertrag zu beenden, können Sie das Fahrzeug abmelden, wenn Sie es beispielsweise verkaufen. Sie erhalten dann zu viel gezahlte Beiträge anteilig zurück. Alternativ können Sie den Vertrag fristgemäß kündigen, meist zum Ende des Jahres.