Regionalklassen 2021 in der Autoversicherung

Die neue Regionalklassen-Statistik des GDV liegt vor – So können sich die Beiträge der Kfz-Versicherung im Jahr 2021 ändern.

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Regionalklassen in der Autoversicherung

Sie kennen das sicher: Ein Freund zahlt für die Autoversicherung weniger als Sie, obwohl Sie fast das gleiche Modell fahren. Und auch den Führerschein haben Sie im selben Jahr gemacht. Wie kann das sein? Möglicherweise lebt Ihr Bekannter auf dem Land, Sie aber in der Großstadt. Dort kracht es erfahrungsgemäß viel öfter. Genau das ist unter anderem für die Berechnung der Kfz-Versicherung aber entscheidend. In der Versicherungswirtschaft nennt man dieses Tarifmerkmal: Regionalklasse.

Wie jedes Jahr veröffentlichte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) nun die aktuelle unverbindliche Regionalstatistik. Fakten und Daten zu den neuen Regionalklassen 2021 und wo diese die Beiträge der Autoversicherung beeinflussen können, erfahren Sie hier.

 
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Wie sich die Regionalklasse auf die Kfz-Versicherung auswirkt

 

Die Beitragshöhe der Autoversicherung hängt neben weiteren Faktoren, wie zum Beispiel Typklasse oder Schadenfreiheitsklasse, davon ab, wo das Auto zugelassen ist. Derzeit gibt es in Deutschland 413 Zulassungsbezirke, deren Schadenbilanz der GDV jährlich auswertet und in Regionalklassen einteilt. In der Regionalstatistik spiegelt sich u. a. wider, wo Autofahrer viele und teure Schäden verursachten und wo es regional nur selten kracht.

Dabei zählt nicht der Ort, wo es zum Unfall gekommen oder ein Kasko-Schaden entstanden ist, sondern allein der Zulassungsbezirk, in dem der Fahrzeughalter seinen Wohnsitz hat. In Regionen, in denen es häufiger kracht und es zu zahlreichen versicherten Schäden kommt, müssen Autofahrer sich somit unter Umständen auf steigende Kosten bei der Kfz-Versicherung einstellen.

 
Grundsätzlich gilt:

Je seltener es in einem Zulassungsbezirk scheppert oder Fahrzeuge beispielsweise durch Einbruch beschädigt oder gestohlen werden, desto niedriger ist die Regionalklasse und umso günstiger ist die Autoversicherung.

 
 

Kfz-Haftpflichtversicherung: Im Norden fährt sich’s 2021 günstiger

Maßgeblich in der Kfz-Haftpflichtversicherung sind die Versicherungsleistungen für geschädigte Dritte nach Verkehrsunfällen. Nach der neuen Regionalstatistik des GDV werden demnach je 48 Zulassungsbezirke herauf- bzw. heruntergestuft. Damit dürfen sich rund 4,5 Millionen Autofahrer über niedrigere Regionalklassen freuen. Hingegen rutschen rund 4,8 Millionen Fahrer im Jahr 2021 in höhere Regionalklassen.

Während für über 9 Millionen Autofahrer in 2021 eine neue Regionalklasse gilt, bleibt diese für die Mehrheit (rund 32,4 Millionen Kfz-Haftpflichtversicherte) gleich – dies gilt für insgesamt 317 Zulassungsbezirke.

In der gesamtdeutschen Schadenbilanz kommen besonders die Fahrer in Brandenburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern gut weg. An die Spitze mit der besten Schadenbilanz in der Kfz-Haftpflichtversicherung schaffte es der brandenburgische Zulassungsbezirk Prignitz. Hier lag die Schadenbilanz 30 Prozent unterhalb des bundesweiten Durchschnitts.

Hingegen gelten hohe Regionalklassen insbesondere in Großstädten sowie in Teilen Bayerns. Das Schlusslicht mit der schlechtesten Schadenbilanz bildet wie schon in den Vorjahren die Hauptstadt Berlin. Hier lagen die Schäden mehr als ein Drittel höher als im Bundesdurchschnitt.

 
 
 

Regionalklassen 2021 – So sieht’s in der Kaskoversicherung aus

Die aktuelle GDV-Regionalstatistik wird sich auch in den Kaskoversicherungen auf die Regionalklassen vieler Fahrzeughalter auswirken. Allerdings im Verhältnis etwas geringer. So gelten für 3,4 Millionen Voll- oder Teilkaskoversicherte in 2021 niedrigere und für rund 3,2 Millionen höhere Regionalklassen. Für fast 80 Prozent der insgesamt knapp 36,2 Millionen bleibt alles wie gehabt.

Bei den Vollkasko-Regionalklassen verteidigt der Zulassungsbezirk Wesermarsch in Brake (Niedersachsen) seine Spitzenposition des vergangenen Jahres und belegt die niedrigste Klasse. Schlusslicht ist aufgrund einer schlechten Vollkasko-Schadenbilanz hingegen der Zulassungsbezirk Garmisch-Partenkirchen in Bayern.

Wie bereits im letzten Jahr, dürfen sich Teilkasko-Versicherte im bayerischen Bamberg über die beste Regionalklasse freuen. Und ebenso wie im Vorjahr zeigt der Landkreis Ostallgäu in Bayern die schlechteste Schadenbilanz und erhält damit Regionalklasse 14. Hierbei sei erwähnt, dass die Teilkasko-Regionalklassen 15 und 16 in keinem Zulassungsbezirk erreicht wurden.

 
Hinweis:

In die Regionalklassenstatistik für Kaskoversicherungen fließen die Versicherungsleistungen nach selbstverschuldeten Unfällen sowie aller anderen Kasko-Schadenfälle ein. Relevant ist dabei zum Beispiel, wo es am häufigsten zu Sturm- und Hagelschäden an Fahrzeugen kommt, welche Region die meisten Autodiebstähle zählt oder wo sich Wildunfälle häufen.

 

Hier eine Übersicht des GDV über die Regionalklassen in der Kfz-Versicherung 2021 für Großstädte mit über 300.000 Einwohnern:

 
 

Was Autofahrer über die Regionalklassen wissen sollten

  • Einmal im Jahr veröffentlicht der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) die Regionalstatistik
  • Regionalklassen gibt es für die Kfz-Haftpflicht, die Teilkasko und die Vollkasko-Versicherung
  • Für die Haftpflicht gibt es 12, für die Vollkasko 9 und für die Teilkasko 16 Klassen
  • Die Statistik des GDV ist je ein Kalenderjahr gültig und ist für die Versicherer unverbindlich
 

Fazit: Die Regionalklasse ist nur eins der vielen Tarifmerkmale, die Ihren Beitrag der Autoversicherung beeinflussen. Zwar gilt grundsätzlich, je niedriger die Klasse ist, desto günstiger wird die Kfz-Versicherung. Allerdings ist die Einstufung der Regionalklassen des GDV für Versicherer unverbindlich. Somit lässt sich über eine Veränderung bei der Regionalklasse keine konkrete Aussage über die Entwicklung der Kfz-Versicherungsbeiträge treffen.

Entscheidend für die Berechnung der Regionalklassen ist nicht, wo es zum Unfall oder Kasko-Schaden gekommen ist, sondern der Zulassungsbezirk, in dem der Fahrzeughalter seinen Wohnsitz hat.

Ein Umzug in einen Bezirk mit niedriger Klasse ist keine Option. Somit heißt es letztlich für Sie als Autofahrer: Sie selbst können nichts weiter tun, als weiterhin vernünftig zu fahren – und hoffen, dass die anderen Fahrer in Ihrem Zulassungsbezirk genau so verantwortlich unterwegs sind wie Sie.

 
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