Neue Typklassen 2022: Das müssen Sie wissen

5 Min Für über 11 Millionen Autofahrer ändert sich 2022 die Typklasse ihres Kfz – welche Modelle von niedrigeren Versicherungsbeiträgen profitieren und für wen es teurer wird, lesen Sie hier

06.01.2022
Susann Schlemmer
5 Min
Rund 4,3 Millionen Autofahrer profitieren 2022 von einer günstigeren Typklasse in der Haftpflichtversicherung, für über 7 Millionen gelten jedoch künftig höhere Einstufungen. Damit sind häufig veränderte Prämien der Kfz-Versicherung verbunden, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V., kurz GDV, erklärt, der die Statistik der Typklassen für Kfz jährlich veröffentlicht. Welchen Zusammenhang es zwischen den Typklassen und der Höhe des Versicherungsbeitrags gibt, welche Modelle durch besonders hohe Typklassen hervorstechen und wie sich Regional- sowie Typklassen unterscheiden, erfahren Sie hier.

Welche Bedeutung haben die Typklassen?

Die Kfz-Typklassen geben die Schaden- und Unfallbilanz der Mehrheit der in Deutschland zugelassenen Automodelle wieder. Die Typklasse eines Autos ist relevant für die Berechnung der Kfz-Versicherung. Es gibt sie für die Kfz-Haftpflichtversicherung und die Kaskovarianten Teil- und Vollkaskoversicherung. Die niedrigste Typklasse ist jeweils die 10.

  • Die Kfz-Haftpflicht umfasst 16 Typklassen – 10 bis 25
  • Die Teilkaskoversicherung umfasst 24 Typklassen – 10 bis 33
  • Die Vollkaskoversicherung umfasst 25 Typklassen – 10 bis 34
Übersicht mit einigen Beispielen für Veränderungen der Typklassen 2022

Große Veränderungen gibt es 2022 nur für wenige Modelle, die Mehrheit rückt lediglich eine Klasse nach oben oder unten. Um zwei Klassen verbessern sich etwa der Nissan Juke 1.0, Typ F16 und der VW E-Golf VII, Typ AU, während der Hyundai Kona 1.6 T, Typ OS nun zwei Typklassen schlechter eingestuft wird.

In welche Typklasse ein Kfz eingestuft wird, hängt von diesen Faktoren ab:

  1. Anzahl der Zulassungen des Autotyps in Deutschland
  2. Motorleistung und Karosserievariante
  3. Anzahl der Fahranfänger mit einer Zulassung für den Autotyp
  4. Anzahl der Unfälle pro Autotyp, die Schäden für Dritte mit Leistung der Versicherung bedeuteten – dies ist relevant für die Typklassen der Haftpflicht
  5. Anzahl der selbstverschuldeten Unfälle und Teilkaskoschäden, etwa Wildunfälle oder Glasschäden des Autotyps, die zu Versicherungszahlungen für das eigene Fahrzeug führten – dies ist relevant für die Typklassen der Vollkasko
  6. Anzahl der Teilkaskoschäden des Autotyps, die von der Versicherung beglichen wurden – dies ist relevant für die Typklassen der Teilkasko

Nicht immer ein Zusammenhang:

Die GDV-Typklassen in der Kfz-Haftpflicht, Teilkasko und Vollkasko müssen nicht übereinstimmen. Denn gehört ein bestimmtes Modell beispielsweise zu den Favoriten von Dieben, steigt dessen Typklasse in der Teilkasko. Ist das Fahrzeug gleichzeitig nur selten in Unfälle verwickelt, gehört es zu den Autos mit niedriger Typklasse und wird damit deutlich niedriger in der Vollkasko eingestuft.

Was kostet eine günstige Auto-versicherung?

Welche Rolle spielt die Typklasse für den Kfz-Versicherungsbeitrag?

Die Berechnung der Versicherungsprämie ergibt sich aus verschiedenen Aspekten, einer davon ist die Typklasse. Je höher sie ist, desto häufiger war ein Fahrzeugtyp in Unfälle oder Schadenmeldungen verwickelt. Daraus folgt in der Regel auch eine höhere Versicherungsprämie.

Die Statistiker des GDV werten regelmäßig die Schadenbilanzen aller Fahrzeugmodelle aus, die in Deutschland zugelassen sind. Die aktuelle Übersicht der GDV-Typklassen beinhaltet fast 32.000 verschiedene Modelle und deren Schadenabrechnungen in den Jahren 2018 bis 2020. Werden für ein Fahrzeugmodell durchschnittlich wenige Schäden und geringe Versicherungsleistungen verzeichnet, wird das Kfz in eine niedrige Typklasse eingestuft, bei vielen Schäden und hohen Kosten entsprechend in eine höhere.

Der GDV verweist darauf, dass die Einstufung der Typklassen für die Versicherer grundsätzlich unverbindlich ist, die Kfz-Typklassen können aber für Neuverträge und für bestehende Verträge zur Hauptfälligkeit angewendet werden.

So finden Sie die aktuelle GDV-Klasse für Ihr Fahrzeug:

  • Suchen Sie im Fahrzeugschein oder Fahrzeugbrief nach der Schlüsselnummer für Ihren Pkw.
  • Entnehmen Sie dort die HSN oder auch Herstellerschlüsselnummer. Das sind die ersten vier Ziffern, die für den Autohersteller stehen, beispielsweise 0603 für Volkswagen.
  • Dann benötigen Sie noch die TSN oder auch Typschlüsselnummer, die ebenfalls im Fahrzeugschein vermerkt ist. Das ist die Nummer, die den Autotypen eindeutig kennzeichnet. Beispiel: Für einen VW Golf VIII, Baujahr 2019, 96kW als Benziner lautet die TSN: CKM.
  • Über die HSN und TSN finden Sie auf der Website des GDV die Typklasse, in die das Auto eingestuft ist. Für den VW Golf VIII wäre das aktuell Typklasse 13 in der Haftpflicht und jeweils Typklasse 20 in der Teil- sowie der Vollkasko.
Fahrzeugschein mit Markierungen der Daten, die für die Ermittlung der Typklasse relevant sind

Mit der HSN und der TSN kann auf der Website des GDV die Typklasse ermittelt werden.

Wie setzt sich die Beitragshöhe der Kfz-Versicherung zusammen?

Jedes Fahrzeug in Deutschland braucht mindestens eine Kfz-Haftpflichtversicherung. Dieser Basisschutz ist die günstigste Variante. Um besser abgesichert zu sein, entscheiden sich die meisten Autofahrer aber für eine Teil- oder Vollkaskoversicherung. Die Vollkaskoversicherung kommt für beinahe alle Schäden auf, die am eigenen Auto entstehen und sichert unter anderem auch selbstverschuldete Unfälle sowie Schäden durch Vandalismus ab.

Diese Kriterien beeinflussen die Beitragshöhe

  • Anzahl und Alter der Fahrer, die das Fahrzeug nutzen
  • Schadenfreiheitsklasse
  • Fahrzeugalter
  • Fahrleistung
  • Selbstbeteiligung
  • Werkstattbindung
  • Zahlweise
  • Typklasse
  • Regionalklasse
  • Zusätzliche Faktoren wie Stellplätze
  • Sondertarife
Was kostet eine günstige Auto-versicherung?

Oberklasse-Modelle, SUV – Je teurer das Modell, desto höher die Typklasse?

Die Motorleistung und Karosseriegröße haben Einfluss auf die Typklasse des Kfz. Mit wachsender PS-Zahl steigt das Unfallrisiko. Viele hochmotorisierte Oberklasse-Modelle und SUVs wie etwa der Audi Q8 50 TDI Quattro und der Range Rover Velar 20D AWD haben hohe Typklassen, Kleinwagen oder ältere Modelle wie der Skoda Citigo-E oder der Kia Picanto 1.0 sind Autos mit niedrigen Typklassen. Aber auch Kleinfahrzeuge wie der Ford Fiesta, die unter Fahranfängern besonders beliebt sind, haben eine höhere Typklasse, da es bei ungeübten Fahrern häufiger mal kracht.
Für die Einstufung der Kaskoversicherung spielt außerdem der Wert des versicherten Autos eine Rolle – ist das Fahrzeug teuer, ist in der Regel auch die Versicherungsprämie höher.

Oldtimer mit niedriger Typklasse:

Fahrzeuge mit H-Kennzeichen und andere Klassiker werden häufig einer niedrigen Typklasse zugeordnet. Ein wesentlicher Grund ist, dass Oldtimer in der Regel weniger und oft nur bei gutem Wetter unterwegs sind, daher sind sie auch seltener in Unfälle verwickelt.

Kurz erklärt: Das ist der Unterschied zwischen Typklassen und Regionalklassen

Im Gegensatz zu den Typklassen spielt für die Regionalklassen der Zulassungsbezirk eine Rolle. In Regionen, in denen es häufiger kracht und zahlreiche Versicherungsschäden gemeldet werden, müssen sich Autofahrer möglicherweise auf höhere Kosten in der Kfz-Versicherung einstellen – auch wenn sie einen Autotyp fahren, der selten in Unfälle und Schadenmeldungen verwickelt ist. Für die Regionalklassen veröffentlicht der GDV ebenfalls regelmäßig eine Statistik für die Kfz-Haftpflicht und Kaskoversicherungen.

Beide, Typklassen sowie Regionalklassen, haben Auswirkungen auf die Beitragshöhe der Autoversicherung. Je seltener es in einem Zulassungsbezirk scheppert oder je seltener Langfinger zuschlagen, desto niedriger ist die Regionalklasse und damit häufig auch die Versicherungsklasse.

Ändert sich 2022 die Typklasse Ihres Autos und damit Ihre Versicherungsprämie? Berechnen Sie jetzt bequem Ihren günstigen Tarif mit unserem Online-Rechner und wechseln Sie zu Verti – dem zweitgrößten Kfz-Direktversicherer Deutschlands! Haben Sie Fragen zu unseren Tarifen oder wünschen Sie ein persönliches Angebot? Dann erreichen Sie uns telefonisch unter 030 – 890 003 003.

Weitere Informationen finden Sie hier:

Eine Versicherung, die sich lohnt

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