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Was tun bei einem Wildunfall?

6 MinWelche Versicherung bei einem Wildunfall zahlt und was die Voraussetzungen dafür sind, lesen Sie hier.

Wildunfall
Linda Ewaldt
08.09.2026
6 Min

Wildunfall & Versicherung: Wie und wann wird gezahlt?

Welche Versicherung bei einem Wildunfall zahlt und was die Voraussetzungen dafür sind, lesen Sie hier.

Wildunfälle kosten Versicherer oft über eine Milliarde Euro jährlich – Tendenz steigend. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherer (GDV) gibt an: „Die Kosten für Wildunfälle steigen seit Jahren rasant an, inzwischen zahlen die Versicherer im Schnitt rund drei Millionen Euro pro Tag.“ Grund für den Anstieg sind allerdings nicht nur eine vermehrte Häufigkeit von Wildunfällen, sondern die gestiegenen Kosten für Karosserieteile und der Stundensatz der Kfz-Werkstätten. Wildunfälle sind also teuer. In Gegenden mit viel Wildwechsel sind Autofahrer daher gut beraten, wenn Sie bei der Versicherung Ihres Fahrzeugs auf Teilkasko oder Vollkasko setzen.


Quelle: https://www.gdv.de/gdv/medien/medieninformationen/kfz-versicherung-wildunfaelle-haben-2024-ueber-eine-milliarde-euro-gekostet-192954

Was sind Wildunfälle?

Allgemein betrachtet sind Wildunfälle in der Teilkasko in der Regel als Unfälle mit sogenanntem Haarwild definiert. Als Haarwild werden alle behaarten Wildtiere bezeichnet, die dem deutschen Jagdrecht unterliegen. Das sind vor allem Rehe, Hirsche und Wildschweine, aber auch Füchse, Dachse, Marder und Luchse. Feldhasen und Wildkaninchen gehören ebenfalls zum Haarwild, verursachen aber in der Regel kaum Schaden am Fahrzeug.

Bei einem Unfall mit Haustieren oder Weidetieren greift der Versicherungsschutz gegen Wildunfälle bei herkömmlichen Versicherungen jedoch nicht. Hier muss die Haftpflicht-Versicherung des Tierhalters einspringen.

Besser abgesichert bei Verti: Zusammenstöße mit Tieren aller Art

Versicherte bei Verti haben einen deutlichen Vorteil! Verti hat den Umfang seiner Teilkasko erweitert und versichert gegen Zusammenstöße mit Tieren aller Art, die während der Fahrt passieren. Damit sind Sie auch dann gut abgesichert unterwegs, wenn ein Unfall mit Wildvögeln oder einem Haustier passiert.

 

Wichtig für die Versicherung: Unterschiede zwischen Tierschaden und Wildunfall

Der Marder hatte einmal wieder Gefallen an den Kabeln im Auto? Für die Versicherung ist dies ein Tierschaden, aber kein Wildunfall. Ein Wildunfall ist es dann, wenn es tatsächlich oder beinahe zu einem Zusammenprall mit einem Haarwild – oder bei Verti mit einem Tier jeglicher Art – kommt.

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Wann zahlt die Kfz-Versicherung bei Wildunfällen?

Damit Sie Ihren Schaden bei Ihrer Versicherung geltend machen können, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Das Auto muss Teilkasko oder Vollkasko versichert sein
  • Bei dem Wild muss es sich um ein Haarwild handeln – sofern in Ihrer Versicherung nicht anders vereinbart, wie zum Beispiel bei Verti.
  • Der Wildunfall muss gut dokumentiert sein (durch Fotos, Polizeimeldung und Wildschadenbescheinigung)
  • Der Unfall muss zeitnah der Versicherung gemeldet werden.

Der Unterschied zwischen Teilkasko und Vollkasko bei einem Wildunfall

Bei der Schadenregulierung zeigt sich ein Unterschied zwischen Teilkasko und Vollkasko. Beiden gemeinsam ist: Die Versicherung bezahlt den entstandenen Schaden abzüglich der vereinbarten Selbstbeteiligung. Ist ein wirtschaftlicher Totalschaden entstanden, ersetzt der Versicherer den Wiederbeschaffungswert abzüglich des Restwerts.

Der größte Unterschied: Die Teilkasko zahlt nicht, wenn der Schaden durch Ausweichmanöver entstanden ist, denn dies gilt dann als selbstverschuldeter Unfall.

7 Schritte wie Sie sich bei einem Wildunfall verhalten

Nach einem Wildunfall gilt: Ruhe bewahren und die folgenden X Schritte befolgen.

  1. Die Unfallstelle absichern. Schalten Sie die Warnblinkanlage ein, ziehen Sie Ihre Warnweste an und stellen Sie das Warndreieck auf. Auf der Landstraße muss es in 100 Meter Abstand hinter dem Fahrzeug stehen, auf der Autobahn mindestens 150 Meter.
  2. Falls Personen verletzt wurden: Erste Hilfe leisten und Rettungsdienst rufen.
  3. Die Polizei rufen. Diese nimmt den Wildunfall auf und informiert den zuständigen Förster oder Jagdpächter.
  4. Das Tier nicht anfassen und Abstand halten. Verletzte Tiere können aggressiv reagieren und auch tote Tiere Krankheiten übertragen.
  5. Eigene Fotos vom Unfallort machen. Vom verletzten Tier und dem Schaden am Fahrzeug.
  6. Auf den Jäger oder Förster warten, nachdem die Polizei da ist, und Wildschadenbescheinigung ausstellen lassen.
  7. Der Versicherung den Unfall melden. Das geht telefonisch oder online. Informieren Sie die Versicherung in jedem Fall bevor Sie das Fahrzeug reinigen oder reparieren lassen.

Besonderheiten bei Ausweichschäden und Folgeschäden

Autofahrer sollten Ausweichmanöver unbedingt vermeiden. Gerade bei höheren Geschwindigkeiten kann es sonst dazu kommen, dass Sie mit anderen Fahrern oder einem Baum kollidieren. Der Unfall kann dann deutlich gefährlicher und gravierender ausfallen. In einem solchen Fall kann es außerdem dazu kommen, dass der Unfall als Selbstverschuldet eingestuft wird oder dem Fahrer zumindest eine Teilschuld zugesprochen wird. Die Teilkasko zahlt dann nicht oder nicht mehr.

Erweiterter Wildschutz: Bei Schäden durch Tiere besser abgesichert

Während Schäden durch Haarwild ganz klar als Wildschaden erfasst und statistisch klar eingeordnet werden, handelt es sich bei Schäden mit anderen Tieren oft um eine Dunkelziffer. Unfälle mit Haustieren werden von der Polizei meist als Unfälle mit Sachschaden erfasst. Unfälle durch Greifvögel auf der Jagd fallen in die Kategorie „sonstige Unfälle“. In beiden Fällen zahlt die einfache Teilkasko bei den meisten Versicherungen nicht. Autofahrer sind daher gut beraten, sich zusätzlich abzusichern oder eine Versicherung zu wählen, die grundsätzlich den Zusammenstoß mit Tieren aller Art beinhaltet.

Tipp: Bei Verti sind Schäden durch Tiere aller Art abgesichert. Deswegen jetzt zu Verti wechseln und sicher unterwegs sein!

Wildunfall & Versicherung: Was passiert mit der Schadenfreiheitsklasse bei einem Wildunfall?

Ob Sie in der Schadenfreiheitsklasse nach einem Wildunfall hochgestuft werden, ist stark abhängig von der Situation. Haben Sie ein Ausweichmanöver gestartet und sind dabei mit einem anderen Verkehrsteilnehmer oder einem Baum kollidiert, gilt dies als selbstverschuldeter Unfall, der die Schadenfreiheitsklasse natürlich berührt. Haben Sie sich jedoch richtig verhalten und sind allenfalls mit dem Wild zusammengestoßen, ist dies ein unverschuldeter Unfall und die Schadenfreiheitsklasse wird nicht berührt.

Zur Erinnerung: In der Teilkasko gibt es keine Schadenfreiheitsklassen, diese sind nur für die Vollkasko relevant.

8 Tipps um Wildschäden zu vermeiden

Es gibt ein paar Möglichkeiten, Wildunfälle zu vermeiden:

  1. Achten Sie auf Schilder, die Wildwechsel anzeigen und reduzieren Sie hier Ihre Geschwindigkeit.
  2. Fahren Sie vor allem in der Nacht, in den Morgenstunden, bei Zeitumstellung und in den Monaten März und April sowie im Oktober besonders vorsichtig. Statistisch passieren dann die meisten Wildunfälle.
  3. Auch Wetterverhältnisse haben einen Einfluss. Bei Nebel sollten Sie ebenfalls mit mehr Wildwechsel rechnen.
  4. Meiden Sie nach Möglichkeit besonders neue Straßen durch Wälder. Tiere behalten noch lange ihre üblichen Wege bei, ehe sie sich umgewöhnen.
  5. Steht ein Tier auf der Fahrbahn, bremsen Sie ab, schalten Sie das Fernlicht aus und hupen sie.
  6. Haben vor Ihnen bereits einige Tiere die Fahrbahn überquert, bremsen Sie trotzdem ab und rechnen Sie mit Nachzüglern.
  7. Warnen Sie bei Tieren auf der Fahrbahn andere Verkehrsteilnehmer durch Anschalten der Warnblinkanlage.
  8. Ist eine Kollision mit einem Tier unvermeidbar, halten Sie das Lenkrad gut fest und fahren Sie möglichst gerade darauf zu.

Die Grafik zeigt, wie lange es je nach Geschwindigkeit dauert, bis ein Fahrzeug zum Stehen kommt, wenn in 60 Metern Entfernung ein Wildtier auf der Straße steht. Deutlich wird, dass ein Autofahrer bis Tempo 80 noch Bremsen kann, bei höherer Geschwindigkeit nicht mehr.

Wildunfall: So lange ist der Bremsweg

Welche regionalen Unterschiede gibt es bei einem Wildunfall?

Grundsätzlich sind Wildunfälle in stark bewaldeten und ländlichen Gebieten. Spitzenreiter bei Wildunfällen sind daher Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Am häufigsten sind dabei Rehe und Wildschweine beteiligt.

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Fazit: Das Wichtigste zu Wildunfällen im Überblick

  • Wildunfälle passieren vor allem im Frühjahr und im Herbst.
  • Nachts, in den Morgenstunden und bei Nebel finden die meisten Wildwechsel statt.
  • Ist eine Kollision mit einem Wild unvermeidbar, sollten Sie das Lenkrad festhalten und nicht ausweichen.
  • Wildunfälle sind nur in der Teilkasko und Vollkasko abgesichert.
  • Als Wildunfälle zählen nur Unfälle mit sogenanntem Haarwild. Diese fallen unter das Jagdrecht.

Verti Autoversicherung: Nicht nur bei Wildunfällen bestens versichert

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FAQ zu Wildunfall und Versicherung

  • Was ist ein Wildunfall und welche Tierarten gelten als Wild? Ein Wildunfall ist ein Unfall mit Haarwild, also Reh, Hirsch, Wildschwein, Wildkaninchen oder Feldhase. Auch Füchse, Dachse und Luchse zählen zum Haarwild.
  • Welche Versicherung zahlt bei einem Wildunfall? In der Regel zahlen die Teilkasko und die Vollkasko, wobei die Teilkasko nicht bei Ausweichmanövern zahlt. Die Haftpflicht zahlt nicht bei einem Wildunfall.
  • Muss ich den Wildunfall der Polizei melden – und wo? Sie sollten nach dem Unfall auf jeden Fall die nächstgelegene Polizeistelle informieren und auf deren Eintreffen am Unfallort warten.
  • Welche Beweismittel benötigt die Versicherung bei einem Wildunfall? Die Versicherung benötigt in jedem Fall die Wildschadenbescheinigung vom Förster oder Jäger, den Polizeibericht und im Idealfall auch Fotos vom Unfallort.
  • Werden Schäden durch Ausweichmanöver übernommen? Bei einem Wildunfall werden Schäden durch Ausweichmanöver nur bei bestehender Vollkasko-Versicherung übernommen.
  • Wird mein SF-Rabatt durch einen Wildschaden beeinflusst? Die Schadenfreiheitsklasse steigt nur für Fahrer, die eine Vollkaskoversicherung abgeschlossen haben und bei einem Wildunfall ein Ausweichmanöver versucht haben. Entsteht dadurch ein weitaus größerer Schaden, steigt die SF-Klasse, denn dann handelt es sich um einen selbstverschuldeten Unfall.
  • Wie kann man Wildunfälle vermeiden? Achten Sie auf Schilder, die Wildwechsel anzeigen und fahren Sie hier besonders vorsichtig. Das gilt umso mehr nachts, in den Morgenstunden, bei Nebel und in den Monaten März, April sowie Oktober.
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