Berechnungsbeispiel für den wirtschaftlichen Totalschaden

Die Wiederbeschaffungskosten für einen gleichwertigen Pkw liegen bei 8.000 €. Der Restwert des Unfallwagens wurde im Gutachten mit 4.000 € festgelegt und die geschätzten Reparaturkosten belaufen sich auf 5.000 €. Folgt man der oben beschriebenen Berechnung, erhält man diese Verhältnismäßigkeit:

8.000 € Wiederbeschaffungswert – 4.000 € Restwert = 4.000 € Schadensersatzsumme

Mit 5.000 € Reparaturkosten wird die Schadensersatzsumme um 1.000€ überschritten, die Reparaturkosten sind unwirtschaftlich. An dieser Stelle liegt demnach ein wirtschaftlicher Totalschaden vor.

 

Berechnungsbeispiel für die 130-Prozent-Regel

Sie möchten Ihren verunfallten Pkw wieder professionell in Gang bringen lassen und von dieser Sonderregelung Gebrauch machen? Dann können Sie von der gegnerischen Versicherung den maximalen Betrag von Wiederbeschaffungswert plus 30 Prozent fordern:

8.000 € Wiederbeschaffungswert x 1,3 = 10.400 € max. Reparaturkosten

 

Bei einem Wagen mit dem Wiederbeschaffungswert von 8.000 € können Sie demnach maximal 10.400 € für die Instandsetzung erhalten.

 

Totalschaden auszahlen lassen oder das Auto reparieren?

Es wird deutlich: Ob sich die Auszahlung des Totalschadens oder doch eher die Reparatur lohnt, hängt von einigen verschiedenen Faktoren ab. In erster Linie ist wichtig, ob man selbst der Geschädigte oder der Unfallverursacher ist.

Als Geschädigter kommt im Normalfall die gegnerische Versicherung für den Schaden auf. Für den Unfallverursacher ist die Situation komplexer. Auch die Art des Schadens, des Fahrzeugs und die Höhe des Restwerts spielen eine wichtige Rolle für die Entscheidung über den Verbleib des Autos.

Nicht zuletzt kommt es immer auf die individuelle Situation und das Gutachten des Profis an – sowie auf die Art der eigenen Versicherung. Sowohl die Teilkasko– als auch die Vollkaskoversicherung kommen in der Regel für die Kosten des Unfallverursachers auf. Der Geschädigte erhält die Regulierung hingegen aus der gegnerischen Kfz-Haftpflichtversicherung.

Im Falle eines technischen oder echten Totalschadens ist eine Auszahlung meist die beste Lösung. Auch bei einem wirtschaftlichen Totalschaden ergibt dieser Schritt Sinn. Hat der Unfallwagen jedoch einen hohen ideellen oder gar Seltenheitswert, kann man von der 130-Prozent-Regel Gebrauch machen und nach der Reparatur wieder Fahrt aufnehmen.

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