Autojahr 2022: Die wichtigsten Änderungen für Autofahrer

6 Min Im Autojahr 2022 warten einige neue Regeln auf Autofahrer. Erfahren Sie hier, was Sie zum Führerschein mit 16, der Maskenpflicht im Auto oder dem TÜV-Besuch wissen müssen

17.02.2022
Ines Rietzler
6 Min

Im Jahr 2022 warten einige neue Regeln auf Autofahrer. Jugendliche sollen bald noch früher ans Steuer dürfen, müssen aber vielleicht mit einer längeren Probezeit leben. Was hat es mit der „Maskenpflicht“ im Auto auf sich und wer muss 2022 zum TÜV? Lesen Sie hier alles, was Sie zum Autojahr 2022 wissen müssen.

Autoführerschein mit 16 und Probezeit: Was ändert sich für junge Autofahrer?

Der Plan steht – und eventuell wird er 2022 auch bereits umgesetzt: Die neue Bundesregierung will begleitetes Fahren ab 16 Jahren möglich machen, anstatt wie bisher mit 17 Jahren. So steht es im Koalitionsvertrag. Wann das Vorhaben genau in die Tat umgesetzt wird, ist aber noch nicht klar.

Erfolgsmodell „Begleitetes Fahren“:

Das begleitete Fahren hat sich trotz des Aufschreis bei seiner Einführung als Erfolg entpuppt. Laut einer Studie der ADAC-Unfallforschung hat es die Unfallzahlen unter jungen Autofahrern seit 2007 um 28 Prozent gesenkt. Daher befürwortet der ADAC auch die Herabsetzung des Alters beim begleiteten Fahren. Die Begründung lautet: Wenn Jugendliche begleitet fahren, sammeln sie Fahrpraxis unter Aufsicht. Dürfen sie dann allein ans Steuer, haben sie schon viel gelernt und bewegen sich sicherer im Straßenverkehr.

Und noch etwas soll sich für junge Autofahrer 2022 ändern: Die Probezeit für Fahranfänger soll von derzeit zwei auf drei Jahre verlängert werden, um das Unfallrisiko für junge Fahrer weiter zu senken. So empfiehlt es zumindest die Verkehrsministerkonferenz. Eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe soll nun bis zum Frühjahr 2022 konkrete Vorschläge erarbeiten. Was sich dann genau bezüglich der Probezeit ändert, bleibt daher abzuwarten.

Tipp: Wie sich die Probezeit auf die Autoversicherung auswirkt, lesen Sie hier.

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Maskenpflicht im Auto

Keine Angst, die „Maskenpflicht“ im Auto bezieht sich nicht auf die Fahrzeuginsassen, sondern auf den Verbandskasten. Dort sollen bald in jedem Fahrzeug mindestens zwei Schutzmasken enthalten sein. Ob es FFP2-Masken sein müssen, oder ob medizinische Masken ausreichen, ist noch nicht klar. Diese Regelung soll im Jahr 2022 in Kraft treten und dann auch für die Zeit nach Corona weiter gelten. Wann genau die Regelung kommt, ist aber ebenfalls noch unklar.

Übrigens:

Eine richtige Maskenpflicht im Auto, die für die Insassen gilt, gibt es derzeit nicht. Diese hängt von der sogenannten „Krankenhausampel“ ab, die die Bundesländer eingeführt haben. Springt diese in einem Bundesland auf gelb, können gegebenenfalls Regelungen erlassen werden, die dann auch für Fahrten mit haushaltsfremden Personen gelten. Diese können dann aber von Bundesland zu Bundesland variieren. Ist man allein im Auto unterwegs und besteht somit keine Ansteckungsgefahr, darf keine Maske getragen werden, da die Identität des Fahrers immer erkennbar sein muss. Setzen sich Fahrer bei der Fahrt mit mehreren Personen mit Maske hinter das Steuer, müssen die Gesichtszüge im Wesentlichen zu erkennen sein. Was damit konkret gemeint ist, liegt im Ernstfall im Ermessen der Polizei. Beispielsweise sollten sich Fahrer aber nicht mit Maske, Brille und Mütze ans Lenkrad setzen.

TÜV-Plakette 2022: Welche Farbe bedeutet was?

Für alle Autofahrer, die eine braune TÜV-Plakette an ihrem Fahrzeug haben, heißt es 2022: Ab zum TÜV! Nach dem Check bekommen diese dann eine grüne Plakette und haben bis 2024 TÜV-Pause. Neufahrzeuge bekommen eine orangefarbene Plakette und müssen erst 2025 wieder zum TÜV.

Grafik Farbe der TÜV-Plaketten nach Jahr

Die Farbe der TÜV-Plakette zeigt Autofahrern, wann sie wieder zum TÜV müssen

Benzinpreise steigen: Was kostet der Sprit 2022?

Am 1. Januar 2022 ist die CO2-Abgabe auf fossile Brennstoffe von 25 auf 30 Euro gestiegen. Das wirkt sich auf Benzin- und Dieselpreise aus. Im Vergleich zu 2021 ergibt sich dadurch eine Preiserhöhung für Benzin von circa 1,4 Cent pro Liter und für Diesel um 1,5 Cent pro Liter. Dabei handelt es sich aber nur um die Preiserhöhung, die durch die höhere CO2-Abgabe erwartet wird. Der Spritpreis wird größtenteils durch den Ölpreis beeinflusst, der im Gegensatz zur CO2-Abgabe nicht berechenbar ist.

Bis 2025 wird die CO2-Abgabe weiter angehoben. Voraussichtlich kostet hierdurch der Liter Benzin dann 15 Cent und der Liter Diesel 17 Cent mehr als Ende 2020.

Neues Auto für 2022 geplant?

Energiesteuerermäßigung für Autogas entfällt

Am 31.12.2022 endet der LPG-Steuervorteil, also die Energiesteuerermäßigung für Fahrzeuge mit Autogas. Der Steuervorteil hatte sich in den letzten Jahren bereits schrittweise verringert. Für 1.000 Kilo Autogas fallen im Jahr 2022 noch 363,94 Euro Steuern an, ab 1. Januar 2023 dann 409 Euro.

Kaufprämie für E-Autos und Plug-In-Hybride

Bis Ende des Jahres werden reine E-Autos mit Umweltbonus und Innovationsprämie noch mit bis zu 9.000 Euro gefördert, Plug-in-Hybride mit bis zu 6.750 Euro. Wer noch in den Genuss der vollen Förderung kommen will, sollte sich aber beeilen: Ab 2023 bis einschließlich 2025 soll es nur noch die einfache staatliche Förderung, also den Umweltbonus, geben. Die Innovationsprämie entfällt dann. Außerdem sollen den Umweltbonus ab 2023 nur noch Fahrzeuge erhalten, die nachweislich einen positiven Klimaschutzeffekt haben. Dann soll bei Plug-in-Hybriden nur noch die Reichweite und nicht mehr der CO2-Ausstoß zählen.

Aufgepasst:

Bereits ab Januar 2022 wurden oder werden einige Hybrid-Modelle von der Liste förderfähiger Fahrzeuge gestrichen. Um welche Fahrzeuge es sich handelt, können Autofahrer in der „Delistung“ auf der Website des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, kurz Bafa, nachlesen.

Assistenz- und Sicherheitssysteme werden verpflichtend

Aufgrund einer EU-Verordnung sind ab dem 6. Juli 2022 bestimmte Assistenz- und Sicherheitssysteme für die Typzulassung neuer Fahrzeuge verpflichtend. Ab dem 7. Juli 2024 müssen diese dann zur Serienausstattung der Fahrzeuge gehören. Unter anderem geht es um diese Systeme:

  • Intelligenter Geschwindigkeitsassistent, der die Geschwindigkeit überwacht und den Fahrer bei Geschwindigkeitsüberschreitung warnt.
  • Notbremsassistent, der im Ernstfall eine Notbremsung durchführt.
  • Notfallspurhalteassistent, der den Fahrer warnt und eingreift, wenn dieser die Spur verlässt.
  • Müdigkeitswarner, der den Fahrer warnt, wenn seine Konzentration nachlässt.
  • Rückfahrassistent, der anzeigt, wenn sich Personen oder Hindernisse hinter dem Fahrzeug befinden.

Autofahrer müssen in dieser Hinsicht nicht aktiv werden: Bei der Umsetzung der EU-Verordnung sind die Hersteller gefragt.

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Mautgebühren in den Nachbarländern und der EU

Was kostet 2022 eine Autofahrt ins EU-Ausland? Hierbei müssen Autofahrer zwischen streckenbezogener Maut und der Vignette für die Windschutzscheibe unterscheiden. In der EU gibt es in acht Ländern eine streckenbezogene Maut, die Autofahrer für die zurückgelegten Kilometer bezahlen. Das gilt für Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Polen, Portugal und Spanien.

In acht weiteren europäischen Ländern brauchen Autofahrer eine Vignette, dazu gehören Österreich, Bulgarien, Rumänien, die Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn und die Schweiz. Im Nachbarland Österreich haben diese im Jahr 2022 die Farbe Marille. Sie sind seit November 2021 erhältlich und gelten seit Dezember 2021 bis Januar 2023. Die Jahresvignette für Österreich kostet derzeit 93,80 Euro, die Zwei-Monats-Vignette 28,20 Euro und die Zehn-Tages-Vignette 9,60 Euro.

Tipp:

Für Österreich gibt es bereits die digitale Vignette, die Sie online buchen können. Ab 2023 ist es dann endlich auch in der Schweiz so weit.

Die Jahresvignette für die Schweiz kostet wie im letzten Jahr 40 Franken, also circa 39 Euro. Sie gilt 14 Monate, vom 1. Dezember 2021 bis 31. Januar 2023.

Tabelle Übersicht Vignettenpreise in Europa

Die Grafik zeigt, in welchen europäischen Ländern Autofahrer eine Vignette benötigen und wie viel diese kostet

Neue Verkehrsregeln: Änderungen der StVO 2022

Zudem müssen Autofahrer 2022 auch neue Straßenverkehrsregeln beachten. Durch den neuen Bußgeldkatalog, der seit 9. November 2021 in Kraft ist, gibt es höhere Bußgelder, vor allem bei Geschwindigkeitsüberschreitungen. Die Neuerungen der StVO 2022 betreffen unter anderem:

  • Verdopplung der Bußgelder bei Geschwindigkeitsüberschreitungen innerhalb und außerhalb geschlossener Ortschaften.
  • Erhöhung der Bußgelder für Park- und Halteverstößen, zum Beispiel Parken in zweiter Reihe.
  • Fahrverbote und Bußgelder, wenn Autofahrer keine Rettungsgasse bilden.

Tipp: Alle Änderungen im neuen Bußgeldkatalog können Sie hier im Detail nachlesen.

Weitere Änderungen im Autojahr 2022

Zudem gibt es noch weitere Neuerungen rund um das Autofahren 2022. Zum Beispiel müssen alle Führerscheine, die vor dem 19. Januar 2013 ausgestellt wurden, umgetauscht werden. Der Führerscheinumtausch läuft bis 2033 gestaffelt ab. Bis zum 19. Februar 2022 mussten bereits alle Autofahrer, die zwischen 1953 und 1958 geboren wurden, ihren Führerschein umtauschen. Bis zum 19. Januar 2023 haben nun alle Autofahrer Zeit, die von 1959 bis 1964 geboren wurden.

Außerdem ändert sich für 11 Millionen Autofahrer im Jahr 2022 die Typklasse ihres Fahrzeugs und auch die neuen Regionalklassen 2022 wurden veröffentlicht.

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