THG-Quote für das E-Auto: So gibt es Geld für E-Auto-Fahrer

4 Min Die Umwelt schonen, Sprit sparen und das eingesparte CO2 auch noch zu Geld machen? Das geht seit Einführung der THG-Quote für E-Autos. Alle Infos rund um den THG-Quotenhandel haben wir hier zusammengefasst

19.04.2022
Ines Rietzler
4 Min

E-Auto fahren und dabei Geld verdienen? Das geht seit Anfang 2022! Die Treibhausgasminderungsquote, kurz THG-Quote, macht es möglich. Damit können Fahrer von E-Autos die eingesparten CO2-Emissionen zu Geld machen. Wie genau das funktioniert, wie E-Autofahrer die THG-Quote beantragen können und wer überhaupt teilnehmen kann, erfahren Sie in diesem Artikel.

Was ist die THG-Quote?

THG steht für Treibhausgasminderung – und damit ist der Zweck der THG-Quote bereits beschrieben: Sie ist eine Maßnahme, um den CO2-Ausstoß zu senken. Seit Anfang 2022 kann jeder E-Auto-Fahrer sein eingespartes CO2 „verkaufen“ und damit, Stand April 2022, bis zu 375 Euro im Jahr verdienen.

Hintergrund ist dieser: Mineralölunternehmen wird eine Quote für die Einsparung von Treibhausgasen auferlegt. Halten sie diese nicht ein, müssen sie eine Strafe zahlen. Um diese zu umgehen, können Unternehmen, die diese Quote nicht einhalten, CO2-Einsparungen „kaufen.“ Da die Mineralölkonzerne diese Kosten auf ihre Preise aufschlagen, werden Benzin und Diesel teurer. So sollen Privatleute und Unternehmen dazu gebracht werden, auf saubere Antriebe umzusteigen.

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Für welche Elektrofahrzeuge gilt die THG-Quote?

Von der THG-Quote können alle Halter dieser Fahrzeuge profitieren:

  • Reine Elektroautos (Plug-in-Hybride werden nicht berücksichtigt)
  • E-Transporter, E-Lkw und E-Busse
  • Elektrisch betriebene Leichtkrafträder und E-Motorräder (sofern für sie eine Zulassungsbescheinigung I vorliegt und sie schneller als 45 Kilometer pro Stunde fahren)

Dabei spielt es keine Rolle, ob die Fahrzeuge privat oder gewerblich genutzt werden. Für gebrauchte Elektroautos gilt: Wurde im laufenden Jahr bereits eine THG-Prämie in Anspruch genommen, kann erst im nächsten Jahr erneut teilgenommen werden. Auch Leasing-Fahrzeuge werden berücksichtigt, wenn der Fahrer im Fahrzeugschein steht.

THG-Quote verkaufen: Wann muss man sich anmelden?

Wer die THG-Quote beantragen will, hat noch genügend Zeit: Die Frist für die Einreichung der THG-Quote beim Umweltbundesamt ist der 28. Februar des Folgejahres. Alle, die am THG-Quotenhandel teilnehmen wollen, sollten sich daher bis Ende 2022 einen Dienstleister suchen. Die THG-Quote wird dann einmal im Jahr errechnet. Wird ein E-Auto verkauft und wurde die THG-Quote im laufenden Jahr bereits beansprucht, muss der Käufer bis zum nächsten Jahr warten, um die THG-Prämie kassieren zu können.

Lese-Tipps zum Thema E-Auto:Sie wollen durch Ihr E-Auto noch mehr sparen oder von Sonderregelungen profitieren? In diesen Ratgeber-Artikeln haben wir alle Infos dazu für Sie zusammengefasst:

THG-Quote für Elektroautos beantragen: So funktioniert es

Wer mit seinem Elektrofahrzeug am THG-Quotenhandel teilnehmen will, muss sich bei einem entsprechenden Dienstleister anmelden, der den Verkauf abwickelt. Direkten Kontakt zwischen Verbrauchern und Mineralölkonzernen gibt es nicht. Ist ein Anbieter ausgewählt, muss man diesem eine Kopie des Fahrzeugscheins übermitteln, um nachzuweisen, dass man Halter eines E-Fahrzeugs ist. Bei den meisten Anbietern erfolgen die Anmeldung und der Upload des Fahrzeugscheins bequem über ein Online-Portal.

Den Fahrzeugschein müssen alle, die die THG-Quote erhalten wollen, jährlich neu einreichen. Andere Nachweise, zum Beispiel über gefahrene Kilometer, sind nicht notwendig.

So funktioniert die Auszahlung der THG-Quote

Die Dienstleister lassen die Anträge durch das Umweltbundesamt prüfen und zertifizieren. Danach verkaufen sie die Zertifikate gesammelt an interessierte Konzerne weiter. Von den Erlösen ziehen die Anbieter eine Provision ab und zahlen den Rest an ihre Kunden aus. Die Auszahlung erfolgt jährlich.

Berechnet wird die THG-Quote ebenfalls jährlich durch das Umweltbundesamt. Dazu schätzt es den durchschnittlichen Stromverbrauch eines E-Autos und berechnet die durchschnittliche CO2-Einsparung.

Wann genau die Prämie ausgezahlt wird, kommt auf den jeweiligen Anbieter an. Manche bezahlen bereits kurz nach der Anmeldung, andere erst einige Monate später. Stand April 2022 können E-Autofahrer mit einer jährlichen Auszahlung zwischen 250 und 375 Euro rechnen.

Bei der Wahl der Anbieter sollten Interessenten darauf achten, dass in den AGB eine Auszahlungsgarantie angegeben ist. Laut ADAC fehlt diese oftmals, sodass Anbieter nicht verpflichtet sind, die THG-Quote in der beworbenen Höhe auszuzahlen. Außerdem behalten sich manche Anbieter laut ADAC sogar das Recht vor, die übertragene THG-Quote gar nicht zu verkaufen.

Grafik Ablauf THG Quotenhandel E-Autos

THG-Quote von E-Autos verkaufen: So läuft der Handel ab

THG-Quote E-Auto: Den richtigen Anbieter finden

Mittlerweile gibt es unzählige Anbieter, bei denen sich E-Autofahrer für den THG-Quotenhandel registrieren können. Diese Punkte sollte man bei der Wahl beachten:

  • Der Anbieter sollte die Auszahlung einer Mindestsumme in den AGB zusichern.
  • Manche Anbieter zahlen eine Prämie für das Werben von Freunden aus. Dadurch können E-Autofahrer zusätzlich profitieren.
  • Bei einigen Anbietern gibt es die Möglichkeit, die Prämie in nachhaltige Projekte zu investieren oder zu spenden, anstatt sie sich ausbezahlen zu lassen.
  • Einige Anbieter bieten zwei Optionen der Auszahlung an: Entweder, es wird ein fixer Betrag für einen bestimmten Zeitraum garantiert, egal wie hoch die Quotenpreise sind – oder es gibt eine Flex-Option, wodurch höhere Prämien ausbezahlt werden, wenn die Quotenpreise steigen. Entscheiden sich Verbraucher für die zweite Option, besteht allerdings auch die Gefahr, dass sie bei sinkenden Preisen weniger Geld erhalten.
  • Bekannte Anbieter für den THG-Quotenhandel sind beispielsweise Emobia, The Mobility House, Maingau Energie, Juicify, Elektrovorteil oder Think Mobility.
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THG-Quote für Elektromobilität und die Steuer: Das ist zu beachten

Selbstständige, die die THG-Prämie für Firmenfahrzeuge erhalten, müssen diese als Betriebseinnahmen versteuern.

Privatpersonen müssen die Einnahmen in ihrer Steuererklärung unter „sonstige Einkünfte“ angeben. Dafür gilt jedoch eine Freigrenze von 256 Euro. Das bedeutet: Liegt die THG-Prämie unter dieser Summe, muss sie nicht in der Steuererklärung angegeben werden. Liegt sie darüber, muss man sie angeben. Wie hoch dann die Steuer genau ausfällt, hängt jedoch noch von weiteren Faktoren ab, zum Beispiel welche Einnahmen man noch hat, die unter „sonstige Einkünfte“ fallen.

Unter Umständen kann die Steuer aber dazu führen, dass ein Anbieter, der 250 Euro für die THG-Quote bezahlt, lukrativer ist als einer, der 350 bezahlt. Alle, die zu diesem Thema sichere Auskünfte erhalten wollen, sollten sich an ihren Steuerberater wenden.

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