Kfz-Versicherung – Was Sie über die Jahresfahrleistung wissen müssen

Auch die Jahresfahrleistung entscheidet, wie viel oder wenig Sie in der Autoversicherung bezahlen

Kfz-Versicherung – Was Sie über die Jahresfahrleistung wissen müssen

Sie haben einen Top-Deal gemacht und einen tollen Gebrauchtwagen gekauft? Mit wenigen Kilometern auf der Uhr? Herzlichen Glückwunsch! Sie übernehmen auch gleich die Kfz-Versicherung? Das ist zwar eine schnelle und einfache Lösung, aber nicht immer die beste. Besonders bei der Angabe der Jahresfahrleistung sollten Sie genau überprüfen, ob eine Übernahme nicht unnötige Kosten verursacht. Da kann die bequeme Entscheidung gerne mal ans liebe Geld gehen. Worauf Sie achten sollten, erfahren Sie von uns:

Jahresfahrleistung: Wesentlicher Faktor für die Kfz-Versicherung

Autobesitzer müssen ihrer Kfz-Versicherung die voraussichtliche Jahresfahrleistung mitteilen. Das ist die Kilometerzahl, die Sie pro Jahr wahrscheinlich fahren werden. Die Angabe entscheidet mit darüber, wie viel oder wenig Sie für Ihre Autoversicherung  bezahlen. Logisch: Wer jeden Tag lange Strecken fährt, geht ein höheres Unfallrisiko ein. Das kostet. Wer sein Auto nur ab und zu für gelegentliche Sonntagsausflüge nutzt, muss also meist geringere Versicherungsprämien zahlen.

Natürlich weiß auch die Kfz-Versicherung, dass kaum ein Autobesitzer bei der Angabe der Jahresfahrleistung eine Punktlandung hinlegt. Aber sie merkt, wenn einer schummelt. Schätzen Sie die Jahresfahrleistung also so exakt es geht.

Wie viel fahren Sie im Jahr? Kilometerzahl zuverlässig schätzen

Aber wir kann ich überhaupt herausfinden, wie viel ich in einem Jahr fahre. Das kann man doch nur recht grob schätzen, ohne hellseherische Kräfte zu haben. Und wer hat die schon? Eine Rechenmethode geht so: Sie stellen den Tageskilometerzähler auf Null, fahren eine Woche, multiplizieren die erreichte Kilometerzahl mit 52 und addieren die geplante Urlaubsfahrt. Das klappt allerdings nur, wenn die Beispielwoche wirklich charakteristisch ist. Ein genaueres Ergebnis bekommen Sie, wenn Sie diese Fragen beantworten: 

  • Wie oft in der Woche fahre ich die gleiche Strecken hin und zurück, zum Beispiel zur Arbeit und zum Einkaufen? Kilometerzahl multiplizieren, aufschreiben.
  • Fährt außer mir noch jemand regelmäßig mit dem Auto, zum Beispiel zum Einkaufen oder zum Volleyball? Gemeinsam ausrechnen, aufschreiben.
  • Nutzen wir das Auto für den Urlaub? Einmal Traumstrand hin und zurück: aufschreiben, alles addieren, fertig. 

Unser Tipp: Die jeweilige Kilometerzahl pro Strecke finden Sie leicht über Routenplaner im Internet heraus.

Die jährliche Fahrleistung im Auge behalten ­– und korrigieren

Angenommen Sie stellen nach ein paar Monaten fest, dass Sie mit der Kilometerzahl im Jahr nicht auskommen. Dann teilen Sie Ihrer Kfz-Versicherung einfach die neu geschätzte Jahresfahrleistung mit. Wenn Sie weniger fahren, lohnt sich das unter Umständen finanziell. Wenn Sie mehr fahren, werden Sie eventuell etwas mehr bezahlen. Doch Sie bleiben auf der sicheren Seite. Wieso?

Sollten Sie einen Unfall haben, schaut die Kfz-Versicherung auf die Kilometerzahl. Weicht sie deutlich von Ihrer Angabe ab, zahlen Sie nach. Bei groben Verstößen wird sogar eine Vertragsstrafe fällig. Wie viel dabei toleriert wird, definiert jede Kfz-Versicherung selbst. Klären Sie diese Frage am besten direkt mit Ihrer Versicherung.  

Unser Tipp: Früh mitteilen lohnt sich. Sollten Sie beispielsweise auf eine weite Urlaubsreise verzichten müssen, dann fallen Sie möglicherweise in eine untere Tarifklasse. Das passiert aber nie rückwirkend. Die Kfz-Versicherung passt den Betrag nur nach unten an, wenn das Versicherungsjahr noch nicht abgelaufen ist.

Geht leider nicht: Kilometerzahl fürs nächste Jahr „sparen“

Eine Frage, die Autobesitzer immer wieder stellen: Kann ich mir nicht gefahrene Kilometer im nächsten Jahr anrechnen lassen?

Leider nein, da spielt die Kfz-Versicherung nicht mit. Ihr Risiko, einen Unfall zu bauen, war im Jahr A geringer, weil sie weniger gefahren sind. Wenn Sie im Jahr B mehr fahren, steigt auch das Risiko. Für die Kfz-Versicherung macht es anders keinen Sinn. Gleichen Sie einfach öfter Ihren Tachostand mit der Angabe in der Police ab und melden Sie eine geringere Jahresfahrleistung rechtzeitig. Nur so sparen Sie bares Geld.