Fahren ohne Zulassung – was sind die Konsequenzen?

Darum sollten Sie ihr Fahrzeug immer zulassen

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Fahren ohne Zulassung – was sind die Konsequenzen?

Manchmal ist die Verlockung groß, trotz fehlender Zulassung mit einem Kraftfahrzeug am öffentlichen Straßenverkehr teilzunehmen. Die meisten Fahrer, die sich hierfür entscheiden, sind sich nicht darüber im Klaren, dass ein Verbot besteht und welche Strafen drohen. Es gibt gute Gründe, auf das Fahren ohne Zulassung zu verzichten und sich stattdessen für eine legale Lösung zu entscheiden. Wir haben sie für Sie zusammengetragen.

Wann ist das Fahren ohne Zulassung erlaubt?

Es gibt verschiedene Gründe, weshalb für ein Kraftfahrzeug keine Zulassung mehr besteht. Der Fahrzeughalter kann das Kfz abmelden, wenn es nicht mehr genutzt wird, um die Kosten für Kfz-Versicherung und Steuern zu sparen. Ebenso kann die Zulassung von der Zulassungsstelle entzogen werden.

Das Fahren ohne Zulassung bzw. die Teilnahme mit solch einem Fahrzeug am öffentlichen Straßenverkehr, ist nicht gestattet. Eine Ausnahme gibt es jedoch: Die direkte Fahrt ohne Umwege zur Zulassungsstelle, um ein Kraftfahrzeug zu registrieren. Voraussetzung hierfür ist ein vorläufiger Versicherungsschutz, der mittels EVB-Nummer nachweisbar ist.

Außerdem gibt es bestimmte Arten von Kraftfahrzeugen, die keine Zulassung erfordern. Dies trifft zum Beispiel auf einige Baumaschinen zu, die nur sehr langsam bewegt werden können.

Warum einige Kraftfahrer ohne Zulassung fahren

Kraftfahrer, die ohne Zulassung mit dem Auto oder dem Motorrad fahren, haben oftmals ihre Gründe. In den meisten Fällen handelt es sich um Fahrzeuge, die sie käuflich erworben haben und demnächst zulassen möchten. Auf die sofortige Zulassung wird oftmals verzichtet, weil sie erst noch Zeit für Reparaturarbeiten investieren möchten. Einigen ist dabei nicht bewusst, dass sie ohne Zulassung gar nicht fahren dürfen.

Ein weiterer Grund sind finanzielle Schwierigkeiten. Manchen Kraftfahrern wird die Zulassung entzogen, weil der Beitrag zur Kfz-Haftpflichtversicherung oder auch die Kfz-Steuer seit langer Zeit überfällig ist.

Warum die Zulassung notwendig ist

Aus guten Gründen wurde das Fahren ohne Zulassung vom Gesetzgeber verboten. Diese Regelung soll sicherstellen, dass sämtliche Verkehrsteilnehmer (auch Fußgänger, Radfahrer und Insassen) im Schadensfall ausreichend finanziell durch eine Versicherung geschützt sind. Denn in Deutschland besteht eine Versicherungspflicht: Für nahezu jedes Kraftfahrzeug, das am öffentlichen Straßenverkehr teilnimmt, muss eine Kfz-Haftpflichtversicherung bestehen.

Im Falle eines Schadens kann die geschädigte Person einen Haftungsanspruch gegenüber dem Verantwortlichen geltend machen. Dessen Kfz-Haftpflichtversicherung springt ein und trägt die Kosten. Bei einer Verkehrsteilnahme ohne Zulassung besteht aller Voraussicht nach kein Haftpflichtschutz. Oft befindet sich der Verantwortliche dann nicht in der Lage, für einen verursachten Schaden aufzukommen. Der durch den Unfall Geschädigte ist aber trotzdem geschützt und erhält die notwendige finanzielle Unterstützung durch die Verkehrsopferhilfe. Der Unfallverursacher wird in anschließend in Regress genommen.

Konsequenzen bei einem Verstoß

Entsprechend wird das Fahren ohne Versicherungsschutz als Straftat erachtet. Über das Strafmaß entscheidet die Beurteilung, ob der Verantwortliche fahrlässig oder mit Vorsatz gehandelt hat. Bei fahrlässigem Handeln drohen sechs Monate Haft oder eine Geldstrafe von bis zu 180 Tagessätzen, bei Vorsatz eine deutlich höhere Geldstrafe oder sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr.

Sollte hingegen ein Versicherungsschutz bestehen und die Zulassung aus anderen Gründen erloschen sein (z.B. aufgrund nicht gezahlter Kfz-Steuern oder einer deutlich überzogenen Hauptuntersuchung), so liegt im Regelfall keine Straftat vor. Je nach Situation drohen jedoch ein Verwarngeld von bis zu 70 Euro sowie ein Punkt in Flensburg.

Legale Möglichkeiten im Überblick

Wer Kraftfahrzeuge mit fehlender oder erloschener Zulassung an einen anderen Ort bringen möchte, sollte auf eine unmittelbare Verkehrsteilnahme verzichten. Für eine sichere Überführung empfiehlt es sich, für das Fahrzeug ein Kurzzeitkennzeichen oder Überführungskennzeichen zu besorgen. Eine weitere Alternative besteht darin, das Fahrzeug zu verladen und mit einem Fahrzeuganhänger zu transportieren.