Steinschlag: welche Autoversicherung zahlt den Schaden?

Ob Reparatur oder Scheibentausch, in den meisten Fällen springt die Versicherung ein - Haftpflicht zahlt nur Glasschaden des Unfallgegners

Wer schon einmal einen Steinschlag beim Autofahren erlebt hat, weiß, mit welcher Wucht die kleinen Geschosse die Windschutzscheibe treffen. Meist sieht man unmittelbar danach schon den Schaden. Im schlimmsten Fall zieht sich ein Riss durch das Glas. Laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) macht Glasbruch beinahe drei Viertel aller gemeldeten Kaskoschäden bei Autos aus. Lockerer Straßen-Split, weggeschleuderte Steinchen aus LKW-Reifen, Hagel oder ein Wildunfall - vor allem auf der Autobahn, bei stark verschmutzen Fahrbahnen und im Winter handelt man sich schnell einen Steinschlag ein. Auch wenn man sich davor nicht schützen kann und einen selbst keine Schuld trifft: einen Steinschlag muss man zeitnah beheben lassen. Im schlimmsten Fall vergrößern sich durch die Vibrationen beim Fahren und Temperaturschwankungen die Risse und die Scheibe kann brechen.
 

Steinschlag: Kleine Schäden werden günstig repariert - Scheibentausch ist seltener notwendig


Ob ein Steinschlag repariert werden kann oder die Scheibe ausgewechselt werden muss, sollte in jedem Fall ein Profi beurteilen. Je nachdem, ob die Police eine Werkstattbindung bei Steinschlag vorsieht oder man die freie Wahl hat, sollte man seine Versicherung informieren, sich beraten lassen und einen Termin bei einem Fachbetrieb vereinbaren. Fürs Erste empfehlen Experten, den Schaden so schnell wie möglich abzukleben. Wenn man dazu kein spezielles Scheibenpflaster im Handschuhfach vorrätig hat, tut es zur Not auch ein Stück Tesafilm. Von Selbst-Reparatur-Sets wird abgeraten. Ein Glasschaden gehört eindeutig in die Hände eines erfahrenen Profis.
Mit modernen Verfahren können oberflächliche Steinschlag-Schäden innerhalb weniger Stunden behoben werden. Der Bereich, in dem repariert wird, darf jedoch nicht im Sichtbereich des Fahrers oder zu nahe am Rand der Scheibe liegen. Die kleinen, strahlenförmigen Krater im Verbundglas werden mit einem Spezialharz aufgefüllt, das erhitzt wird und nach dem Aushärten vollkommen unsichtbar ist. Diese Lösung ist schnell und günstig. Die Versicherung übernimmt die Kosten in der Regel ohne eine Zuzahlung des Autobesitzers.
Der komplette Austausch der Scheibe ist seltener notwendig. Hat der Steinschlag einen zu tiefen Krater hinterlassen, liegt der Schaden im Bereich der Scheibenwischer (Wisch-Bereich) oder haben sich bereits Risse gebildet, kommt man um eine neue Glasscheibe jedoch nicht herum. 
 

Teilkasko oder Vollkasko? Beide Autoversicherungen zahlen den Steinschlag

 
Ein Schaden an der Windschutzscheibe nach Steinschlag ist ein typischer Fall für die Teilkasko-Versicherung und wird auch über diese abgerechnet. Die Vollkasko-Versicherung schließt eine Teilkasko-Versicherung immer ein. Wer eine Teil- oder Vollkaskoversicherung hat, kann also davon ausgehen, dass der Schaden über die Autoversicherung reguliert wird. Kommt es zu einem Austausch, wird jedoch die im Tarif vereinbarte Selbstbeteiligung fällig, ohne das eine Hochstufung der Versicherungsprämie erfolgt. Die Selbstbeteiligung ist dabei der Anteil am Schaden, den man als Versicherter selbst tragen wollte. Je höher die Selbstbeteiligung ist, umso billiger ist die Autoversicherung. Meist liegt die Zuzahlung bei 150 Euro oder ist über Vertragswerkstätten noch günstiger. 
Wichtig zu wissen: Umfasst die Versicherung lediglich eine Kfz-Haftpflicht, bleibt man auf den Reparaturkosten bzw. den Kosten für den Scheibentausch sitzen. Ist der Glasschaden die Folge eines Unfalls, den man nicht verschuldet hat, muss die gegnerische Kfz-Haftpflichtversicherung die Kosten für die Instandsetzung übernehmen.