Ist die Privathaftpflicht steuerlich absetzbar?

Private Haftpflicht und Einkommenssteuererklärung

Ist die Privathaftpflicht steuerlich absetzbar?
Der Gesetzgeber sieht es gerne, wenn Sie vorsorgen – deshalb sind Versicherungsbeiträge auch als Sonderausgaben abziehbar, wenn sie eben zu den sogenannten Vorsorgeaufwendungen zählen. Was Ihre privaten Risiken absichert – also z. B. eine Privathaftpflicht – zählt zu den Sonderausgaben. Ebenso wie private Lebens-, Renten-, Kranken- oder Unfall-Versicherungen. Was Sie zum steuerlichen Abzug in Ihrer Steuererklärung zur Privathaftpflicht wissen müssen, erfahren Sie hier.

Ihre private Haftpflicht ist steuerlich absetzbar – prinzipiell. Das heißt: bei Ihrer Einkommensteuererklärung können Sie diese als Ihnen entstandene Kosten ansetzen.
 

Bedingungen, um die Haftpflicht von der Steuer abzusetzen

Einige Bedingungen müssen jedoch dafür erfüllt werden. Wichtig ist z. B., ob Sie als Angestellter oder als Beamter eine Privathaftpflicht abgeschlossen haben. Oder dass Sie sowohl Beitragszahler als auch Versicherungsnehmer sind. Ausnahme: Als Ehegatten werden Sie zusammen veranlagt. Wer von Ihnen die Beiträge zahlt, ist dann gleichgültig – und es reicht aus, wenn Sie oder Ihr Ehepartner der Versicherungsnehmer ist.
Achtung! Nicht abziehbar sind Ihre Prämien zur Privathaftpflicht deshalb im folgenden Fall:
  • Sie zahlen Beiträge für Ihre Tochter im Studium oder Ihren Sohn im Zivildienst für deren Privathaftpflichtversicherung. Denn hier sind Beitragszahler und Versicherungsnehmer eben nicht identisch.


Wie Privathaftpflicht in der Einkommenssteuererklärung eingeben und unter was?

Die Prämien für Ihre Privathaftpflicht setzen Sie in Ihrer Steuererklärung prinzipiell unter den Begriffen „Werbungskosten“ oder „Vorsorgeaufwendungen“ unter den „Sonderausgaben“ ab. Wenn Sie eine Software für Ihre Einkommensteuererklärung nutzen, finden Sie die Felder für diese Einträge leicht.
 

Privathaftpflicht steuerlich absetzbar – die Regeln

Abhängig von Ihrer Situation, gelten die folgenden Regeln für die Absetzung Ihrer Prämien für eine Privathaftpflichtversicherung in Ihrer Einkommensteuererklärung als Werbungskosten oder Sonderausgaben wie folgt:
  • Sie sind Angehöriger des öffentlichen Dienstes? Z. B. Lehrer oder Beamter? Dann haben Sie die Möglichkeit, eine Diensthaftpflichtversicherung abzuschließen. Schließen Sie dazu separat eine Privathaftpflichtversicherung ab, können Sie die Prämien in voller Höhe als Werbungskosten absetzen. 
  • Ihre Haftpflichtversicherung sichert beide Risiken – berufliche und private – ab: Dann müssen Sie den Versicherungsbetrag grundsätzlich aufteilen – und benötigen einen jährlichen Nachweis Ihrer Versicherung. Aufgeteilt wird in:
    o    Werbungskosten: Ihren Anteil für berufliche Risiken setzen Sie als Werbungskosten ab.
    o    Sonderausgaben: Ihren Anteil für private Risiken setzen Sie in Ihrer Steuererklärung als Sonderausgaben ab.
  • Ihre Diensthaftpflicht versichert Ihre privaten Risiken beitragsfrei mit. Sie können die Versicherungsprämie in voller Höhe als Werbungskosten geltend machen.
  • Ihre Privathaftpflicht sichert Ihre beruflichen Risiken beitragsfrei mit. Sie setzen Ihre Beiträge komplett als Sonderausgaben ab.
Extra-Tipp: Von Ihrer Versicherung erhaltene Leistungen müssen Sie nicht versteuern – selbst wenn Sie Teile Ihrer Beiträge als Werbungskosten abgezogen haben.