Diese Vor- und Nachteile hat die Beleihung der Lebensversicherung

Unkomplizierte Alternative bei kurzfristigem Geldbedarf - die Leistungen der Police bleiben bestehen

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Diese Vor- und Nachteile hat die Beleihung der Lebensversicherung
Die Ausgaben häufen sich oder man will sich endlich das lang ersehnte eigene Haus kaufen? Bei der Kalkulation denken viele erst einmal an den Klassiker, den Bankkredit, um die Liquidität zu erhöhen. Oder man sucht nach Einsparpotenzialen und überschlägt, wie hoch die Verluste sind, wenn man vielleicht die Lebensversicherung kündigt oder verkauft. Dabei ist dieser radikale Schritt nicht notwendig, gerade wenn die Police schon eine Weile läuft: Man kann eine Kapitallebensversicherung nämlich auch beleihen. Das hat Vor- und Nachteile, die wir im Folgenden erläutern.
Die eigene Lebensversicherung lässt sich entweder direkt bei der Versicherung oder über spezialisierte Anbieter und Banken beleihen. Die Police mit dem bereits eingezahlten Kapital dient als Sicherheit für das Darlehen. Das Darlehen läuft parallel zur Lebensversicherung weiter. Wenn man seinen Vertrag nicht beitragsfrei stellt, zahlt man weiter in die Police ein und erhält eine Todesfallleistung oder auch bei Zusatzversicherungen die vollen Leistungen.

Lebensversicherung beleihen: Vorteile im Überblick

  • Vor allem dann, wenn man kurzfristig und dringend Geld braucht, ist es eine unproblematische Lösung, die Lebensversicherung zu beleihen. Dazu wählt man ein Darlehen, bei dem man seine Lebensversicherung als Sicherheit angibt.
  • Die Darlehensgeber verlangen bei dieser Variante meist keine Schufa-Auskunft. Durch die Absicherung wird das Darlehen auch an Kreditnehmer vergeben, die eine schlechte Bonität haben. Auch ein Eintrag bei der Schufa erfolgt in der Regel nicht. Seit März 2016 ist es durch eine Richtlinie der EU allerdings erforderlich, dass jeder Darlehensgeber die Bonität seines Kunden überprüft, was meist in Eigenregie erfolgt.
  • Da der Kredit höchstens so hoch ist, wie der Wert der Lebensversicherung, ist diese Form des Darlehens eine recht sichere Sache. Bei einer kapitalgebundenen Lebensversicherung geben die Anbieter in der Regel ein Darlehen von bis zu 100 Prozent des Rückkaufswerts. Bei fondsgebundenen Lebensversicherungen beträgt die Summe nur bis zu 60 Prozent des Rückkaufswerts, weil der Wert dieser Police schwankt. Die Mindestdarlehenssumme kann schon bei 1.000 Euro liegen.

Lebensversicherung beleihen: Nachteile berücksichtigen

Das endfällige Darlehen ist der große Haken an der Beleihung der Lebensversicherung. Es bedeutet nämlich, dass während der Laufzeit nur Zinszahlungen fällig werden. Das geliehene Geld muss erst am Ende zurückgezahlt werden, dann aber auf einen Schlag. Während der gesamten Laufzeit werden Zinsen für die volle Darlehenssumme fällig. Bei einem normalen Ratenkredit dagegen zahlt man seine monatliche Zinsen plus Tilgungsrate, um die sich der Kredit verringert. Dadurch sinken  nach und nach auch die Zinsen, die man monatlich entrichten muss. Der angegebene Zins eines endfälligen Darlehens ist damit meist teurer als herkömmliche Ratenkredite.
Um diesen Nachteil zu umgehen, kann man die von vielen Anbietern angebotene kostenlose Sondertilgung in Anspruch nehmen. So macht man aus dem endfälligen Darlehen selbst einen Ratenkredit und überweist die extra monatlichen Raten so, dass das Darlehen am Ende der Laufzeit getilgt ist. 
Tipp: Die Beleihung der Lebensversicherung sollte man nur in Erwägung ziehen, wenn man die Tilgung – ob über monatliche Zusatzraten oder die als eine Summe am Ende – auch finanzieren kann. Ist das nicht der Fall, sollte man besser den Verkauf der Lebensversicherungspolice in Betracht ziehen.