Fahren ohne TÜV

Was passiert mit dem Versicherungsschutz?

( Wörter)

Fahren ohne TÜV
Alle zwei Jahre müssen Auto, Motorrad und Co. zur Hauptuntersuchung (kurz HU). Dann wird geprüft, ob das Fahrzeug noch verkehrssicher und umwelttauglich ist. Wann die nächste HU für Ihr Fahrzeug fällig ist, sehen Sie auf der TÜV-Plakette am hinteren Nummernschild. Der kreisrunde Aufkleber sieht aus wie das Ziffernblatt einer Uhr. Dort wo die 12 bei der Uhr wäre, steht der Monat für Ihre nächste HU. Das Jahr steht in der Mitte der Plakette. Noch ein Merkmal ist die Farbe, denn jedes Jahr haben die Plaketten eine andere. Wer in diesem Jahr, also 2018, zum TÜV muss, hat eine grüne Plakette. Und was passiert, wenn Sie den Termin verschwitzen oder nicht rechtzeitig einen Termin für die HU bekommen?
 

Fahren ohne TÜV: Das sind die Folgen

Erst einmal passiert nichts, wenn Sie mit abgelaufener TÜV-Plakette fahren. Probleme gibt es, wenn Sie von der Polizei kontrolliert werden. Jetzt kommt es darauf an, wie lange Sie überzogen haben. Bei bis zu zwei Monaten gibt es nur einen Hinweis von der Polizei. Bei zwei bis vier Monaten werden 15 Euro Bußgeld und die sogenannte vertiefte HU fällig.
Dabei wird Ihr Fahrzeug noch genauer unter die Lupe genommen und das wird dann noch etwas teurer als die pünktliche HU (die liegt bei rund 180 bis 200 Euro).
 
Je länger Sie warten, desto höher wird das Bußgeld. Bei mehr als vier Monaten ohne TÜV sind es 25 Euro und bei mehr als acht Monaten sind es schon 60 Euro und es gibt einen Punkt in Flensburg.
 
Stellt sich bei der HU heraus, dass Ihr Fahrzeug Mängel hat, haben Sie einen Monat Zeit, um alles zu reparieren. Sie müssen dann zur Nachkontrolle. Wer diesen Termin verpasst, zahlt drauf. Denn dann wird eine neue HU fällig und die kostet mehr als die kurze Nachkontrolle.
 
Bei sehr kleinen Mängeln, wie zum Beispiel einer kaputten Glühlampe, bekommen Sie in der Regel trotzdem eine neue TÜV-Plakette. Sie müssen die Mängel aber so schnell wie möglich beheben, das wird auch im HU-Bericht vermerkt. Zur Nachuntersuchung müssen Sie bei kleinen Mängeln nicht mehr.
 

Kfz-Versicherung ohne TÜV-Plakette

Auch ohne gültigen TÜV ist Ihr Auto oder Motorrad versichert. Werden Sie in einen Unfall verwickelt, bezahlt Ihr Versicherer den Schaden bei Dritten. Sie können aber in Regress genommen werden. Das heißt, dass Sie im Nachhinein eine saftige Rechnung bekommen können, wenn sich herausstellt, dass der Unfall vermeidbar gewesen wäre.
 
Der Versicherer beauftragt in den meisten dieser Fälle einen Gutachter. Der soll herausfinden, ob der Unfall durch Mängel begünstigt wurde oder erst dadurch passieren konnte. Die Sicherheitsmängel sollen ja bei der HU entdeckt werden. Wenn Sie die allerdings nicht rechtzeitig durchführen lassen und dadurch mit unentdeckten Mängeln fahren, handeln Sie fahrlässig.
 
In der Regel müssen Sie dann mindestens einen Teil des Unfallschadens, wenn nicht sogar den gesamten Schaden, aus eigener Tasche zahlen. Das ist nur fair allen anderen gegenüber, die sich rechtzeitig um die HU kümmern.
 

Fahren mit Mängeln trotz gültigem TÜV

Auch wenn Ihr TÜV noch gültig ist, müssen Sie sicherstellen, dass Ihr Fahrzeug verkehrstauglich ist. Ist das Reifenprofil zum Beispiel abgefahren und Sie haben dadurch einen Unfall, kann das Ihren Versicherungsschutz gefährden. Das Gleiche gilt, wenn Sie wissen, dass Sie einen Mangel am Fahrzeug haben. Hinweise auf Schäden oder Mängel geben Ihnen zum Beispiel die Lampen am Armaturenbrett. 
 
In welchen Fällen Ihr Versicherungsschutz gefährdet ist oder grundsätzlich nicht greift, steht in Ihrer Versicherungspolice. Die Leistungen und auch die Deckungssummen sind bei vielen Versicherern unterschiedlich. Welche Leistungen Verti abdeckt, finden Sie mithilfe des Tarifrechners heraus. 
 
Tipp: Machen Sie sich sechs bis acht Wochen vor der nächsten HU einen Kalendereintrag in Ihrem Smartphone. Wenn die Erinnerung aufpoppt, haben Sie noch genug Zeit, um einen Termin zu machen. Auch wenn es umgangssprachlich TÜV heißt, vergibt nicht nur der TÜV die Plaketten für Fahrzeuge. Auch die DEKRA oder KÜS sind staatlich anerkannte Prüforganisationen. Viele Werkstätten bieten regelmäßige HU-Termine. Ein Prüfer kommt dann in die Werkstatt. Der Vorteil ist, dass Mängel schon im Vorfeld behoben werden können und Sie sich eine eventuelle Nachuntersuchung ersparen.