Fahren ohne TÜV – mit diesen Risiken müssen Sie rechnen

Welche Konsequenzen drohen beim Fahren mit überzogener Hauptuntersuchung und was passiert mit dem Versicherungsschutz?

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Fahren ohne TÜV

Aus verschiedenen Gründen überziehen manche Fahrzeughalter die Hauptuntersuchung. Einige haben die Überprüfung bei Dekra oder TÜV schlichtweg vergessen, andere überziehen ganz bewusst. Doch so oder so ist das Fahren ohne TÜV keine gute Wahl.


Was sind die Risiken und Konsequenzen beim Fahren ohne TÜV?


Das Gesetz fordert die Einhaltung der HU-Termine, d.h. die HU darf grundsätzlich nicht überzogen werden. Bei Überschreitung drohen bei nicht sicherheitsprüfungspflichtigen Fahrzeugen (z.B. PKW, Motorrädern oder leichten Anhängern) unangenehme Konsequenzen wie Verwarngeld, Bußgeld oder sogar ein Punkt in Flensburg. Das genaue Ausmaß hängt davon ab, wie viele Monate die Hauptuntersuchung bereits aussteht. Hier ein Überblick dazu:

1 - 2 Monate: Solange ein Zeitraum von maximal zwei Monaten noch nicht erreicht ist, können die Gesetzeshüter lediglich auf die notwendige TÜV-Untersuchung hinweisen.

3 – 4 Monate: Ist die HU-Plakette seit mehr als zwei Monaten abgelaufen, ein Verwarngeld von 15 Euro festgesetzt werden. Gleichzeitig wird die "vertiefte HU" fällig. Dies ist ein Fahrzeugcheck mit erweitertem Umfang, für welchen der TÜV einen Aufschlag von 20 Prozent berechnet. Vorteil für den Fahrzeughalter: Der nächste HU-Termin wird auf Basis des aktuellen Monats festgesetzt.

Mehr als 4 Monate: Sollten Sie den TÜV seit mehr als vier Monaten überzogen haben und in eine Verkehrskontrolle geraten, wird ein Bußgeld von 25 Euro fällig. Bei mehr als acht Monaten beträgt das Bußgeld 60 Euro, dazu gibt es einen Punkt in Flensburg.


Welchen Konsequenzen drohen ohne TÜV-Plakette bei der Kfz-Versicherung?


Beim Fahren ohne gültige TÜV-Plakette ist Ihr Auto oder Motorrad zwar versichert, bei einem Unfall können Sie allerdings in Regress genommen werden. Das heißt, dass die Kosten der Schadensregulierung oder ein Teil dieser Kosten womöglich auf Sie zurückfallen.

Der Versicherer beauftragt in den meisten dieser Fälle einen Gutachter. Dieser soll ermitteln, ob technische Mängel am Fahrzeug bestanden und diese zum Unfall beigetragen haben. Sinn und Zweck der HU ist es, derartige Sicherheitsmängel zu erkennen und eine Behebung zur gewährleisten. Wenn Sie die HU allerdings nicht rechtzeitig durchführen lassen und deshalb mit unentdeckten Mängeln fahren, handeln Sie je nach Sachverhalt ggf. fahrlässig.

 
 

Fahren mit Mängeln trotz gültigem TÜV


Auch bei gültiger HU-Plakette müssen Sie sicherstellen, dass Ihr Fahrzeug verkehrstauglich ist. Ist z.B. das Reifenprofil nicht mehr ausreichend und Sie haben deshalb einen Unfall, kann das Ihren Versicherungsschutz gefährden. Das Gleiche gilt für andere Mängel, über die Sie Bescheid wissen. Hinweise auf Schäden oder Mängel geben Ihnen zum Beispiel die Lampen am Armaturenbrett.

In welchen Fällen Ihr Versicherungsschutz gefährdet ist oder grundsätzlich nicht greift, steht in Ihrer Versicherungspolice. Die Leistungen und auch die Deckungssummen sind bei vielen Versicherern unterschiedlich. Welche Leistungen Verti abdeckt, finden Sie mithilfe unseres Tarifrechners heraus.

Tipp: Machen Sie sich sechs bis acht Wochen vor der nächsten HU einen Kalendereintrag in Ihrem Smartphone. Wenn die Erinnerung aufpoppt, haben Sie noch genug Zeit, um einen Termin zu machen. Auch wenn es umgangssprachlich TÜV heißt, vergibt nicht nur der TÜV die Plaketten für Fahrzeuge. Auch die DEKRA oder KÜS sind staatlich anerkannte Prüforganisationen. Viele Werkstätten bieten regelmäßige HU-Termine. Ein Prüfer kommt dann in die Werkstatt. Der Vorteil ist, dass Mängel schon im Vorfeld behoben werden können und Sie sich eine eventuelle Nachuntersuchung ersparen.


Wann steht die nächste HU an?


Privat genutzte Autos und Motorräder müssen alle zwei Jahre zur Hauptuntersuchung. Eine Ausnahme bilden Neufahrzeuge, deren HU erstmalig nach dem dritten Jahr ansteht. Wann die nächste HU für Ihr Fahrzeug fällig ist, sehen Sie auf der TÜV-Plakette am hinteren Nummernschild.

Der kreisrunde Aufkleber sieht aus wie das Zifferblatt einer Uhr. Dort, wo bei der Uhr die 12 stünde, steht der Monat für Ihre nächste HU. Das Jahr steht in der Mitte der Plakette. Noch ein Merkmal ist die Farbe, denn jedes Jahr haben die Plaketten eine andere Farbgebung.

Stellt sich bei der HU heraus, dass Ihr Fahrzeug Mängel hat, bleibt Ihnen einen Monat zur Mängelbeseitigung. Sie müssen dann zur Nachkontrolle. Wer diesen Termin nicht einhält, kann erneut mit einem Verwarngeld geahndet werden. Zugleich wird eine neue HU fällig, die wesentlich mehr als die kurze Nachkontrolle kostet.

*Information zum Rechenbeispiel 8,67€/Monat: *Rechenbeispiel für: Smart Fortwo 1.0 Coupe (HSN: 1313, TSN: AHM), eigenfinanziert, Erstzulassung 2016, Kaufjahr: 2018, Zulassung in PLZ: 26871, Fahrleistung: 5.000 km/Jahr, Nutzung: ausschließlich privat, Halter: VN, Fahrer: VN (Alter 54 Jahre/Führerschein seit 1984) und weiterer Fahrer (52 Jahre/ Führerschein seit 1986/ angestellt), Angestellter, kein Wohneigentum, Abstellplatz: Straße, verheiratet, SF-Klasse KH/ VK: SF 36 / SF 36 Selbstbeteiligung VK/ TK: 500/ 150 €, keine Vorschäden, Zahlweise: jährlich Bankeinzug, Werkstattbindung, Versicherungsbeginn: 01.01.2020, Tarif inkl. Vollkasko, Produktlinie Klassik. Die Ausweisung der 8,67 €/ Monat bezieht sich auf die errechnete Jahresprämie von 104,- € welche auf 12 Monate runtergebrochen wurde. Stand: 27.02.2020

Es gelten die Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AKB) der Verti Versicherung AG, Rheinstraße 7A, 14513 Teltow.

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