E-Auto laden: Wie es geht und was es kostet

7 Min Ob zuhause oder unterwegs: Wie Sie Ihr E-Auto laden können und was es dabei zu beachten gilt, haben wir für Sie zusammengefasst

01.08.2022
Michelle Enners
7 Min

Das Benzin wird teurer, die Diskussion um Fahrverbote von Verbrennern werden lauter und das EU-Parlament strebt den „Verbrenner-Ausstieg“ ab 2035 an. Die Zukunft der Automobilbranche ist elektrisch. Immerhin: Nicht nur die Entwicklung der Elektroautos hat in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht, auch die Förderungen durch den Bund ließen die Verkaufszahlen der Stromer steigen. Nichtsdestotrotz sorgen sich viele potenzielle Elektroautokäufer um die Alltagstauglichkeit der E-Autos – allen voran um die Themen Reichweite , Ladezeit und Ladeinfrastruktur. Wie genau man E-Autos laden kann und welche Möglichkeiten es für zuhause und unterwegs gibt, haben wir für Sie zusammengefasst.

E-Auto laden: Welche Lademöglichkeiten gibt es?

Was die Stromquelle angeht, kann man ein E-Auto entweder zu Hause an einer sogenannten Wallbox , an Ladesäulen an Raststätten sowie an Ladestationen auf öffentlichen Parkplätzen laden. Die diversen Ladestationen variieren je nach Betriebssystem, Anschluss, Bedien- und Abrechnungssoftware. Dementsprechend kann es passieren, dass der Stromer mit bestimmten Ladesystemen nicht kompatibel ist, beziehungsweise, dass man sich an einer Ladestation als Gast anmelden muss, sofern man noch kein Kunde des jeweiligen Betreibers ist.

Ladestationen für E-Autos werden in der Regel mithilfe einer Ladekarte oder einer Smartphone-App bedient. Nach der Anmeldung wird das Fahrzeug mit einem Ladekabel mit der Säule verbunden.

Hier ist entscheidend, dass die Stecker sowohl mit der Ladesäule als auch mit dem E-Auto kompatibel sind. Sollte dies nicht der Fall sein, kann man mit Adaptern arbeiten. Nach dem Laden wird das Auto von der Ladestation getrennt und das Geld für den erhaltenen Strom über das Kundenkonto abgebucht.

Optimierter Ablauf:

Damit der Lade- und Bezahlvorgang nicht unnötig kompliziert gemacht wird, hat die Bundesnetzagentur mit einer neuen Version der Ladesäulenverordnung ein einheitliches Bezahlsystem beim spontanen Laden von E-Autos beschlossen. Ab Juli 2023 sollen alle neuen Ladesäulen kontaktloses Zahlen per Mastercard, VISA oder Girocard anbieten. Welche Bezahlmöglichkeiten es bisher gibt, erfahren Sie weiter unten im Text.

Hier ist entscheidend, dass die Stecker sowohl mit der Ladesäule als auch mit dem E-Auto kompatibel sind. Sollte dies nicht der Fall sein, kann man mit Adaptern arbeiten. Nach dem Laden wird das Auto von der Ladestation getrennt und das Geld für den erhaltenen Strom über das Kundenkonto abgebucht.

Neues Auto gekauft?

Was die Stecker selbst angeht, haben sich in Europa die Typ 2-Stecker etabliert. Zum Schnellladen eignen sich die sogenannten Combined Charging System CCS und die CHAdeMO-Stecker. Zudem gibt es noch die Supercharger von Tesla, die aber ausschließlich von Autos dieser Marke genutzt werden können.

Infograkik: E-Auto Steckertypen
Die gängigsten Steckertypen von E-Autos auf einen Blick.

Ladepunkte in Deutschland:

Die Ladeinfrastruktur entwickelt sich in Deutschland stets weiter. Anfang 2020 wurden bundesweit über 17.800 Ladestationen für Elektroautos gezählt – am 1. Mai 2022 waren laut Bundesnetzagentur bereits über 51.000 Normalladepunkte und über 9.000 Schnelladepunkte in Betrieb. Bald dürfte das Reichweitenproblem also gelöst sein, zumindest, was die flächendeckende Abdeckung von Ladepunkten betrifft.

Thema Ladezeit: Wie lange brauchen Elektroautos zum Laden?

Immer wieder wird bemängelt, Elektroautos hätten viel zu lange Ladezeiten, die mit den Bedürfnissen der Autofahrer kaum vereinbar wären. Das stimmt – bedingt. Denn die Ladezeit beziehungsweise die Ladegeschwindigkeit hängt von mehreren Faktoren ab, die sich positiv oder negativ auswirken können:

  • von der Leistung der jeweiligen Ladestation: Je leistungsstärker die Energiequelle, desto schneller das Laden. Es macht einen großen Unterschied, ob das Fahrzeug an einer herkömmlichen Steckdose oder an einer speziellen Wallbox geladen wird. Dabei muss beachtet werden, dass nicht alle Modelle dazu geeignet sind, dauerhaft mit Haushaltsstrom geladen zu werden.
  • von der im Auto verbaute Ladetechnologie: Je nachdem, welche Stecker sich mit dem Auto verbinden lassen, ist die Energieübertragung in unterschiedlichem Maße möglich.
  • von der Akkukapazität des Elektrofahrzeugs: Eine stärkere Batterie braucht länger, bis sie vollgeladen ist.
  • vom jeweiligen Ladestand: In der Regel wird das Fahrzeug noch eine Restladung haben. Je nachdem, ob es zum Beispiel 10 Prozent oder 30 Prozent sind, dauert das Laden kürzer oder länger. Hinzu kommt, dass das Aufladen einer E-Auto-Batterie bis 80 Prozent Ladestand schneller geht und für die letzten 20 Prozent mehr Zeit gebraucht wird. Sogar Außentemperatur und Kabellänge können die Ladezeit beeinflussen.

Für Rechenfans:

Sie können die Ladedauer Ihres Stromers mit der folgenden Formel auch selbst berechnen (bis zum Ladestand von 80 Prozent):
((80 Prozent – aktueller Ladestand in Prozent) x Kapazität des Akkus) / Ladeleistung des Ladeanschlusses + 10 Prozent Ladeverlust = Ladedauer

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Kann man ein E-Auto an einer normalen Steckdose aufladen?

Die Kurzantwort ist: Ja, im Grunde könnte man sein E-Auto zuhause an der Steckdose laden. Doch ratsam ist dieser Vorgang nicht. Um ein Elektroauto zu laden, müssen große Mengen an Strom fließen – für eine derartige Belastung ist die Haushaltssteckdose nicht ausgerichtet. Im schlimmsten Fall kommt es zur Überhitzung oder sogar zum Wohnungsbrand.

Der Grund dafür: Der maximale Bemessungsstrom liegt bei einer normalen Steckdose bei 16 Ampere und 2,3 Kilowatt, was für Waschmaschine, TV und Staubsauger mehr als ausreichend ist. Um einen Stromer aufzuladen, benötigt die Stromquelle jedoch wesentlich mehr Power – und das über einen längeren Zeitraum. Die Steckdose wird stark gefordert und kann sich erhitzen.

Nummer sicher:

Wenn Sie doch einmal in die Situation kommen, Ihr E-Fahrzeug an einer Schuko-Steckdose aufladen zu müssen, wählen Sie eine möglichst moderne und festinstallierte Steckdose mit Sicherung aus. Nutzen Sie einen passenden Adapter für Ihr Fahrzeug und drosseln Sie im Bordcomputer Ihres E-Autos den Ladestrom.

Wie lange lädt ein E-Auto an der Haushaltssteckdose?

Aufgrund der geringeren Stromleistung ist der Ladevorgang eines E-Autos an einer Schuko-Steckdose wesentlich länger als es bei einer Wallbox oder Ladestation der Fall wäre. Vergleicht man die circa zwei Stunden Ladezeit einer starken Wallbox mit der Ladezeit von rund 17 Stunden an einer Steckdose, ist der Unterschied sehr eindeutig. Der Gang zu einer passenden Ladesäule oder Wallbox rentiert sich schon zeitlich – und schützt vor negativen Folgen, wie beispielsweise einem Wohnungsbrand aufgrund von Überhitzung der Steckdose.

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Wie viel kostet eine Kilowattstunde Strom an der Ladesäule?

In der Regel kostet eine Kilowattstunde je nach Ladesäulenbetreiber zwischen 38 und 79 Cent, wie eine Auflistung des ADAC zeigt. Es bleibt jedoch nicht nur bei den Kosten für die Kilowattstunden: Auch Kosten für eine Ladekarte oder Grund- beziehungsweise Transaktionsgebühren können an öffentlichen Ladesäulen anfallen. Zusätzlich berechnen viele Anbieter nach einer Ladezeit von beispielsweise drei Stunden einen Aufschlag von einigen Cent pro weiterer Lademinute. Wer günstig fahren will, sollte demnach Anbieter und Erreichbarkeit der Ladesäulen vergleichen.

Spartipp:

Bevor Sie sich für den Kauf eines Elektroautos entscheiden, lohnt es sich, neben den Anschaffungskosten auch die Unterhaltungskosten für den Stromer vorher grob zu berechnen. Welche Posten es dabei zu beachten gilt, erfahren Sie in unserem Artikel “Was kostet ein E-Auto“.

Je nach Anbieter und Tarifmodell unterscheiden sich die Preise für eine Kilowattstunde Strom an der Ladesäule sehr, auch steigende Energiepreise wirken sich auf die Entwicklung der Ladekosten aus. In der Regel bieten Stromversorger beziehungsweise Stadtwerke oder überregional agierende Anbieter das Aufladen an Ladesäulen an. Es lohnt sich zu prüfen, ob der eigene Stromanbieter Elektromobilität in Form von speziellen Autostromtarifen und Zuschüssen fördert – auch an dieser Stelle kann man sparen.

Wie lade ich mein Auto an einer Ladestation auf?

Möchte man das E-Auto unterwegs laden, sollte man einen rechtzeitigen Halt einplanen – ist man nämlich mit dem letzten Rest Akkuladung unterwegs und trifft dann auf eine defekte oder besetzte Ladesäule, kann das die Weiterfahrt ordentlich verzögern. Deshalb lohnt sich ein Blick auf die Ladesäulenkarte im Internet. Viele E-Autos haben bereits im Navigationssystem eine solche Übersicht inkludiert – hier kann dann sogar zwischen gewünschten Anbietern und Reichweiten ausgewählt werden, die man anfahren möchte.

Hat man eine freie und für das E-Auto passende Ladesäule erreicht, kann es losgehen:

  1. Ladeart und Ladekabel wählen: Möchte man unterwegs schnell aufladen, wählt man den DC-Schnellladestecker. Bei diesem Stecker müssen für den Ladevorgang am Auto beide Schutzkappen abgenommen werden.
  2. Laden starten: Die Ladesäule verbindet sich nun mit dem Fahrzeug.
  3. Authentifizieren: Ist man viel unterwegs, lohnt sich eine Ladekarte fürs E-Auto. Mit ihr ist sowohl die Authentifizierung als auch der Lade- und der Bezahlvorgang an der Säule schnell erledigt. Alternativ kann man sich per App anmelden.
  4. Ladevorgang stoppen: Möchte man das E-Auto nicht vollständig aufladen, kann man den Ladevorgang unterbrechen. Hierfür muss man lediglich die Stopp-Taste betätigen und sich anschließend nochmals authentifizieren.
  5. Ladekabel vom Fahrzeug trennen: Nachdem der Ladevorgang beendet ist, werden Ladesäule und E-Auto voneinander getrennt und die Fahrt kann weitergehen.

Natürlich unterscheiden sich die verschiedenen Ladestationen in ihrer Optik. In der Regel sind die einzelnen Schritte für einen erfolgreichen Ladevorgang jedoch gut lesbar auf dem Bildschirm oder an der Säule selbst zu sehen.

Falls der Akku doch mal streikt:

Sie haben sich mit den Ladeoptionen verschätzt und stehen nun mit einem leeren Antriebsakku am Straßenrand? In diesem Fall können Sie auf den Schutzbrief für Elektroautos von Verti vertrauen: Der Abschleppservice bei versehentlich entladenem Antriebsakku ist in dieser Zusatzversicherung nämlich inkludiert.

E-Auto unterwegs laden und bezahlen: So funktioniert‘s

Ist das E-Auto schließlich geladen, geht es natürlich auch hier ans Bezahlen. Ein Weg für eine unkomplizierte Abwicklung ist die Ladekarte fürs E-Auto. Diese wird über das Lesegerät an der Säule erfasst und übermittelt den Code des Elektromobilanbieters an die Ladestation – von diesem kommt anschließend die Rechnung.

Ebenfalls sehr beliebt ist das Laden und Zahlen mithilfe einer Lade-App – hierfür ist natürlich ein Smartphone mit mobilem Internetzugang notwendig. Je nach App stehen verschiedene Zahlungsmethoden zur Auswahl, außerdem werden Ladevorgänge und -Kosten übersichtlich festgehalten. Nach Installation und Einrichtung der App erfolgt der restliche Ablauf nach Scannen des QR-Codes an der Ladesäule wie sonst auch. Ist der Ladevorgang abgeschlossen, werden die Kosten über die hinterlegte Bezahlweise abgebucht.

Auch das Bezahlen per EC- oder Kreditkarte ist immer öfter möglich. Vereinzelt wird selbst Barzahlung angeboten, die Funktionsweise gleicht dann der eines Parkautomaten. Weitere Zahloptionen sollen folgen.

Shop & Charge:

Vielleicht ist Ihnen dieser praktische Service schon aufgefallen – einige Supermärkte, Möbelhäuser und Baumärkte bieten kostenloses Aufladen an. Steht also die große Suche nach der neuen Küche an, kann die Zeit während der Führung durchs Möbelhaus gleich zum Laden des E-Autos genutzt werden.

Das Aufladen der Akkus und auch die Ladezeit der E-Autos wird von Jahr zu Jahr einfacher und kürzer. Trotzdem sollten Ladepunkte und die verschiedenen Optionen und Kosten vor jeder längeren Reise geprüft und Ladepausen eingeplant werden. Am meisten rentiert sich eine Ladestation fürs Elektroauto zuhause, zumindest in Form einer Wallbox. Das Aufladen an der haushaltsüblichen Schuko-Steckdose sollte nur im Notfall und für kurze Zeit erfolgen, um gefährliche Überhitzung und Brände zu vermeiden.

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