Winterreifen – darauf ist beim Kauf zu achten

Nur die passenden Winterreifen bieten bei Schnee und Matsch einen optimalen Schutz. Beim Kauf gibt es entsprechend einiges zu beachten.

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Winterreifen – darauf ist beim Kauf zu achten

Spätestens wenn die Mindestprofiltiefe erreicht ist, steht der Kauf neuer Winterreifen an. Doch worauf ist bei der Reifenwahl zu achten? Nachfolgend finden Sie die Antworten auf die häufigsten Fragen rund um den Erwerb neuer Winterpneus.


Was hat es mit den verschiedenen Rädergrößen auf sich?


Eines der wichtigsten Auswahlkriterien beim Reifenkauf ist die Reifengröße. Diese geht aus der Reifengrößenbezeichnung hervor. Im Kern gibt diese vier Werte an:

  • Reifenbreite
  • Reifenhöhe (auch Profilquerschnitt genannt)
  • Felgendurchmesser
  • Zulässige Höchstgeschwindigkeit

Beispiel: 165/65 R14 T

Dieser Reifen hat eine Breite von 165 Millimetern, das Verhältnis von Flankenhöhe zur Reifenbreite beträgt 65 Prozent und der Felgendurchmesser beläuft sich auf 14 Zoll. Das T begrenzt die Höchstgeschwindigkeit auf 190 km/h.

Passen Reifen und Felge nicht zusammen, ist eine Montage im Regelfall gar nicht erst möglich. Doch selbst, wenn beide theoretisch zueinander passen, darf die Montage des Winterreifens nicht in jedem Fall erfolgen. Welche Rädergrößen zulässig sind, ist in der Zulassungsbescheinigung Teil I (ehemals Fahrzeugschein) nachzulesen.


Wie alt dürfen Winterreifen sein?


Nicht nur die Unterschreitung der Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern kann den Erwerb neuer Winterreifen erforderlich machen. Das Ersetzen bestehender Reifen empfiehlt sich außerdem, wenn diese ein Alter von mehr als 4 Jahren erreicht haben. In anderen Worten: Spätestens nach der 4. Wintersaison sollten Sie Ihrem Wagen neue Reifen spendieren.

Ab diesem Alter lässt die Beständigkeit des Reifenmaterials nach. Der Reifen wird empfindlicher gegenüber äußeren Einwirkungen und könnte bereits bei mittleren Geschwindigkeiten platzen. Diese Empfehlung bezieht sich übrigens auf Reifen, die ordnungsgemäß (kühl und ausreichend vor Sonnenlicht geschützt) eingelagert wurden. Bei unsachgemäßer Lagerung kann das Ende der Nutzungsdauer früher erreicht sein.

Angesichts dieses Risikos gilt es vor allem beim Kauf gebrauchter Winterreifen vorsichtig zu sein. Es genügt nicht, ausschließlich auf die Profiltiefe zu achten. Ergänzend ist das Produktionsdatum zu prüfen. Dieses geht aus der vierstelligen DOT Nummer hervor.

Beispiel: "DOT 4919"

In diesem Fall wurde der Reifen in der 49. Kalenderwoche im Jahr 2019 hergestellt.


Kann man Winterreifen auch im Sommer fahren?


Bei winterlichen Fahrbahn- und Wetterbedingungen besteht die Verpflichtung mit angepasster Bereifung, d.h. mit Winterreifen, unterwegs zu sein. Für sommerliche Bedingungen existiert solch eine Regelung nicht. Somit ist das Fahren mit Winterreifen im Sommer prinzipiell erlaubt.

Allerdings weisen Winterreifen im Sommer keine idealen Eigenschaften auf. Aufgrund der weichen Reifenmischung droht eine schnellere Abnutzung und Bremswege können sich sogar verlängern. Bei Verwicklung in einen Unfall könnte dies zur Feststellung einer Mitschuld führen. Daher ist das "Runterfahren" von Winterreifen mit Vorsicht zu genießen. Bei hohen Außentemperaturen ist es zweifelsfrei besser, mit Sommerbereifung unterwegs zu sein.


Was bedeuten die Reifenangaben?


Abgesehen von der bereits erläuterten Reifengrößenbezeichnung sind auf einem Autoreifen noch weitere Angaben zu finden. Dazu zählen das Alpine-Symbol (Schneeflocken-Symbol) und die M+S Kennzeichnung.

Irrtümlicherweise nehmen zahlreiche Kraftfahrer an, die M+S Kennzeichnung würde Winterreifen kennzeichnen. Seit 2018 deklariert aber erst das Alpine-Symbol die Eignung eines Reifenfabrikats bei winterlichen Straßenbedingungen. Vor 2018 produzierte M+S Reifen dürfen übergangsweise noch bis Ende September 2024 genutzt werden. Danach gelten nur noch Reifen mit der Schneeflocke als wintertauglich.

Eine weitere Angabe kann der Hinweis auf eine Laufrichtung des Reifens sein. Sie ist nur auf Reifen zu finden, die über eine Laufrichtung verfügen. Zu erkennen ist die Angabe an einem geschwungenen Pfeil, der sich meist in Nähe der Reifengrößenbezeichnung oder der DOT Nummer befindet.

Der abgebildete Pfeil muss sich in Laufrichtung befinden, d.h. beim Vorwärtsfahren mit dem Reifen rotieren, jedoch auf keinen Fall gegenläufig. Sofern die Reifen korrekt auf die Felgen aufgezogen wurden, gibt es zwei linke sowie zwei rechte Winterräder. Nur bei Montage mit der Laufrichtung kann das Reifenprofil seine volle Wirkung erzielen.

Schauen Sie beim Winterreifen-Kauf genau hin, um die passenden Pneus für Ihr Auto zu finden. Denn nur mit den richtigen und korrekt montierten Reifen sind Sie bei Schnee und Matsch sicher unterwegs. Sollte trotzdem etwas passieren, ist die Verti-Autoversicherung für Sie da.