Sicherheit im Straßenverkehr

Vorschriften und Empfehlungen, damit Sie immer sicher ans Ziel kommen

( Wörter)

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Mit dem eigenen Auto unterwegs zu sein, ist für viele einfach eine bequeme Sache, für andere etwas, auf das sie sich schon Jahre gefreut haben, und für einige nur Mittel zum Zweck. Doch warum auch immer Sie sich hinters Steuer setzen: Sie sollten stets auf Sicherheit im Straßenverkehr achten. Denn durch verantwortungsloses Verhalten gefährdet ein Fahrer nie nur sich selbst, sondern fast immer auch andere Verkehrsteilnehmer. Neben klaren Regeln und Vorschriften, deren Befolgung gesetzlich vorgeschrieben ist, gibt es außerdem noch Handlungsempfehlungen und Tipps, wie Sie für mehr Sicherheit beim Autofahren sorgen können.
 

Sicherheit im Auto: Aufmerksam unterwegs

Gerade wenn Sie täglich mit dem Auto fahren, kann die Routine dazu führen, dass Sie Sicherheitsaspekte, die bisher nie von Belang waren, vernachlässigen. Und auch routinierte Fahrer können über die Jahre die eine oder andere Verkehrsregel vergessen. Zu Ihrer eigenen Sicherheit sollten Sie vor jedem Fahrtantritt jedoch unbedingt prüfen, ob das Auto verkehrstüchtig ist, Warnlampen aufleuchten, das Licht so eingestellt ist, dass Sie niemanden blenden, und die Seitenspiegel korrekt ausgerichtet sind. Wer beispielsweise erst während der Fahrt merkt, dass der linke Außenspiegel schief ist, und ihn dann direkt verstellt, der ist für einige Augenblicke unaufmerksam: Und solche Ablenkungen sollten Sie in jedem Fall vermeiden.
 

Dem Verkehr die volle Aufmerksamkeit schenken

Im Verkehr kann es zahlreiche Situationen und Geschehnisse geben, die Ihre Aufmerksamkeit von der Straße ablenken. Doch im Straßenverkehr kann in Sekundenbruchteilen eine Gefahr entstehen, die eine sofortige Reaktion erfordert. Erhöhen Sie also die Sicherheit im Auto, indem Sie Ablenkungen beim Autofahren vermeiden beziehungsweise ihnen widerstehen. Typische Situationen, die für Ablenkung sorgen, sind beispielsweise:
 
  • Das Handy klingelt: nur ein kurzer Blick, ob es etwas Wichtiges ist. Was soll schon passieren? Beugen Sie der Versuchung, nach dem Handy zu greifen, vor, indem Sie das Gerät lautlos schalten und in einer Tasche oder dem Handschuhfach verschwinden lassen.
  • Die Sonne blendet, die Nase läuft oder der Hals ist trocken: Platzieren Sie alle Gegenstände, die Sie während der Fahrt benötigen könnten, in direkter Griffnähe. So müssen Sie nicht erst lange nach Ihrer Sonnenbrille oder der Trinkflasche kramen.
  • Bordcomputer von modernen Fahrzeugen liefern zahlreiche Informationen – und Ablenkungen. Stellen Sie noch vorm Losfahren den Eco- oder Sportmodus ein, suchen Sie eine Playlist aus und geben Sie das Ziel ins Navi ein. Beginnen Sie nicht erst im Verkehr damit. So viel Zeit muss sein.
  • Kinder können eine große Ablenkung darstellen – gerade wenn Sie als Fahrer der einzige Erwachsene im Fahrzeug sind und niemand sonst auf die Kinder aufpasst: Doch ist das Geschrei auf der hinteren Sitzbank noch so groß, konzentrieren Sie sich möglichst auf die Straße! Wenn es mit den Kindern etwas zu klären gibt oder sie nach etwas verlangen, das sie allein nicht finden (Reiseproviant, Trinkflasche etc.), dann halten Sie bei nächster Gelegenheit mit dem Auto an.

Ladungssicherung

Selbst wenn Sie aufmerksam fahren und in einer Gefahrensituation schnell reagieren, kann bei einer plötzlichen Vollbremsung die Ladung gefährlich werden. Harmlose 1-Liter-Flaschen können bei einer Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometern bereits mit einer Aufprallwucht von etwa 50 Kilogramm einschlagen. Wer sich das bewusst macht, wirft nicht einfach achtlos Dinge auf die Rückbank. Sicher im Kofferraum verstaut können Gegenstände nicht so schnell zum Geschoss werden. Auch der Fußraum hinter dem Fahrersitz ist meist ein ungünstiger Lagerplatz: Flaschen könnten beispielsweise erst nach vorne und dann hinter die Pedale rollen und dadurch die Bremse blockieren.
 
Beachten Sie beim Beladen des Fahrzeugs stets das zulässige Gesamtgewicht, sichern Sie sämtliche Gegenstände und halten Sie die gesetzlichen Beladungsgrenzen ein: insbesondere bei sperriger Ladung, die aus dem Kofferraum herausragt. Bei einem ungleichmäßig oder zu stark beladenen Auto lässt sich die Sicherheit im Straßenverkehr u.U. nicht gewährleisten, da es schneller ins Schleudern geraten kann und schwerer zu kontrollieren ist.
 
Nicht vergessen: Auch Haustiere müssen korrekt gesichert sein – zu Ihrem Wohl und zum Wohl des Tieres.
 

Gefahren im Straßenverkehr: Mit gegenseitiger Rücksichtnahme vorbeugen

Jeder Fahrschüler bekommt es mehrmals zu hören: Im Straßenverkehr gilt das Prinzip der gegenseitigen Rücksichtnahme. Das ist im Paragraf 1 der Straßenverkehrs-Ordnung niedergeschrieben. Dennoch begegnet man nahezu täglich aggressiven Verkehrsteilnehmern, die in jeder Situation auf ihr Vorfahrtsrecht pochen. Dabei kann entspanntes, vorausschauendes Fahren und Ruhe in brenzligen Situationen Kollisionen vorbeugen.
 
Immer wieder im Gespräch ist zudem die Rettungsgasse: Im Notfall zählt jede Sekunde und allzu oft hängen Einsatzkräfte am Ende eines Staus fest und kommen nicht zu Verletzten. Um die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhören, gelten daher eindeutige Regeln:
 
  • Bei einem Stau, müssen die Fahrer eine Rettungsgasse bilden.
  • Dafür fahren auf mehrspurigen Straßen alle Fahrer auf der linken Spur nach links, alle anderen orientieren sich nach rechts.
  • Der Standstreifen auf der Autobahn muss dabei frei bleiben.
 
Eine frühzeitige Bildung der Rettungsgasse ist deshalb so wichtig, weil die Autofahrer selten erahnen können, ob die Ursache für einen Stau ein Unfall mit Verletzten ist oder beispielsweise nur ein überholender Lkw. Wenn erst mal alle stillstehen, reicht der Platz meist nicht mehr aus, um schnell eine Gasse bilden zu können.
 

Keine Rettungsgasse gebildet: Hohe Strafe drohen

Seit dem 19. Oktober 2017 kann die Polizei hohe Strafen verhängen, wenn Autofahrer ihrer Pflicht nicht nachgekommen sind und in einem Stau nicht zur Bildung einer Rettungsgasse beitragen:
 
  • Nichtbildung der Gasse: 200 Euro, 2 Punkte
  • Zusätzlich andere behindert: 240 Euro, 2 Punkte und 1 Monat Fahrverbot
  • Zusätzlich andere gefährdet: 280 Euro, 2 Punkte und 1 Monat Fahrverbot
  • Zusätzlich Sachschaden entstanden: 320 Euro, 2 Punkte und 1 Monat Fahrverbot
 
Im Ausland können die Strafen noch deutlich höher ausfallen – Autofahrer sollten sich also generell daran gewöhnen, eine Rettungsgasse zu bilden, sobald der Verkehr stoppt. 
 

Jederzeit sicheres Autofahren: Gesetze und Empfehlungen

Zum sicheren Autofahren gehört auch, dass der Fahrer überhaupt fahrtüchtig ist. Eingeschränkte Bewegung aufgrund eines steifen Nackens oder Rückenschmerzen können genauso die Fahrtüchtigkeit einschränken wie starke Müdigkeit. Immer wieder bestehen auch Unklarheiten bezüglich der erlaubten Menge Alkohols im Blut, Fahrten während der Schwangerschaft und der Regelungen zum Alter des Fahrers.
 

Wie hoch darf der Alkoholwert im Blut sein?

Fahranfänger während der Probezeit müssen sich nur einen Wert merken: 0,0 Promille. Kein Tröpfchen Alkohol ist erlaubt, ansonsten drohen u. a. ein Bußgeld, die Verlängerung der Probezeit sowie weitere Stunden in der Fahrschule. Bei erfahrenen Autofahrern ist es etwas komplizierter:
 
  • Ab 0,5 Promille in einer Verkehrskontrolle wird u.a. ein Bußgeld fällig, auch wenn der Fahrstil noch unauffällig war.
  • Wer mit mehr als 0,3 Promille einen Unfall verursacht oder andere gefährdet, dem drohen u.a. eine Strafe sowie zusätzlich die Entziehung der Fahrerlaubnis.
  • Ab 1,1 Promille drohen der Entzug der Fahrerlaubnis sowie die Verhängung einer Strafe.
 

Dürfen Schwangere Auto fahren?

Grundsätzlich ist es Schwangeren erlaubt, ein Fahrzeug zu führen – zumindest bis die Wehen einsetzen. Dann dürfen sie nicht mehr hinter das Steuer, da die Gefahr eines Unfalls zu groß wäre. In der Zeit davor kann ein Arzt aufgrund physischer oder psychischer Einschränkungen vom Autofahren abraten. Zudem sollten Schwangere auch selbstkritisch hinterfragen, ob sie noch fahrtüchtig sind. Oft haben sie in den späteren Schwangerschaftsmonaten nicht nur mit Schwierigkeiten beim Anschnallen und anderen Unbequemlichkeiten zu rechnen – sie riskieren zudem beim Autofahren in der Schwangerschaft durch die Unfallgefahr neben ihrem eigenen Leben auch das des ungeborenen Kindes.
 

Gibt es ein Höchstalter für Autofahrer?

Autofahrer in höherem Alter verfügen meist über viel Fahrerfahrung und agieren routiniert, fahren oft vorausschauender und weniger risikoreich als unerfahrene Verkehrsteilnehmer. Das macht sie grundsätzlich zu sicheren Autofahrern. Dennoch nehmen im Alter körperliche Einschränkungen zu, welche sie ggf. auch beim Autofahren einschränken können. Ein vermindertes Seh- oder Hörvermögen sowie steifere Gelenke oder Schmerzen, welche die Mobilität und vor allem das Reaktionsvermögen einschränken, sind dabei besonders hervorzuheben.
 
Eine Regelung, dass ab einem bestimmten Alter das Fahren verboten ist, gibt es jedoch nicht und wird von Experten auch als wenig sinnvoll erachtet. Schließlich kann ein 75-jähriger mitunter noch fitter sein als ein 60-jähriger. Der individuelle Gesundheitszustand ist entscheidend. Im hohen Alter sind regelmäßige Kontrollen beim Arzt daher sinnvoll – und vor allem das Befolgen der ärztlichen Empfehlung, damit die Unfallgefahr im Straßenverkehr nicht weiter erhöht wird.