Gebrauchtwagen im Ausland kaufen – worauf achten?

Was Sie wissen müssen, damit das Traumauto nicht zum Albtraum wird

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Gebrauchtwagen im Ausland kaufen – worauf achten?

Für einen Gebrauchtwagenkauf im Ausland spricht vieles – dagegen allerdings auch. Auf der einen Seite finden Sie vielleicht Ihr Traumauto einfach nur noch im Ausland. Sei es, weil es in Deutschland nicht produziert wird, sei es, weil Sie einen ganz besonderen Oldtimer suchen. Auch kann der Autokauf im Ausland deutlich günstiger sein als in Deutschland. Diesem Vorteil steht jedoch ein teilweise extrem hoher bürokratischer Aufwand gegenüber. Wir zeigen Ihnen, was sich beim Gebrauchtwagenkauf im Ausland lohnt und worauf Sie achten sollten.

Autokauf im EU-Ausland

Am vergleichsweise einfachsten ist der Kauf innerhalb der EU. Gerade wer Gebrauchtwagen im Ausland kaufen möchte, um Geld zu sparen, profitiert hier unter Umständen von einem solchen Kauf. In Ländern mit niedrigerem Lohnniveau sind oftmals die Preise für Gebrauchte deutlich niedriger als in Deutschland. Das betrifft natürlich vor allem ost- und südosteuropäische Länder in der Europäischen Union.

Um das Fahrzeug in Deutschland zuzulassen, sind verschiedene Dokumente vorzulegen. Im Normalfall sind das mindestens die folgenden:

  • das Original der EWG-Übereinstimmungsbescheinigung oder Vollabnahme nach § 21 der StVZO,
  • Nachweis über TÜV und ASU (bei Fahrzeugen, die älter als 3 Jahre sind),
  • Kaufvertrag und Rechnung im Original,
  • Personalausweis oder Reisepass des neuen Halters.

Hinzu kommen weitere einzureichende Formulare oder Dokumente in Sonderfällen, wenn Sie beispielsweise Ihr Fahrzeug als Firmenwagen zulassen. Früher war das Einholen einer Unbedenklichkeitsbescheinigung beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) notwendig. Das entfällt heute jedoch. Den Nachweis, dass das Fahrzeug nicht gestohlen gemeldet ist, holt die Zulassungsstelle in der Regel nun selbst beim KBA ein.

Autokauf in Ländern außerhalb der EU

Auch bei Käufen im nicht-europäischen Ausland können Sie eine Menge sparen – und so manches Schmuckstück ist auch in Deutschland und Europa womöglich gar nicht mehr so ohne Weiteres verfügbar.

Dabei sollten Sie allerdings scharf kalkulieren – so manches Schnäppchen kann ziemlich teuer werden. Denn nicht nur ist der bürokratische Aufwand noch etwas höher als beim Import eines Gebrauchten aus dem EU-Ausland. Es entstehen auch unter Umständen sehr hohe Kosten für Zoll und etwaige Umbauten, die Sie an Ihrem Fahrzeug vornehmen müssen, damit es in Deutschland zugelassen wird.

Wer hier auf ein Schnäppchen aus ist, sollte auf jeden Fall gut durchkalkulieren, ob das Fahrzeug nach allen Kosten für den Import noch immer so günstig ist. Geht es um ein Fahrzeug, das Sie so in Deutschland nicht bekommen, sollten Sie sich vorab über eventuell notwendig werdende Umbauten informieren. Auch Kosten für Einfuhr und Zoll fallen an.

Gebrauchtwagen ohne Papiere importieren – Tipps

Ohne Papiere wird der Import von Gebrauchten etwas komplizierter – unmöglich ist es aber nicht. Schließlich kommt es bei Oldtimer häufiger vor, dass die Papiere nicht mehr existieren oder der Verbleib zumindest unbekannt ist. Mit einem Kaufvertrag, im Falle der USA dem „Title“, Zollquittungen und Rechnungen im Original können Sie nachweisen, dass das Fahrzeug rechtmäßig Ihnen gehört.

Dann beantragen Sie die Ausstellung eines neuen Fahrzeugbriefs in Deutschland. Im Prinzip also eigentlich ganz einfach. Sie müssen nur darauf achtgeben, dass Sie alle Dokumente zusammenhalten, die Sie irgendwie als rechtmäßigen Eigentümer dieses Fahrzeugs ausweisen.

Für die Zulassung in Deutschland ist natürlich dann auch eine eVB-Nummer Ihrer Kfz-Versicherung erforderlich. Wenn Sie einen echten Oldtimer erwerben, haben Sie bei der Versicherung und der Steuer meist auch Glück: Die Kosten liegen deutlich unter denen für neuere Fahrzeuge. Dafür ist in der Regel jedoch auch die jährliche Fahrleistung stark begrenzt.