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Reißverschlussverfahren – so geht’s richtig

4 Min Was ist das Reisverschlussverfahren und wie handeln Sie als Kraftfahrer richtig, wenn Sie es anwenden müssen?

22.11.2019
Torsten Naumann
4 Min

Das Reißverschlussverfahren ist an sich ein simples Konzept. Trotzdem steht so mancher Autofahrer vor einem Problem, wenn er sich vor Fahrbahnverengungen oder teils gesperrten Autobahnen auf der freibleibenden Spur einordnen muss. Wie schert man am besten ein? In diesem Artikel erfahren Sie es.

Das Reißverschlussverfahren

Seit 2001 ist das Reißverschlussverfahren offizieller Bestandteil der Straßenverkehrsverordnung.

So regelt der Gesetzgeber dessen Anwendung § 7, Absatz 4 der StVO wie folgt:

„Ist auf Straßen mit mehreren Fahrstreifen für eine Richtung das durchgehende Befahren eines Fahrstreifens nicht möglich oder endet ein Fahrstreifen, ist den am Weiterfahren gehinderten Fahrzeugen der Übergang auf den benachbarten Fahrstreifen in der Weise zu ermöglichen, dass sich diese Fahrzeuge unmittelbar vor Beginn der Fahrbahnverengung jeweils im Wechsel nach einem auf dem durchgehenden Fahrstreifen fahrenden Fahrzeug einordnen können.“

Was sind häufige Ursachen für eine Fahrbahnverengung?

Baustellen, Unfälle oder herumliegende Gegenstände auf dem Asphalt sind häufig die Ursache dafür, dass eine Fahrbahn zeitweise nicht oder nur teilweise befahren werden kann. Wird auf Straßenschildern auf eine anstehende Fahrbahnverengung hingewiesen, sind Verkehrsteilnehmer dazu angehalten, mit erhöhter Aufmerksamkeit am Straßenverkehr teilzunehmen.

Grundsätzlich geht es in diesem Zusammenhang aber nicht darum, so früh wie möglich auf die freibleibende Spur zu wechseln. Denn die Erfahrung hat gezeigt, dass das Risiko einer Staubildung sogar vergleichsweise hoch ist, wenn die Verkehrsteilnehmer direkt nach den ersten Ankündigungen einer bevorstehenden Fahrbahnverengung von einem Fahrstreifen auf den anderen wechseln.

Daher gibt es z.B. Hinweisschilder, auf denen Folgendes zu lesen ist: „Reißverschluss erst in 200m“. Insgesamt soll durch das Reißverschlussverfahren der zur Verfügung stehende Verkehrsraum vollumfänglich ausgeschöpft bzw. genutzt werden.

Reißverschlussverfahren – so gehen Sie vor

Bleiben Sie so lange wie möglich auf Ihrer Spur. Erst kurz vor der beginnenden Verengung des Fahrstreifens sollten Sie sich auf den Spurwechsel fokussieren.

Vor dem Wechsel der Fahrbahn setzen Sie den Blinker und vergessen dabei auch den Schulterblick nicht. Achten Sie auf den Autofahrer auf der anderen Spur, welcher sich in etwa auf der Höhe Ihres Fahrzeugs befindet.

Lässt er Sie in die Lücke einscheren oder fährt er weiter? Beim Reißverschlussverfahren spielt die Grundregel der besonderen Rücksichtnahme eine entscheidende Rolle. Beharren Sie daher bei Ihrem geplanten Spurwechsel nicht auf Ihrem Wechselrecht. Nur wenn Sie sich ohne Gefahr auf die freie Fahrbahn einordnen können, sollten Sie dies tun. Fahren Sie mit angepasster Geschwindigkeit weiter und halten Sie den vorgeschriebenen Sicherheitsabstand zum vor Ihnen fahrenden Wagen ein.

Ein freundliches Miteinander im Straßenverkehr

In Anlehnung an § 1 der StVO sollten Verkehrsteilnehmer einen freundlichen, partnerschaftlichen und rücksichtsvollen Umgang miteinander pflegen.

So „erfordert die Teilnahme am Straßenverkehr ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht. Wer am Straßenverkehr teilnimmt, hat sich daher so zu verhalten, dass kein anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.“

Leider sieht es in der Realität oft anders aus. So zum Beispiel beim Reißverschlussverfahren. Es gibt immer wieder Autofahrer, die andere nicht vorfahren lassen, weil sich dadurch die Staugefahr erhöhen könnte. Dabei ist das Gegenteil der Fall.

Damit die Idee hinter dem Reißverschlussverfahren aufgeht, bedarf es einer umsichtigen und direkten Fahrweise. Um Missverständnisse und Irritationen zu vermeiden, sollten Autofahrer einander eindeutig signalisieren, wann und wo sie einscheren wollen. So gelingt es, möglichst schnell und stressfrei Staus und Engpässe zu überwinden.

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