Vandalismus am Auto: Wer bezahlt den Schaden?

Übernahme der Kosten hängt vom Tarif der Autoversicherung ab

Vandalismus am Auto: Wer bezahlt den Schaden?


Mehrere hunderttausend Autofahrer müssen jedes Jahr mit Schrecken feststellen, dass ihr Wagen von Fremden beschädigt worden ist. Kratzer im Lack, Beulen und Dellen im Blech, abgebrochene Außenspiegel, eingeschlagene Scheiben, abgeknickte Antennen und zerstochene Reifen führen die Top-Plätze der Vandalismus-Schäden an. Aber auch aufgeschlitzte Cabrio-Dächer oder angezündete Autos werden den Versicherungen immer wieder gemeldet. Insbesondere in Großstädten häufen sich die Akte blinder Zerstörungswut. Die Gründe bleiben meist ebenso im Dunkeln wie die Täter. Oft sind es übermütige Gewaltentladungen alkoholisierter Personen, die ihre Aggression an geparkten Autos auslassen. Registriert werden nicht selten auch politisch oder persönlich motivierte Taten. 

Für Versicherungsnehmer ist es nie schön, wenn sie ihr Auto demoliert auffinden. Warum auch immer jemand zugetreten, zugestochen oder etwas abgerissen hat: den Ärger hat der Besitzer, der - abhängig vom Tarif seiner Autoversicherung - die Kosten zu tragen hat.

 

Nicht jede Autoversicherung zahlt den Schaden von Vandalismus

Glück hat eindeutig, wer eine Vollkaskoversicherung abgeschlossen hat. Mit einer Teilkasko dagegen bekommt man bei einem Vandalismus-Schaden keine Erstattung. Und auch mit der gesetzlich vorgeschriebenen Kfz-Haftpflicht geht man in solchen Fällen leer aus. 

Bis auf Reifenschäden übernimmt eine Vollkaskoversicherung fast alle Vandalismus-Schäden. Egal ob Kratzer, demoliertes Blech, Fußtritte gegen das Auto oder Brandstiftung – die Versicherung kommt für die Kosten auf. Wichtig zu wissen ist, dass man auch mit Vollkaskoschutz seine Sorgfaltspflicht nicht verletzen darf. Eine Teilkasko-Versicherung zahlt dagegen nur dann, wenn Scheiben zu Bruch gegangen sind oder das Fahrzeug angezündet wurde. Jedoch dürfen diese Schäden nicht durch Vandalismus verursacht worden sein. 

Vollkasko zahlt fast immer - es ist mit Rückstufung der SF-Klasse zu rechnen

Wird der entstandene Schaden am Pkw von der Vollkaskoversicherung übernommen, muss man als Autobesitzer mit einer Zurückstufung in der Schadenfreiheitsklasse rechnen. Das zieht in der Regel deutlich höhere Beiträge nach sich. Gerade bei einer hohen Selbstbeteiligung in der Police sollte man deshalb bei geringeren Schäden nachrechnen. Nimmt man die Versicherung in Anspruch oder bezahlt man die Reparatur lieber selbst? Unter Umständen kommt man auf diesem Weg billiger weg. Als Faustregel gilt: Bei Schäden bis zu 1.000 Euro lohnt es sich, den Schaden selbst zu übernehmen.
Wenn die Versicherung den Vandalismus-Schaden zahlt, trägt sie die Kosten für die Reparatur. Die Schadensumme wird allerdings immer um die im Vertrag vereinbarte Selbstbeteiligung reduziert. Egal ob es sich um einen Teil- oder Vollkaskoschaden handelt. Der Zeit- oder Wiederbeschaffungswert ist gleichzeitig auch die Höchstsumme, die ausbezahlt wird, wenn das Fahrzeug komplett zerstört ist und der Restwert gegen null geht. Ausnahme: Der Wagen ist neu und die Kasko-Autoversicherung beinhaltet eine Neuwert-Entschädigungsklausel. Dann bekommt man bei einem Totalschaden den Kaufpreis ersetzt.