Vandalismus am Auto: Wer bezahlt den Schaden?

Vandalismus am Auto: Wer bezahlt den Schaden?

Vandalismus am Auto: Wer bezahlt den Schaden?

Übernahme der Kosten hängt von der Deckung der Autoversicherung ab

Der Arbeitstag ist vorbei, der Einkauf erledigt – jetzt schnell zum Auto und fix nach Hause. Doch Moment, der Wagen sieht anders aus als beim Abstellen: Lange Kratzer im Lack, ein paar Beulen an den Türen und ein unschöner Schriftzug auf der Windschutzscheibe… da hat jemand das Fahrzeug absichtlich demoliert! Vandalismus am Auto ist nicht nur ärgerlich, sondern kann auch teuer werden. Was Sie im Fall von Vandalismus-Schäden beachten sollten, lesen Sie hier!

 
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Wenn das Auto mutwillig beschädigt wurde

Mutwillige Beschädigungen am Pkw sind recht gut zu erkennen, denn sie unterscheiden sich optisch und von ihrer Verteilung von typischen Schäden, die beim Parken oder einem Unfall entstehen. In der Regel kommt es vor allem in Ballungsgebieten und Großstädten zu Vandalismus am Auto, oftmals während Großveranstaltungen wie Demonstrationen oder Silvesterfeierlichkeiten.

Zu den typischen Vandalismus-Schäden zählen abgebrochene Spiegel, eingeschlagene Scheiben, zerstochene Reifen oder zerkratzter Lack. Aber auch beschädigte Scheinwerfer oder gar der Diebstahl von Autoteilen wie Rückspiegeln, eingebauten Navigationssystemen oder Radios fallen unter „Vandalismus“. Im schlimmsten Fall gerät das parkende Auto durch Feuerwerkskörper oder anders entzündete Feuer in Brand und endet als technischer Totalschaden.

Was tun, wenn das Auto beschädigt wurde? 

Auch, wenn der Ärger groß ist: Man sollte einen möglichst kühlen Kopf bewahren und den Schaden im ersten Schritt telefonisch der Polizei melden. Die Informationen über Schadensart, Tatzeit und Tatort werden von den Beamten gesammelt und festgehalten. 

Im nächsten Schritt beginnt die Beweisaufnahme, dafür kann die Kamera des Smartphones schon ausreichen. Fotos vom Pkw, den Schäden und der Umgebung können für die Beamten der Polizei sachdienlich sein. Auch für die Kfz-Versicherung und die eigenen Unterlagen lohnt sich das fotografische Protokoll.

Da es sich bei einer Sachbeschädigung um einen Straftatbestand handelt, sollte außerdem Strafanzeige gestellt werden. In den meisten Fällen stellt man dabei eine Anzeige gegen Unbekannt, es sei denn, es gibt Zeugen oder man hat den Täter auf frischer Tat ertappt. 

 
Tipp:

In den meisten Bundesländern kann man Strafanzeigen mittlerweile online stellen. Dafür besuchen Sie einfach die Seite des BKA und wählen die Onlinewache für Ihr Bundesland aus. Schritt für Schritt können Sie sich anschließend durch die angebotenen Optionen klicken und schließlich unter „Anzeigen rund um das Kraftfahrzeug“ den Punkt „Sachbeschädigung“ auswählen.

 

Natürlich muss der Schaden auch der eigenen Kfz-Versicherung gemeldet werden. Am besten so zeitnah wie möglich, in der Regel aber spätestens innerhalb von sieben Tagen. Die Fotos der Schäden sowie des Tatorts sollten direkt beigefügt werden.

 
 

Wer kommt für Schäden durch Vandalismus auf? 

Vandalismus am Pkw kann zu teuren Schäden führen, deshalb ist es wichtig, sich schon beim Erwerb eines Wagens mit den verschiedenen Versicherungsmöglichkeiten zu beschäftigen. Hat man Glück im Unglück und die Polizei konnte den Täter ermitteln, greift dessen Haftpflichtversicherung für die verursachten Schäden. 

Leider ist die Quote aufgeklärter Vandalismus-Delikte laut des BKA sehr gering: Im Jahr 2017 wurden beispielsweise in Berlin von 41.804 erfassten Fällen gerade einmal 8.842 aufgeklärt. (Bundeskriminalamt, PKS 2017 „Sachbeschädigung“)

Die gesetzlich vorgeschriebene Kfz-Haftpflichtversicherung greift im Fall von Vandalismus nicht. Sie kommt für Schäden auf, die man bei Dritten mit dem eigenen Fahrzeug verursacht hat.

Hilfreich sind in diesem Fall bisweilen die Teilkasko-, vor allem jedoch die Vollkaskoversicherung

Vandalismus wird durch Teilkaskoversicherung nicht immer abgedeckt 

Bei der Teilkaskoversicherung sind Vandalismus-Schäden im Grunde nicht inkludiert. Trotzdem greift sie bei gewissen Schadensarten, ganz gleich, ob sie mutwillig durch Dritte oder versehentlich im Straßenverkehr entstanden sind. Dazu gehören zum Beispiel Glasbruch, Einbruchschäden sowie Brandschäden, etwa durch Feuerwerkskörper. 

Durch den Selbstbehalt zahlt man Schäden bis zu ca. 150 € in der Teilkaskoversicherung meist selbst, alles über den Selbstbehalt wird dann von der Versicherung getragen. Positiv: Da es bei dieser Versicherungsart keine Schadensfreiheitsklassen gibt, erhöht sich der Kfz-Beitrag auch nach der Reparatur nicht. Eine Teilkaskoversicherung lohnt sich in der Regel für gepflegte Autos, die älter als fünf Jahre sind.

 
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Vollkasko deckt die meisten Vandalismus-Schäden ab 

Wer über eine Vollkaskoversicherung verfügt, kann aufatmen: Sie ist in diesem Fall das Ass im Ärmel und trägt die Reparaturkosten für alle weiteren Schäden. Auch Graffiti, Dellen, abgeknickte Antennen und weitere kostspielige Schäden sind hierbei eingeschlossen. 

Wurden allerdings ausschließlich die Reifen zerstochen, trägt die Versicherung die anfallenden Kosten nicht. Grund dafür sind Versicherungsbetrüge in der Vergangenheit.

Im Gegensatz zur Teilkaskoversicherung gibt es bei der Vollkaskoversicherung Schadensfreiheitsklassen (SF-Klassen). Übernimmt die Vollkasko die Kosten für einen Schaden am Pkw, muss man mit einer Hochstufung in der Schadensfreiheitsklasse rechnen. Dies wirkt sich natürlich auf den eigenen Versicherungsbeitrag aus. 

Je nach Vollkaskoversicherung sollte man deshalb genau nachrechnen: Bis zu einem Betrag von unter 750 € lohnt es sich oftmals, die Reparaturkosten selbst zu tragen. So entgeht man der Hochstufung in der SF-Klasse sowie damit auch der Kfz-Versicherung – und spart so auf Dauer Geld. 

Für Neuwagen bis zu fünf Jahren sowie für Oldtimer, Leasingwagen und seltene Fabrikate ist die Vollkaskoversicherung meist generell die Versicherung der Wahl. Im Fall von Vandalismus-Schäden am Pkw ist die Vollkasko die einzige Versicherung, welche die Kosten komplett übernimmt. 

Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf: 

*Information zum Rechenbeispiel „ab 8,63 €/ Monat:

*Rechenbeispiel für: Smart Fortwo 1.0 Coupe (HSN: 1313, TSN: AHM), eigenfinanziert, Erstzulassung 2015, Kaufjahr: 2015, Zulassung in PLZ: 26871 (Papenburg), Fahrleistung: 5.000 km/Jahr, Nutzung: ausschließlich privat, Halter: VN, Fahrer: VN (Alter 54 Jahre/Führerschein seit 36 Jahren) und weiterer Fahrer (Alter 52 Jahre/Führerschein seit 34 Jahren), Angestellter, kein Wohneigentum, Abstellplatz: Straße, verheiratet, SF-Klasse KH/ VK: SF 36 / SF 36 Selbstbeteiligung VK/ TK: 500/ 150 €, keine Vorschäden, Zahlweise: jährlich Bankeinzug, Werkstattbindung, Versicherungsbeginn: 05.01.2021, Tarif inkl. Vollkasko, Produktlinie Klassik. Die Ausweisung der 8,63 €/ Monat bezieht sich auf die errechnete Jahresprämie von 103,60 € welche auf 12 Monate runtergebrochen wurde. Stand: 2021

*/** Weitere Informationen