Überstehende Ladung im Kofferraum und auf dem Dach

Gewusst wie: Überstehende Ladung richtig handhaben

Gewusst wie: Überstehende Ladung richtig handhaben

Wie man überstehende Ladung richtig sichert und welche Regeln zu beachten sind, haben wir für Sie zusammengefasst!

„Ach, das wird schon irgendwie reinpassen,“ denkt man sich beim Einkauf, bevor man dann doch mit überstehender Ladung den Heimweg antritt. Gerade auf den Parkplätzen von Bau- und Möbelmärkten kann man das Kofferraum-Tetris der Autofahrer regelmäßig beobachten. Aber auch beim Umzug, dem Urlaubsantritt oder dem Großeinkauf steht jeder von uns mal vor der Frage, wie man sperrige Gegenstände gut im Fahrzeug verstauen kann. Doch hierbei gilt es, einige Regeln zu beachten! Für Sie haben wir sowohl die geltenden Vorschriften fürs Fahren mit überstehender Ladung als auch Tipps für einen sicheren Transport zusammengefasst!

Wie belade ich mein Fahrzeug richtig?

Schon kleine Objekte im Fahrzeuginnern können bei einer Notbremsung oder einem Unfall zu gefährlichen Geschossen werden und schwere Verletzungen verursachen. Handelt es sich bei der ungesicherten Ladung um schwerere Objekte – gefüllte Glasflaschen, Holz, Metall oder gar Möbelstücke – sind die Folgen einer Bremsung oder eines Unfalls noch fataler.




Merksatz: Crashtests haben gezeigt, dass ungesicherte Objekte während einer abrupten Bremsung oder eines Aufpralls bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h mit dem Dreißig- bis Fünfzigfachen ihrer Gewichtskraft durch das Fahrzeug schießen. Ein 25 Kilogramm schwerer Gegenstand erreicht somit leicht 10.000 Newton, was 1000 Kilogramm entspricht. (Quelle: ADAC)




Für die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer ist die korrekte Ladungssicherung deshalb von großer Wichtigkeit – und natürlich Vorschrift. In §22 der Straßenverkehrsordnung (StVO) ist festgehalten, dass Ladung weder verrutschen, noch umfallen, hin- und herrollen, herunterfallen oder unnötig laut sein darf. Bei falscher Ladungssicherung sind laut Bußgeldkatalog zwischen 35 € und 75 € sowie zusätzlich ein Punkt in Flensburg bei Gefährdung oder Unfall fällig.

Ladung sichern – mit diesen Tipps gelingt es!

  1. Richtige Gewichtsverteilung: Schwere Gegenstände sollten zuerst in Fuß- und Kofferraum verräumt werden. Das leichte Gepäck gehört nach oben.
  2. Formschlüssige Ladungssicherung: Wie beim erwähnten Tetris-Spiel werden bei der dieser Art der Ladungssicherung die Objekte möglichst lückenlos und bündig angeordnet. Somit entsteht ein stabiles Gebilde, welches sich bereits selbst etwas stützen kann. Hilfsmittel wie z.B. Netze, Spanngurte oder Decken sorgen für noch mehr Sicherheit.
  3. Kraftschlüssige Ladungssicherung: Das Transportgut wird hierbei durch Niederzerrung – also mithilfe von Sicherungsgurten und Ösen im Boden des Fahrzeugs oder Anhängers – fixiert und gesichert.
  4. Rückbank nutzen: Zwar kann man den Innenraum durch das Umklappen der Rückbank vergrößern, gleichzeitig geht dabei jedoch eine Schutzbarriere verloren. Im besten Fall kann die Rückbank verrutschte Ladung während eines Unfalls zurückhalten. Deshalb sollte man sie nur umklappen, wenn es wirklich notwendig ist.
  5. Ösen und Schutznetze nutzen: Je nach Pkw-Modell sind im Fahrzeug diverse hilfreiche Ösen, Haken oder andere Vorrichtungen für die Anbringung von Schutznetzen und -Gurten verteilt. Diese erleichtern die Sicherung der Ladung um ein Vielfaches. Ein Geheimtipp unter Pack-Profis sind außerdem Antirutschmatten, sie halten das Gepäck zusätzlich an Ort und Stelle.
  6. Gesamtlast des Fahrzeugs: Nicht nur die Aufteilung der Ladung will beachtet werden, auch die Tragkraft des Pkws sollte man im Blick behalten. Darunter fallen auch Dachlast, Achslast und zulässiges Gesamtgewicht des Fahrzeugs.
 
 

Wie transportiere ich große Gegenstände sicher?

Um sperrige Objekte sicher von A nach B zu befördern, sollten ausreichend Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden: Sowohl die zulässige Gesamtlast des Pkw (bzw. die maximale Achslast) als auch Vorkehrungen gegen das Verrutschen des Objekts gilt es im Vorfeld zu beachten und vorzubereiten. Aber selbst der geräumigste Pkw erreicht irgendwann seine Grenzen und verneint bei Kühlschrank und großen Möbeln.

Möchte man die Ladung auf dem Dach transportieren, kann ein stabiler Dachgepäckträger helfen. Belädt man diesen nach Vorschrift und Anleitung, ist das Fahrrad oder Surfboard schnell und sicher verstaut. Doch der große Kühlschrank lässt sich auf dem Dach nicht so gut fortbewegen.

Oft lohnt sich deshalb das Mieten eines Lieferwagens. Viele Bau-und Möbelmärkte bieten diesen Service an, für einen bestimmten Zeitraum manchmal sogar kostenfrei. Eine weitere Option kann an den eigenen Pkw gehängt werden: Lange Bretter beispielsweise lassen sich gut auf einem Anhänger transportieren. Sollte auch hier die Ladung überstehen, greift man zur hellroten Kennzeichnung in Form einer Fahne oder eines Schilds.

Überstehende Ladung – was gilt es zu beachten?

Um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, ist es ratsam, zuerst das zulässige Maximalgewicht sowie die erlaubten Maximalmaße von Auto samt Ladung zu prüfen. Der nächste Schritt ist das korrekte Beladen und die anschließende Ladungssicherung. Die überstehende Ladung darf weder die eigene Sicht einschränken noch wichtige Lichter oder das Nummernschild verdecken. Und natürlich ist das Überladen des Fahrzeugs unbedingt zu vermeiden. Doch das ist noch nicht alles! Welche Punkte außerdem wichtig sind, ist im FAQ zusammengefasst.

FAQ Überstehende Ladung

Überstehende Ladung kennzeichnen – welche Möglichkeiten gibt es?

Ragt die Ladung mehr als 1 m über die Rücklichter des Fahrzeugs nach hinten hinaus, muss man sie ausreichend kennzeichnen. Dafür muss entweder eine hellrote Fahne mit Querstange oder ein hellrotes Schild (jeweils mit den Maßen 30 x 30 cm) quer zur Fahrtrichtung angebracht werden. Alternativ kann man auch einen gleichfarbigen zylindrischen Körper mit einem Durchmesser von mind. 35 cm verwenden. Für alle drei Sicherungshilfen gilt: Sie dürfen nicht höher als 1,5 m über der Fahrbahn befestigt werden.

Womit ist bei Dunkelheit eine Ladung zu kennzeichnen?

Der § 17 der StVO besagt, dass wenn Dämmerung, Dunkelheit oder schlechte Sichtverhältnisse es erfordern, Beleuchtungseinrichtungen zu benutzen sind. Diese dürfen dabei weder verschmutzt noch verdeckt sein. Um anderen Verkehrsteilnehmern auch bei Dunkelheit das Ende des Fahrzeugs zu signalisieren, sind deshalb eine rote Leuchte und rote Rückstrahler erforderlich. Auch diese dürfen nicht höher als 1,5 m angebracht werden.

Seitlich überstehende Ladung muss ebenfalls mit einer Leuchte kenntlich gemacht werden, welche nach vorne weißes und nach hinten rotes Licht abstrahlt. Diese Regel gilt, wenn die seitliche Ladung mehr als 40 cm über die Fahrzeugleuchten hinausragt.

Ist es erlaubt, mit offenem Kofferraum zu fahren?

Ja, das Fahren mit offenem Kofferraum ist erlaubt – jedoch muss die Ladung ausreichend gesichert sein. Auch Heckklappe und Kofferraumdeckel sollten mithilfe von Spanngurten befestigt werden. Hierfür sind in der Regel ausreichend Ösen und Haken im Fahrzeug vorhanden. Es bedarf also nur einiger Hilfsmittel und dem Transport mit dem Auto steht Nichts im Wege.

Wie viele Meter darf die Ladung überstehen?

Sowohl die Maximalmaße für Fahrzeug inklusive Ladung als auch der generell erlaubte Ladungsüberstand sind in der StVO festgelegt.

  • Maximalbreite: 2,55 m
  • Maximalhöhe: 4 m
  • Maximallänge: 20,75 m

Je nach Fahrstrecke und Fahrzeughöhe unterscheidet sich der erlaubte Überstand folgendermaßen:

  • Ladungsüberstand nach hinten (unter 100 km Strecke): 3 m
  • Ladungsüberstand nach hinten (über 100 km Strecke): 1,5 m
  • Ladungsüberstand nach vorne (bis 2,5 m Fahrzeughöhe): nicht erlaubt
  • Ladungsüberstand nach vorne (ab 2,5 m Fahrzeughöhe): bis 0,5 m

Ausnahmen gibt es bei Kühl- und land- bzw. forstwirtschaftlichen Fahrzeugen – ihnen werden etwas größere Maximalmaße eingeräumt. Für überstehende Ladung beim Pkw sind jedoch vor allem die 1,5 m bis 3 m wichtig, welche Ladung nach hinten überstehen darf.

Überstehende Ladung – wie hoch ist ein Bußgeld?

Je nach Verstoß kann überstehende Ladung beim Pkw Verwarngelder zwischen 20 € und 60 € zur Folge haben – mehrere Verstöße summieren sich dabei schnell. Ist die Ladung beispielsweise höher, breiter oder länger als erlaubt oder ragt unzulässig nach vorne hinaus, sind jeweils 20 € fällig. Die gleiche Summe muss man zahlen, wenn man mit Ladung erwischt wird, die bei einer Beförderungsstrecke bis 100 km mehr als 3 Meter nach hinten hinausragt, bzw. mehr als 1,5 Meter bei über 100 km Fahrstrecke.

Fehlen die vorgeschriebenen Sicherungsmittel oder ragen schlecht erkennbare Gegenstände seitlich aus dem Pkw heraus, sind 25 € Bußgeld fällig. Ganze 60 € muss man zahlen, wenn die Ladung höher als 4,20 m ist.

Darf ich mit überstehender Ladung auf die Autobahn?

Sind alle Maßnahmen zur Sicherung der Ladung beachtet worden, ist das Fahren auf der Autobahn kein Problem. Großes und schweres Gepäck hat jedoch Auswirkungen auf das Fahrverhalten des Fahrzeugs – und das selbst ohne Dachträger oder Anhänger.




Tipp: Rechnen Sie mit dem veränderten Fahrverhalten Ihres Pkw. Nicht nur das Verhalten in Kurven, auch die Bremswege verändern sich in einem voll beladenen Auto. Das Fahren mit einem Anhänger bedarf zudem etwas an Eingewöhnung. Ein besonders ruhiges und vorausschauendes Fahrverhalten ist deshalb Ihre beste Begleitung.




Gefährdet man die Verkehrssicherheit oder verliert gar einen Teil der Ladung, sind hohe Bußgelder und auch – je nach Situation – die Eintragung eines Punktes in Flensburg eine mögliche Folge.

Transport mit Anhänger – was gilt es zu beachten?

Ist man mit einem Transportanhänger unterwegs, gelten dieselben Regeln wie für überstehende Ladung beim Pkw. Der Anhänger darf einen Überstand von 1,5 m bis zu 3 m nach hinten haben, je nachdem, wie weit die Wegstrecke ist. Ab 1 m Überstand nach hinten ist dabei eine Kennzeichnung durch Fahne, Schild oder zylindrischen Körper erforderlich. Natürlich hat auch ein Anhänger Maximallasten, die man nicht überschreiten möchte. Sind jedoch alle Vorgaben geprüft und das Gepäck ausreichend gesichert, hat man beste Voraussetzungen für einen optimalen Transport.

Eine sichere Fahrt ist also auch mit sperriger Ladung kein Problem – wenn man die Sicherheitsmaßnahmen beachtet. Sind noch Fragen offen? Wir beraten Sie gerne auch bei Anliegen rund um die Versicherung Ihres Kraftfahrzeugs! Neben klassischen Kfz-Versicherungen bieten wir bei Verti auch verschiedene Zusatzoptionen an. Zum Beispiel bei Brems-, Betriebs- und Bruchschäden, wenn die Ladung in Ihrem Wohnmobil verrutscht! Nutzen Sie doch unseren Online-Tarifrechner oder lassen Sie sich gerne von uns persönlich unter 030 – 890 003 003 beraten!

Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf:

*Information zum Rechenbeispiel „ab 8,63 €/ Monat:

*Rechenbeispiel für: Smart Fortwo 1.0 Coupe (HSN: 1313, TSN: AHM), eigenfinanziert, Erstzulassung 2015, Kaufjahr: 2015, Zulassung in PLZ: 26871 (Papenburg), Fahrleistung: 5.000 km/Jahr, Nutzung: ausschließlich privat, Halter: VN, Fahrer: VN (Alter 54 Jahre/Führerschein seit 36 Jahren) und weiterer Fahrer (Alter 52 Jahre/Führerschein seit 34 Jahren), Angestellter, kein Wohneigentum, Abstellplatz: Straße, verheiratet, SF-Klasse KH/ VK: SF 36 / SF 36 Selbstbeteiligung VK/ TK: 500/ 150 €, keine Vorschäden, Zahlweise: jährlich Bankeinzug, Werkstattbindung, Versicherungsbeginn: 05.01.2021, Tarif inkl. Vollkasko, Produktlinie Klassik. Die Ausweisung der 8,63 €/ Monat bezieht sich auf die errechnete Jahresprämie von 103,60 € welche auf 12 Monate runtergebrochen wurde. Stand: 2021

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