Ohne kann es teuer werden: Was eine Privathaftpflicht versichert und was man beachten muss

Auch bei grob fahrlässigen Schäden schützt die Police - Zusatzleistungen können optional vereinbart werden

Ohne kann es teuer werden: Was eine Privathaftpflicht versichert und was man beachten muss
Für das Fahren eines Autos oder Motorrades auf öffentlichen Straßen und Plätzen ist eine Haftpflichtversicherung gesetzlich vorgeschrieben. Im Privatleben – abseits des öffentlichen Verkehrs – ist es jedem selbst überlassen, sich zu versichern. Eine Privathaftpflicht abzuschließen, die immer dann einspringt, wenn man anderen einen Schaden zufügt, ist dagegen komplett freiwillig. Jedoch sollte man sich vor Vertragsabschluss genau überlegen, ob man auf diese Police verzichten will. Denn einerseits deckt eine private Haftpflicht ein sehr breites Spektrum an möglichen Schadensfällen ab – sowohl Personen-, als auch Sach- und Vermögensschäden. Andererseits kommt sie auch dann für Schäden auf, wenn man grob fahrlässig und trotz besseren Wissens drohender Konsequenzen gehandelt und einen folgenschweren Fehler begangen hat. 
 

Ohne Privathaftpflicht muss man für alle Schäden selbst aufkommen

 
Bei kleinen Missgeschicken mag es ausreichend sein, sich zu entschuldigen und einen beispielsweise durch Unachtsamkeit kaputt gegangenen Reflektor (Katzenauge) am Fahrrad des Nachbarn zu bezahlen, den man beim Abstellen des eigenen Rades aus Versehen gestreift und zerbrochen gemacht hat. Aber wie sieht es aus, wenn man selbst ins Stolpern kommt, den vorbeifahrenden Radfahrer zu Fall bringt und dieser mit komplizierten Frakturen über Monate hinweg arbeitsunfähig bleibt? Ohne eine private Haftpflicht kann so etwas den finanziellen Ruin bedeuten. Denn alle entstehenden Kosten, auch Folgekosten, sind dann aus dem eigenen Geldbeutel zu zahlen. Vor allem bei Personenschäden kann sich das bis zu Millionenbeträgen summieren. Wohingegen die Kosten für den Schutz durch eine Privathaftpflicht überschaubar sind. Daher empfehlen Experten, eben genau auf diese Versicherung nicht zu verzichten. 
 

Das sollte man zur Privathaftpflichtversicherung wissen:

 
  • Als Deckungssumme, die im Vertrag der privaten Haftpflicht vereinbart wird, sollte man mindestens 5 Mio. Euro angeben. Empfohlen werden auch 7 bis 10 Mio. Euro. Hier muss man Kosten (Beiträge) und Nutzen (Was kann passieren?) abwägen.
  • Für eine Familie schließt man eine Privathaftpflichtversicherung ab, die alle Familienmitglieder absichert. Achtung: wenn die Kinder zum Studium in eine andere Stadt oder Wohnung ziehen, müssen sie sich ggf. selbst privat Haftpflicht versichern.
  • Paare, egal ob frisch vermählt oder ohne Trauschein zusammen lebend, benötigen ebenfalls nur eine Haftpflichtversicherung. Ansonsten kann es zu einer Doppelversicherung kommen.
  • Wer außergewöhnlichen Hobbys nachgeht, sollte dies im Antrag auf eine Privathaftpflichtversicherung angeben. Nicht alle Policen inkludieren Schäden, die daraus entstehen. So sind zum Beispiel für E-Bikes und Boote extra Versicherungen abzuschließen.
  • Schäden, die Hund, Pferd & Co. verursachen, müssen über eine Tierhalter-Haftpflicht abgesichert werden. Die allgemeine Privathaftpflicht der Besitzer reicht nicht aus.
  • Beinahe alle Versicherungen bieten die Ergänzung durch Zusatzleistungen an. Eine solche Erhöhung des Versicherungsschutzes gibt es etwa für den Verlust der Schlüssel, Glasschäden oder Gefälligkeitsschäden.