Privathaftpflicht im Seniorenheim: Darauf sollten ältere Menschen achten

Privathaftpflicht im Pflegeheim: Wann eine eigene Police nötig ist

Privathaftpflicht im Seniorenheim: Darauf sollten ältere Menschen achten
Tür zu, Bügeleisen angelassen? Das kann passieren, zumal Sie als Senior auch im Altenheim nicht rund um die Uhr betreut werden. Kleinere Sach-, aber auch Personenschäden sind daher keine Seltenheit. Eine private Haftpflichtversicherung ist für Sie als Heimbewohner und Ihre Angehörigen daher zu empfehlen. Worauf Sie bei der Wahl einer passenden Police achten sollten, erfahren Sie im Ratgeber von Verti. 
 

Gibt es eine kollektive Privathaftpflicht im Seniorenheim?

 
Haben Sie sich für einen Umzug in ein Altenheim entschieden, sollten Sie Ihre bestehenden Versicherungen auf den Prüfstand stellen, allen voran die private Haftpflichtversicherung. Denn in vielen Fällen können Sie nun kräftig sparen. In einem ersten Schritt sollten Sie erfragen, ob es eine kollektive Privathaftpflicht im Seniorenheim gibt. Manche Altersheime versichern ihre Heimbewohner über eine gemeinsame Police und verrechnen die Beiträge mit den Heimkosten. Unter Umständen kann es jedoch sinnvoll sein, die eigene Privathaftpflicht auch im Pflegeheim zu behalten. Dann sollten Sie dem Altenheim mitteilen, dass Sie die kollektive Police nicht nutzen wollen. Für den Vergleich der beiden Versicherungen sollten Sie neben der Beitragshöhe vor allem den Leistungsumfang im Blick haben:
 
• Wie hoch sind die Deckungssummen für Sach-, Personen- und Vermögensschäden?
• Ist eine Forderungsausfalldeckung enthalten und wird diese auch im Altersheim noch benötigt?
• Sind in der bestehenden Versicherung noch Familienmitglieder mitversichert?
• Ist ein Selbstbehalt vereinbart?
• Sind Deckungserweiterungen für Gefälligkeitsschäden oder Schäden an geliehenen Gegenständen enthalten?
 
Die Angaben zu den einzelnen Punkten finden Sie in den allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB). Wenn Sie Ihre bestehende Privathaftpflicht beim Umzug in ein Pflegeheim an Ihre neuen Lebensumstände anpassen, kann die Versicherungsprämie deutlich günstiger ausfallen. Hinzu kommt, dass häufig spezielle Konditionen für Senioren angeboten werden.
 

Privathaftpflicht und Demenz: Sind demente Versicherungsnehmer haftbar?

 
Besteht eine Demenzerkrankung, geht dies häufig mit einem höheren Risikopotenzial einher. Betroffene laufen in einem unbeobachteten Moment auf die Straße und werden in einen Unfall verwickelt. Oder sie vergessen den Wasserhahn abzudrehen und das Waschbecken läuft über. Mit einer Privathaftpflicht im Pflegeheim müssen zumindest Ersatzansprüche und weitere finanzielle Folgen nicht selbst getragen werden. Sollte der Versicherer im Schadensfall dennoch nicht zahlen, ist dies zumeist in der Erkrankung begründet: Demente Personen gelten laut Gesetz – ähnlich wie Kinder unter sieben Jahre – als deliktunfähig. Dementsprechend müssen sie für den verursachten Schaden nicht haften und die Versicherung ist in diesem Fall nicht dazu verpflichtet, für den Schadensersatz aufzukommen. Sollten die Geschädigten vor Gericht ziehen, um die Ersatzansprüche durchzusetzen, agiert die Privathaftpflicht in der Regel als Rechtsschutzversicherer und wehrt die Forderungen ab – und zwar auf eigene Kosten. Ist der Geschädigte allerdings ein Bekannter, kann diese Praxis zumindest für die Angehörigen unangenehm sein. Bei vielen Anbietern können Sie Deliktunfähigkeit mitversichern lassen. In diesem Fall greift die Versicherung auch dann, wenn der Versicherte von Gesetzes wegen nicht haftbar ist.