Unterwegs mit dem Pferdeanhänger – worauf achten?

Pferd an Bord: So sind Sie sicher unterwegs

Unterwegs mit dem Pferdeanhänger – worauf achten?

Ihr Fahrzeug hat zwar eine Pferdestärke mehr – doch das macht das Fahrzeug in diesem Falle nicht spritziger, sondern unter Umständen ziemlich unhandlich. Gerade noch ungeübte Fahrer stellt das Ziehen eines Pferdetransporters oft vor große Herausforderungen. Mit unseren Tipps sind Sie auch mit Pferd sicher auf der Straße unterwegs.

Wer darf einen Anhänger fahren?

Wer einen Pferdetransporter ziehen möchte, benötigt dafür einen speziellen Führerschein. Diese Regelung gilt bereits seit 1999. Voraussetzung ist ein Führerschein der Klasse B; dann kann ergänzend die Klasse BE oder B96 erworben werden.

Mit dem B-Führerschein der Schlüsselkennzahl 96 dürfen Sie Fahrzeugkombinationen fahren, deren Gesamtgewicht 4.250 kg nicht überschreiten. Mit der Klasse BE darf ein Gesamtgewicht von 3.500 kg nicht überschritten werden. Für den Führerschein der Klasse BE müssen Sie eine Prüfung in der Fahrschule ablegen. Den Eintrag der Schlüsselkennzahl 96 erhalten Sie nach einer eintägigen Schulung in einer zugelassenen Fahrschule. Die Kosten dafür belaufen sich auf etwa 350 bis 700 €.

Wie schwer ist mein Gespann?

4.250 kg bzw. 3.500 kg klingt erst einmal viel. Das Gewicht errechnet sich jedoch aus mehreren Faktoren: dem Gewicht Ihres Fahrzeugs samt mitfahrenden Personen, etwaigem Gepäck und Zubehör, das für die Pferde mitgeführt werden muss, dem Anhänger selbst und natürlich den Pferden. Pferdeanhänger allein haben ein Leergewicht von immerhin etwa 500 kg bis 1.200 kg. So kommt man schnell zu einem relativ hohen Gesamtgewicht. Wiegen Sie also das Gespann, bevor Sie sich auf den Weg machen, um sich unnötigen Ärger zu ersparen.

Darauf müssen Sie beim Fahren mit dem Pferdeanhänger achten

Das Fahren mit Anhänger ist reine Übungssache. Nach einiger Zeit werden Sie sich auf der Straße auch mit Anhänger sicher fühlen. Hauptprobleme beim Ziehen des Anhängers sind das Rangieren sowie das Fahrverhalten des Hängers, zum Beispiel in Kurven.

Das Rangieren lernt sich recht schnell. Haben Sie sich einmal daran gewöhnt, dass Sie umdenken und immer in die der Fahrtrichtung entgegengesetzte Richtung lenken müssen, fällt Ihnen auch das Einparken ganz leicht.

Beim Fahren ist es vor allem wichtig, gleichmäßig und vorausschauend zu fahren. Auch sollten Sie nicht allzu schnell unterwegs sein. So verhindern Sie, dass der Anhänger ins Schlingern gerät – und auch Ihr Pferd wird es Ihnen sicher danken.

Gerät der Pferdeanhänger außer Kontrolle, kann das das ganze Gespann umwerfen. Sollte der Hänger anfangen, gefährlich zu schlingern, nehmen Sie Gas weg. Sollte das nicht ausreichen, versuchen Sie es mit einer starken Bremsung. Das wird in den meisten Fällen helfen, den Anhänger wieder „auf Kurs“ zu bringen. Auch wenn es oft zu hören ist: Gas geben hilft nicht, den Anhänger zu stabilisieren!

Das Pferd unterwegs im Anhänger

Natürlich spielt auch das Pferd mit seinem Verhalten eine wichtige Rolle beim Transport. Ein ruhiger Mitfahrer im Anhänger ist in jedem Fall besser als ein aufgeregter und verängstigter.

Darum sollten Sie Ihr Pferd langsam an den Anhänger gewöhnen, so dass dieser ihm schon vertraut ist, wenn es auf große Fahrt geht. Das Pferd sollte im Anhänger nie im Dunkeln stehen. Heu zum Fressen sollte auch immer da sein.

Auch wenn Sie vielleicht denken, es sei eine gute Idee, wenn das Tier in den Fahrpausen ein bisschen frische Luft bekommt – lassen Sie es nicht aus dem Hänger. Das Pferd könnte sich losreißen und so zur Gefahr für den Straßenverkehr und sich selbst werden. Ganz davon abgesehen, kann es ziemlich mühselig werden, wenn Ihr Pferd dann so gar keine Lust hat, wieder einzusteigen.

Für alle Fälle sollten Sie sich um eine gute Versicherung für Pferd und Anhänger kümmern. Achten Sie also neben einer passenden Kfz-Versicherung für Ihr Auto auch auf die richtige Versicherung des ganzen Gespanns. Eine gute Versicherung für Pferdeanhänger erkennen Sie daran, dass sie Punkte abdeckt wie eine Deckungssumme von mindestens 100 Mio. Euro und eine flexible Selbstbeteiligung.