Nachbarschaftsstreit: Rechtsschutz-Absicherung gegen teure Prozesskosten

Mietrechtsschutz und Vermieterrechtsschutz kommen auch für Kosten einer Schlichtung auf - Police startet meist mit einer Wartezeit

Nachbarschaftsstreit: Rechtsschutz-Absicherung gegen teure Prozesskosten
Vor allem in dicht bebauten Siedlungen ist es wichtig, einen Weg zu finden, mit den Nachbarn auszukommen. Und das ist nicht immer leicht. Denn im Nachbarschaftsrecht geht es nicht in erster Linie um Grundstücksgrenzen. Eine Grenze zwischen den streitenden Nachbarn muss nicht einmal bestehen. Vielmehr sind anhaltender Lärm oder häufige Geruchsbelästigungen grenzübergreifende Ärgernisse, die häufig zu Auseinandersetzungen führen. In Deutschland regelt das Nachbarrechtsgesetz Teile des Nachbarrechts in dem jeweiligen Bundesland. Nachbarschaftsstreitigkeiten machen nach wie vor einen großen Teil aller Gerichtsprozesse aus. Viele Bundesländer versuchen daher über die Förderung von Mediationsverfahren, in denen zwischen den streitenden Parteien außergerichtlich vermittelt werden soll, die steigende Zahl an Prozessen zu minimieren. Mit einer Privatrechtsschutz kann man sich entsprechend gegen teure Prozesskosten absichern.
 

Nachbarstreit: Rechtsschutz gibt es für Mieter, Eigentümer und Vermieter

 
Eine Rechtsschutzversicherung übernimmt grundsätzlich die Kosten für Beratung und Schlichtung, einen Anwalt und auch die Gerichts- und Sachverständigenkosten, sollte es zu einem Gerichtsverfahren kommen. Im Falle einer Niederlage werden auch die gegnerischen Anwaltskosten getragen. Da solche Verfahren schnell teuer werden können, ist es gut, wenn man über eine Rechtsschutzversicherung verfügt. Viele Rechtsschutzversicherer bieten Verträge an, mit denen man Nachbar- und Grundstücksstreitigkeiten versichern kann. Doch nicht nur für Grundstücks- und Wohnungseigentümer ist dieser Schutz empfehlenswert, sondern auch für Mieter. Für Hausbesitzer und Mieter kommt ein Wohnrechtsschutz, auch Mietrechtsschutz genannt, infrage, der nicht nur bei Konflikten in Zusammenhang mit der Mietwohnung greift. Auch angemietete Garagen und Abstellplätze sind inbegriffen. Für Vermieter kann sich ein Vermieter-Rechtsschutz bezahlt machen.
Bei den meisten Versicherungen kann die Police wie bei einem Baukasten-Prinzip entweder im Rahmen eines Gesamtpakets oder als gesonderte Rechtsschutzversicherung abgeschlossen werden. Als Versicherungsnehmer wählt man aus, für welche Rechtsbereiche man sich absichern möchte und kann genau für die Lebensbereiche vorsorgen, die einem besonders wichtig sind.
 

Ein privater Rechtsschutz versichert ausschließlich das zukünftige Risiko

 
Obwohl man sich nicht gern streitet, bleibt manchmal nur die Option, einen Rechtsanwalt einzuschalten. Das ist meist dann der Fall, wenn man sich mit den Nachbarn partout nicht einigen kann oder man schon so lange im Clinch miteinander liegt, das keine gütliche Lösung mehr möglich scheint. Dann muss ein Gericht entscheiden, wer Recht hat. Typische Fälle für Nachbarschaftsstreitigkeiten sind zum Beispiel hohe Hecken oder Bäume, die dem Nachbarn das Licht nehmen, Grillpartys auf dem Balkon, lärmende Kinder, sonntägliches Rasenmähen, Krach während der Ruhezeiten, und so weiter. Aber auch ungerechtfertigte Nebenkostenabrechnungen, unzulässige Kündigungen seitens des Vermieters wegen Eigenbedarfs oder ignorierte Schäden an einem Mietobjekt sind Fälle, in denen eine Private Rechtsschutzversicherung greift.
Wenn man schon einen Streit mit den Nachbarn oder Vermieter führt, bringt der Abschluss einer Rechtsschutzversicherung in der Regel nichts. Abgesichert wird nur das künftige Risiko. Um bestehende Zwistigkeiten aus der Haftung auszuschließen, muss man ab Vertragsunterzeichnung mit einer Wartezeit von drei Monaten rechnen, bevor man eine Rechtsschutzversicherung überhaupt das erste Mal in Anspruch nehmen kann. Man sollte sich vor Abschluss jedoch genau erkundigen, was der Vertrag alles absichert.