Hat ein H-Kennzeichen Vorteile für die Versicherung?

Oldtimer führen häufig ein H-Kennzeichen

Oldtimer führen häufig ein H-Kennzeichen

Kfz-Versicherungsschutz für Oldtimer: H-Kennzeichen, Saison- und rotes Wechselkennzeichen – welche Kosten entstehen und was für Youngtimer gilt

Wer sich mit einem Oldtimer auf die Straße begibt, muss das Fahrzeug vorher versichern. Aber wie? Welche Kfz-Versicherungen es für die mehr als eine halbe Million Fahrzeuge gibt, die in Deutschland als Oldtimer zugelassen und damit mindestens 30 Jahre sind, was für und gegen Saison- und Wechselkennzeichen spricht und, ob das H-Kennzeichen Vorteile für Oldtimer hat, erfahren Sie hier.

 
Was kostet eine Oldtimer-Versicherung?
 

Wie versichere ich einen Oldtimer?

Ein Oldtimer kann auf verschiedene Arten versichert werden. Der passende Versicherungsschutz hängt beispielsweise von der jährlichen Fahrleistung und der Nutzung im Alltag ab. Grundsätzlich benötigt jeder Oldtimer mindestens eine Kfz-Haftpflichtversicherung.

Folgende Optionen für die Versicherung von Oldtimern gibt es:

  • Ganzjährige Versicherung
  • Saisonale Versicherung
  • Versicherung mit einem Wechselkennzeichen für mehrere Fahrzeuge

Was kostet eine Kfz-Versicherung für Oldtimer?

Wer mit einem Oldtimerkennzeichen unterwegs ist, kann sich häufig über günstige Autoversicherungsbeiträge freuen. Ein wesentlicher Grund ist, dass Oldtimer in der Regel weniger und oft nur bei gutem Wetter unterwegs sind, daher sind sie auch seltener in Unfälle verwickelt. Folglich stufen Kfz-Versicherungen die Liebhaber-Fahrzeuge in der Schadensfreiheitsklasse meist niedrig ein – das senkt die Versicherungskosten der Kaskoversicherung.

Diese Faktoren bestimmen die Kosten für eine Oldtimer-Versicherung:

  • Alter des Fahrzeugs
  • Alter des Fahrzeughalters
  • Fahrleistung pro Jahr, beispielsweise 10.000 km oder mehr
  • Ganzjähriger oder saisonaler Gebrauch




Wertsteigerung im Blick behalten: Achten Sie darauf, dass die Versicherungssumme mit dem Wert Ihres Oldtimers jährlich steigt. Nur dann sind Sie ausreichend versichert.




 

Mit diesen Kennzeichen können Oldtimer zugelassen werden

Grundsätzlich können Oldtimer auch mit einem „normalen“ Kennzeichen fahren. Dann ist aber das Fahren in der Umweltzone vieler Städte teilweise nicht möglich, da die Voraussetzungen für eine grüne Umweltplakette häufig nicht erfüllt sind. Das Fahren ohne Plakette in der Umweltzone ist nur für Fahrzeuge mit H-Kennzeichen und Wechsel-Kennzeichen erlaubt.

  • H-Kennzeichen

Besonders verbreitet ist das sogenannte H-Kennzeichen. Das „H“ steht für historisch und ist an das eigentliche Kennzeichen angefügt, beispielsweise: B-MM 123H. Neben einer gültigen TÜV-Plakette (Hauptuntersuchung) sollte das Fahrzeug möglichst original, gut gepflegt und straßentauglich sein, um ein H-Kennzeichen zu erhalten. Darüber hinaus ist ein Oldtimer-Gutachten nach § 23 Straßenverkehrsordnung (StVZO) Voraussetzung, das bescheinigt, dass es sich bei diesem Fahrzeug um ein „Kulturgut“ handelt.

Ein großes Plus des H-Kennzeichens sind die niedrigen Steuern: Pro Jahr werden lediglich 191,73 Euro Steuern für Pkw und Lkw fällig, unabhängig vom Modell. Für Motorräder sind es 46,02 Euro. Seit 2017 ist auch ein saisonales H-Kennzeichen möglich. Wer sein Fahrzeug nur für sechs Monate pro Jahr zulässt, zahlt lediglich knapp 96 Euro Steuern. Zudem darf mit dem H-Kennzeichen sogar in Umweltzonen gefahren werden – auch ohne Umweltplakette.

H-Kennzeichen Vorteile für die Versicherung
 
 
  • Saisonkennzeichen: die Alternative zum H-Kennzeichen

Oldtimer können auch mit einem Saisonkennzeichen fahren. Die Anmeldung beträgt mindestens zwei, maximal elf Monate pro Jahr. Da der Zeitraum vorher verbindlich festgelegt wird, entstehen keine Kosten für An- und Abmeldung. Kfz-Steuer muss dann nur für die angemeldete Zeit gezahlt werden, dazu kommt häufig ein günstiger Versicherungstarif fürs ganze Jahr. Während der abgemeldeten Zeit muss der Klassiker in der Garage bleiben, um beispielsweise zu überwintern und darf nicht im öffentlichen Raum stehen.

  • Wechselkennzeichen: Das Rote 07-Kennzeichen

Mit dem roten 07-Oldtimerkennzeichen können gleich mehrere Fahrzeuge bewegt werden. Dies ist ein klarer Vorteil für Oldtimer-Liebhaber, die über eine Klassiker-Sammlung verfügen. Das rote Kennzeichen kann einfach umgesteckt werden, allerdings muss ein Fahrtenbuch geführt werden. Die roten Kennzeichen werden auch Wechselkennzeichen genannt. Die Höhe der Steuern beträgt wie beim H-Kennzeichen 191,73 Euro für Pkw und Lkw, für Zweiräder 46,02 Euro. Eine wesentliche Einschränkung ist, dass Wechselkennzeichen nicht im Alltag genutzt werden dürfen, sondern nur für bestimmte Ausfahrten:

Diese Unterlagen braucht man für die Oldtimer-Zulassung

  • Ausweisdokument (Personalausweis oder Reisepass mit Meldebestätigung)
  • Zulassungsbescheinigung I und II (Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief)
  • Bisheriges Kennzeichen
  • Versicherungsbestätigung oder eVB-Nummer
  • Für das H-Kennzeichen zusätzlich das Oldtimer-Gutachten und HU-Beleg




Klassiker ist Klassiker: Für Motorrad- und Wohnmobil-Oldtimer gelten dieselben Zulassungs- und Versicherungsbedingungen wie für Oldtimer-Pkw.




 
Bei der Autoversicherung sparen?
 

Die beliebtesten Oldtimer-Modelle der Deutschen

  1. VW Käfer
  2. Mercedes-Benz W 123
  3. Mercedes-Benz SL (R 107)
  4. Porsche 911
  5. Mercedes-Benz W124
  6. Mercedes-Benz Strich 8
  7. VW Transporter (Bulli) T3 und T4
  8. Mercedes-Benz W116 und W126
  9. BMW 3er
  10. VW Golf I und II
Quelle: VDA, 2020

Wann wird ein Fahrzeug eigentlich als Oldtimer bezeichnet?

Für die Bezeichnung Oldtimer müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Der TÜV definiert ein Auto, Nutzfahrzeug oder Motorrad als Oldtimer, wenn es mindestens 30 Jahre alt ist – konkret vor mindestens 30 Jahren erstmals zugelassen wurde. Weitere Voraussetzungen sind, dass das Fahrzeug mehrheitlich der originalen Gestaltung entspricht, in einem guten Zustand ist und zur Pflege des kraftfahrzeugtechnischen Kulturgutes dient – das Modell war beispielsweise prägend für eine Epoche.

Ein BMW-Cabrio aus dem Jahr 1975, das über eine nachgerüstete Klimaanlage, elektrische Fensterheber und einen Motor aus dem Jahr 2019 verfügt, wird also bei der Begutachtung voraussichtlich nicht die Bedingungen erfüllen.




Gutachten ist Pflicht: Nur Fahrzeuge, die durch ein Gutachten als Oldtimer anerkannt wurden, dürfen mit dem 1997 eingeführten sogenannten H-Kennzeichen (Historisch) zugelassen werden.




Was gilt für Youngtimer?

Als Youngtimerwerden Fahrzeuge bezeichnet, die älter als 20 Jahre, aber jünger als 30 Jahre sind – denn dann wären es bereits Oldtimer. Grundsätzlich hat die Bezeichnung „Youngtimer“ keine zulassungs- sowie steuerrelevanten Folgen. Allerdings kann sie für die Kfz-Versicherung relevant werden. Hier gibt es nämlich bei einigen Anbietern besondere Versicherungsmodelle die Liebhaberfahrzeuge versichern, die noch nicht als Oldtimer gelten. Für die Aufnahme in eine Youngtimer-Versicherung sind jedoch strenge Kriterien zu erfüllen. Dazu gehört etwa ein Mindestwert des Fahrzeugs sowie Anforderungen an den Zustand. Dieser sollte gut bis sehr gut sein und keine wesentlichen Veränderungen gegenüber dem Original aufweisen.

Sind Sie Liebhaber von Klassikern oder doch eher Neuwagen-Fan? Berechnen Sie jetzt bequem Ihren günstigen Tarif mit unserem Online-Tarifrechner und wechseln Sie zu Verti – dem zweitgrößten Kfz-Direktversicherer Deutschlands! Haben Sie Fragen zu unseren Tarifen oder wünschen Sie ein persönliches Angebot? Dann erreichen Sie uns telefonisch unter 030 – 890 003 003.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie hier: