Autoversicherung – Jemand anderes fährt mein Auto

Was bedeutet es für die Autoversicherung wenn mehrere Fahrer das Auto nutzen?

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Autoversicherung – Jemand anderes fährt mein Auto

Nicht immer sitzt der Versicherungsnehmer, der Fahrzeughalter oder der Besitzer selbst hinter dem Steuer. Es gibt zahllose Situationen, in denen jemand anderes das Auto fährt. Je nach Situation kann es sich bei den anderen Fahrern z.B. um die eigenen Kinder, Freunde oder um potenzielle Autokäufer handeln. Wir klären auf, was das für Ihre Autoversicherung bedeutet.

Weiteren Fahrer vorsorglich in die Police aufnehmen

Jede Autoversicherung möchte vor Zustandekommen des Versicherungsverhältnisses wissen, wer das Auto fahren wird. Die Versicherung will das Risiko bewerten und erkundigt sich deshalb nach weiteren Fahrern. Die geben Sie nach besten Wissen und Gewissen an. Ändert sich später was, können Sie Ihre Kfz-Versicherung problemlos anpassen – per Anruf oder per E-Mail.

Verursacht einer der eingetragenen Fahrer einen Unfall, zahlt Ihre Versicherung im Regelfall. Allerdings hängt von der Anzahl der Fahrer und deren Alter die Beitragshöhe Ihrer Autoversicherung ab. Versicherungsnehmer müssen also Kosten und Risiken abwägen, bevor sie beispielsweise die 19-jährige Tochter in den Versicherungsschein aufnehmen.

Ist jeder berechtigte Fahrer eines Autos versichert?

Angenommen, der Vater hat seine Tochter nicht in die Police eingetragen. Er hat es einfach vergessen. Mit Papas Wagen verursacht sie kurz darauf einen Unfall – was jetzt?

Grundsätzlich schützt die Versicherung jeden berechtigten Fahrer, der einen Unfall baut. Der Kfz-Versicherer reguliert den Schaden selbst dann, wenn jemand anderes gefahren ist als ein angegebener Fahrer. Allerdings besteht das Risiko, dass der Versicherungsnehmer eine zusätzliche Zahlung an den Kfz-Versicherer zu leisten hat. Häufige Reaktion: Die Autoversicherung reguliert den Schaden, fordert jedoch die Differenz zum Betrag nach, den sie bei einem ordnungsgemäßen Eintrag in die Police erhalten hätte. Ebenfalls eine mögliche Folge: Die Versicherung verlangt vom Versicherungsnehmer eine Strafzahlung.

Unser Tipp: Gehen Sie keine Risiken ein. Verzichten Sie lieber auf den Beitragsvorteil. Tragen Sie alle Fahrer in die Police ein, die voraussichtlich mit Ihrem Auto fahren werden. Falls die Angaben später nicht hinkommen: Sie können andere Fahrer jederzeit nachmelden.

Das Auto verleihen – so sieht die rechtliche Regelung aus

Der Verleih des eigenen Pkw innerhalb von Familie oder Freundeskreis ist nicht ungewöhnlich. Aber was gilt bei einem Unfall?

Annahme 1: Der Fahrer ist nicht schuld. Dann spielt es keine Rolle, ob er im Versicherungsschein steht oder nicht. Verantwortlich ist der Unfallverursacher. Dessen Kfz-Versicherung übernimmt die Kosten des Schadens. Wenn die eigene Versicherung davon erfährt, kann es trotzdem zu den Zusatzkosten für den weiteren Fahrer kommen, der dann trotzdem in die Police eingetragen werden könnte.

Annahme 2: Der berechtigte Fahrer hat Alkohol getrunken und lässt den Kollegen fahren. So ziemlich jede Autoversicherung wird dann nachberechnen.

Annahme 3: Der berechtigte Fahrer bittet den Nachbarn, ihn zur Notaufnahme zu fahren. Der dargestellte Fall stellt keinen Notfall dar. Hier hätte der Versicherungsnehmer einen Krankenwagen oder ein Taxi rufen können.

Annahme 4: Der Versicherungsnehmer fährt mit einem Freund auf einer Landstraße. Plötzlich bekommt der Fahrer einen Herzinfarkt. Kein Auto weit und breit und kein Handyempfang, um einen Notarzt rufen zu können. Somit fährt Freund, der nicht eingetragen war, den Versicherungsnehmer ins Krankenhaus. Passiert dabei ein Unfall, dürften die meisten Kfz-Versicherer den Notfall akzeptieren und auf eine Nachzahlung verzichten.

Kein anderer Fahrer in der Kfz-Versicherung eingetragen

Das Risiko beim Spontanverleih ist: Nach einem Unfall streiten sich Versicherungsnehmer und nicht eingetragener Fahrer um die Kosten. Wer zahlt, wenn die Versicherung den Beitrag nachträglich aufstockt? Freundschaften können daran zerbrechen. Die Versicherung mischt sich in diese Privatangelegenheit nicht ein. Wir können lediglich zwei Situationen betrachten, die öfter auftreten:

  1. Der Versicherungsnehmer bittet jemanden, für ihn zu fahren: Dann ist es nur fair, wenn er das Risiko trägt. Er sollte sowohl die Nachforderung als auch die Kosten einer eventuellen Anpassung der Schadenfreiheitsklasse selbst bezahlen.
  2. Jemand borgt sich das Auto:Der Nachbar muss schnell zum Baumarkt und bittet um den Wagen. Dann könnte der Versicherungsnehmer die Kosten ohne Gewissensbisse an den Fahrer weiterberechnen.

Unser Tipp: Soll jemand den Pkw fahren, der nicht im Versicherungsschein steht, regeln Sie die Haftung am besten vorher. Das gilt vor allem, wenn Sie keine Vollkasko-Versicherung haben. Dann kommt die Versicherung bei einem Unfall nämlich nicht für Schäden am eigenen Fahrzeug auf.