Kfz-Steuer Reform 2021: Spritschlucker werden zur Kasse gebeten

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Kfz-Steuer Reform 2021: Spritschlucker werden zur Kasse gebeten

Höhere Kfz-Steuer für mehr Klimaschutz: Seit 1.1.2021 zahlen Neuwagen mit hohem Spritverbrauch mehr – ob und wie Sie das betrifft, lesen Sie hier

Wer sich ab diesem Jahr einen Neuwagen zulegen will, sollte beim Kauf ganz genau auf den Spritverbrauch achten – denn je mehr das Auto schluckt und damit höhere CO2-Emissionen erzeugt, desto teurer wird die Kfz-Steuer. Grund dafür ist die neue Reform der Kfz-Steuer. Seit 1.1.2021 ist sie in Kraft und betrifft insbesondere Spritschlucker wie SUV oder Sportflitzer. Die Reform ist eine Maßnahme der Bundesregierung zum Vorantreiben des Klimaschutzes. Betroffen sind dabei übrigens nur Pkw mit Erstzulassung ab 2021 – für bereits zugelassene Autos bleibt alles beim Alten. Was sich für die neue Kfz-Steuer im Detail geändert hat, wer draufzahlt und wie viel teurer es für Betroffene wird – Lesen Sie hier weiter.

Für den Klimaschutz: Hohe Spritverbraucher zahlen höhere Kfz-Steuer 

Im Oktober 2020 war die Reform der Kfz-Steuer im Bundestag beschlossene Sache: Seit 1.1.2021 kassiert der Staat bei neu zugelassenen Autos mit hohem Spritverbrauch mehr Kfz-Steuer. Das Inkrafttreten dieser Maßnahme zur Förderung des Klimaschutzes dürfte jedoch bei manchen alles andere als Freude ausgelöst haben.

Denn während Käufer von klimafreundlichen E-Fahrzeugen sich über die verlängerte doppelte E-Auto Prämie freuen dürfen, werden geneigte Verbrenner-Liebhaber künftig stärker zur Kasse gebeten. Das betrifft insbesondere die SUV- und Sportwagenfahrenden.

Der Zweck der Reform: Einfach gesagt soll der steuerliche Vielschlucker-Aufschlag die Bürger dazu motivieren, sich statt einer „CO2-Schleuder“ lieber ein spritsparendes Fahrzeug zu kaufen. Dazu belohnt die Regierung auch diejenigen, die gleich ganz auf emissionsfreie E-Autos umsteigen.

Wie teuer wird die neue Kfz-Steuer? 

Neben dem Hubraum galt bis dato bei der Besteuerung von Pkw mit einem CO2-Ausstoß von mehr als 95 Gramm pro Kilometer ein einheitlicher Steuersatz von 2 Euro je g/km. Ab jetzt fällt jedoch die CO2-Komponente bei der Besteuerung stärker ins Gewicht.

Damit gelten für Pkw-Erstzulassungen ab dem 1. Januar 2021 stufenweise ansteigende Steuersätze. Es gilt also: je höher der CO2-Wert, desto höher der Steuersatz. Dieser steigt somit ab Stufe 1 von 2 Euro je ausgestoßenes Gramm Kohlendioxid pro Kilometer auf bis zu 4 Euro je g/km in der höchsten Stufe 6.

 
Die gute Nachricht:

Sie fahren seit Juni 2020 einen neuen Verbrenner mit weniger als 95 Gramm CO2-Ausstoß? Dann winkt Ihnen ein jährlicher Steuerbonus von 30 Euro für bis zu 5 Jahre. Dieser Bonus gilt für alle bis Ende 2024 erstmals zugelassenen Pkw mit geringerem CO2-Emissionswert. Und: Wenn Sie sich ein E-Fahrzeug zulegen, sind Sie bis 2025 ganz von der Kfz-Steuer befreit.

 

Halter von neuen Fahrzeugen, die den Grenzwert von 95 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer nicht überschreiten, sind von der Erhöhung des Kfz-Steuersatzes nicht betroffen. Bei einem CO2-Ausstoß zwischen 96 bis 115 Gramm CO2 kommt der bekannte Aufschlag von 2 Euro je weiteres ausgestoßene Gramm CO2 zum Tragen – nach der neuen Reform entspricht dies der Stufe 1.

Die neue Kfz-Steuer-Staffelung in Zahlen:

CO2-Ausstoß pro km Kfz-Steuer Aufschlag
Stufe 0: bis 95 g keine Steuersatzerhöhung
Stufe 1: 96 bis 115 g 2,00 Euro
Stufe 2: 116 bis 135 g 2,20 Euro
Stufe 3: 136 bis 155 g 2,50 Euro
Stufe 4: 156 bis 175 g 2,90 Euro
Stufe 5: 176 bis 195 g 3,40 Euro
Stufe 6: Über 196 g 4,00 Euro
 

So wird die neue Kfz-Steuer künftig berechnet 

Die Kriterien zur Berechnung der Steuerhöhe regelt das Kraftfahrzeugsteuergesetz. Demnach sind Fahrzeugart, Antrieb, Hubraum und der CO2-Ausstoß ausschlaggebend. Mit der Reform der Kfz-Steuer werden künftig die Abgasnorm, also die Einstufung in eine Schadstoffklasse, sowie der CO2-Ausstoß verstärkt gewichtet.

 
Hier ein Berechnungsbeispiel – gefunden auf der Seite „auto motor & sport“

Ein Benziner mit einem Hubraum von 998 ccm und einem CO2-Ausstoß von 114 g/km (Differenz zum Grenzwert von 95 g/km beträgt 19 Gramm) kostet nach wie vor 58 Euro im Jahr. So wird's berechnet:

Sockelbetrag für Hubraum = 20 Euro (10 x 2 Euro)
+ Vermehrter CO2-Ausstoß (Stufe 1) = 38 Euro (19 x 2 Euro)
  ergibt 58 Euro Kfz-Steuer

Für einen Benziner mit 1.498 ccm Hubraum und einem CO2-Ausstoß von 145 g/km steigt die Steuer von 130 auf 139 Euro. Teurer wird es beispielsweise auch für einen Diesel mit 2.967 ccm Hubraum und 221 g/km – hier werden künftig 649 statt 537 Euro Kfz-Steuer fällig.

 

Wer sich ein neues Fahrzeug zulegen und die jährlich fällige neue Kfz-Steuer selbst berechnen will, dem empfehlen wir den Kfz-Steuer-Rechner des Bundesfinanzministeriums. Nach Eingabe der Fahrzeugkriterien wie Fahrzeugart, Antriebsart, Hubraum und CO2-Wert, lässt sich die Höhe der jährlichen Kfz-Steuer schnell ermitteln.

Kritikern geht die Kfz-Steuer-Reform nicht weit genug 

Es ist nicht leicht, es allen recht zu machen. Das bekommt auch die Bundesregierung zu spüren. Zwar wolle man versuchen, mit der Reform CO2-Emissionen zu senken und dadurch besser die Klimaziele zu erreichen. Gleichzeitig soll jedoch die Mobilität für die Bürger bezahlbar bleiben. Und damit ruft die Kfz-Steuer-Reform diverse Kritiker auf den Plan.

Zu ihnen zählen unter anderem Umweltschützer, die Grünen oder auch der ADAC. Der Tenor der Kritik: die CO2-basierte Kfz-Steuer sei im Vergleich zu anderen europäischen Ländern noch zu niedrig, um den Klimaschutz in Deutschland nachhaltig tatsächlich merkbar zu fördern.

Insgesamt sei die Reform zu dürftig, um die gesetzten Ziele zu erreichen. Denn weder mache sie das Fahren von Spritschluckern finanziell spürbar unattraktiv, noch schaffe sie ausreichend Anreiz, auf emissionsärmere Pkw umzusteigen.

Wenn es nach ADAC-Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand geht, ist die Reform ein akzeptabler Kompromiss für den Moment. Jedoch mit Blick nach vorne wäre eine optimale Lenkungswirkung erst zu erzielen, wenn die Kfz-Steuer konsequent und vollständig am CO2-Ausstoß ausgerichtet werde.

 
Gut zu wissen:

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Ob und inwiefern die aktuelle Reform der Kfz-Steuer und weitere Maßnahmen zum Klimaschutz im Mobilitätsbereich in Zukunft noch verschärft werden, wird sich also noch zeigen. Ausschlaggebend wird hier zum Beispiel auch das Ergebnis der im September 2021 anstehenden Bundestagswahl sein – warten wir es ab.

Ganz gleich, ob Sie sich in 2021 einen neuen Verbrenner, einen Plug-In-Hybrid oder ein Elektroauto zulegen wollen, mit der Suche nach einer günstigen und zuverlässigen Autoversicherung brauchen Sie nicht zu warten.

Mit unserem Onlinerechner können Sie gleich hier ganz einfach Ihren persönlichen Tarif berechnen. Erfahren Sie sofort, ob und wieviel Sie mit einem Wechsel zu Verti sparen. Bei Fragen steht Ihnen unser Serviceteam per E-Mail oder telefonisch unter 030 - 890 003 003 gern beratend zur Seite – und im Schadenfall erreichen Sie uns natürlich rund um die Uhr!

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