Euronormen bei PKW – welche gibt es und was bedeuten sie?

Über die Schadstoffklassen für Kraftfahrzeuge

( Wörter)

Euronormen bei PKW – welche gibt es und was bedeuten sie?

Im Zuge des Abgasskandals waren sie wieder in aller Munde: die Euronormen für PKW. Doch sie sind für alle relevant – nicht nur, weil man damit der Umwelt etwas Gutes tut, sondern auch, weil man damit bei den Steuern eine Menge Geld sparen kann: Je höher die Klasse, desto weniger zahlt man. Was aber bedeutet die Euronorm und die einzelnen Kennziffern eigentlich genau?

Das System Euronorm

Abgasnormen gibt es viele – die Euronorm ist nur eine von ihnen, nämlich die in der EU ausgearbeitete und für alle europäischen Mitgliedsstaaten verbindliche. Die ersten europaweit verbindlichen Normen wurden 1970 festgelegt. Seit 1992 gibt es die Regeln für die Typgenehmigung, die wir heute als Euronorm kennen. Diese Regeln legen fest, wie hoch der Emissionsausstoß von Fahrzeugen maximal sein darf. Die Grenzen werden dabei nach und nach verschärft. Darum gibt es verschiedene Euronormen, genauer gesagt die Euronormen von 1 bis 6. Zusätzlich gibt - beziehungsweise gab - es auch noch innerdeutsche Normen (D1-3), die aber zugunsten der europäischen Regelungen an Bedeutung verloren haben und mittlerweile eher ungebräuchlich sind.

Euronormen für PKW – welche Norm hat mein Fahrzeug?

Neben den PKW-Euronormen gibt es auch gesonderte Regeln für LKW und Motorräder. Für PKW gibt es die Euronormen 1 bis 6. Euronorm 5 teilt sich auf in 5a und 5b, Euronorm 6 in 6, 6b, 6c, 6d-TEMP und 6d. Ganz schön kompliziert? Noch nicht mal so sehr. Denn das Problem, das viele Autobesitzer haben, ist, dass in ihrem Fahrzeugschein nun aber nicht die Euronorm selbst steht, sondern eine Kennziffer, die einer der Euronormen zugeordnet ist. Zu finden ist diese Kennziffer im Feld 14.1; bei Papieren, die vor 2005 ausgestellt wurden, stehen sie im Feld „Schlüsselnummer zu 1“.

Ganz grob gesagt: Finden Sie im Fahrzeugschein eine Ziffer zwischen 01 und 88, entspricht Ihr Fahrzeug Euro 1 bis 4, steht dort eine Kombination aus Ziffern und Buchstaben, hat es mindestens Euro 5.

Genauer sind die Ziffern wie folgt verteilt:

  • Euro 1-Kennziffern: 01-04, 09, 11 bis 14, 16, 18, 21, 22, 77
  • Euro 2-Kennziffern: 25 bis 29, 34, 35, 40, 41, 49, 71
  • Euro 3-Kennziffern: 30, 31, 36, 37, 42, 44 bis 61
  • Euro 4-Kennziffern: 32, 33, 38, 39, 43, 62 bis 70
  • Euro 5-Kennziffern: 35AO bis 35MO
  • Euro 6-Kennziffern: 36NO bis 36YO

Ferner gibt es noch die Klasse „Sonstige“, zu der die Ziffern 00, 05 bis 08, 10, 15, 17, 19, 20, 23, 24 und 88 gehören.

Warum sind die Kfz-Euronormen für mich wichtig?

Es gibt hauptsächlich zwei Gründe, warum die Euronormen für Autobesitzer relevant sind: Zunächst einmal spart derjenige bei der Kfz-Steuer, dessen Auto einer höheren Schadstoffklasse aufweist – und zwar erheblich. Der Unterschied zwischen Euro 2 und Euro 4 kann gut und gern hundert Euro und mehr betragen.

Zudem ist die Euroklasse relevant für die Vergabe der Umweltplaketten. Mehr und mehr Städte verbannen Fahrzeuge mit schlechten Abgaswerten aus dem Innenstadtbereich – Fahrzeuge mit gelber oder roter Plakette dürfen dort dann nicht fahren. Das kann ziemlich unpraktisch für all diejenigen werden, die gern und oft mit dem Auto unterwegs sind, aber keine der neueren Abgasnormen erfüllen. Es ist davon auszugehen, dass diese Regelungen eher verschärft werden. Daher empfiehlt es sich in diesen Fällen zu prüfen, ob sich eine Aufrüstung des Fahrzeugs lohnt.

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