Was muss vor dem Tod geregelt werden?

Wie Sie sich und Ihre Angehörigen für den Tag X wappnen

( Wörter)

Im Todesfall erfolgt die Auszahlung der Risikolebensversicherung
Mit dem eigenen Tod beschäftigt sich niemand gerne. Ihren Angehörigen zuliebe sollten Sie im Vorfeld aber bestimmte Dinge regeln. So erleichtern Sie Ihren Hinterbliebenen Bürokratisches, gehen sicher, dass sie ihr Erbe erhalten, und verschaffen ihnen ausreichend Raum zur Trauer. Welche Checkliste sollten Sie vor dem Tod abarbeiten?
 

Was muss vor dem Tod geregelt werden?

Der Tod ist eines der großen Mysterien des Lebens – sicher ist nur: Entrinnen kann ihm bisher niemand. Kaum jemand macht sich seine eigene Sterblichkeit tagtäglich bewusst. Doch sollten Sie sich einmal intensiver mit dem Thema auseinandersetzen, damit Sie und Ihre Familie entspannter in die Zukunft blicken können. Denn wenn Sie durch ein Unglück oder eine Krankheit zum Pflegefall werden oder sterben, kommen auf Ihre Angehörigen nicht nur organisatorische Aufgaben zu, sondern es stehen auch schwierige Entscheidungen an.
 
Auch wenn der Gedanke unangenehm ist: Wenn Sie vor Ihrem Tod bestimmte Angelegenheiten klar regeln, erleichtern Sie Ihren Lieben diese schwierige Zeit und gehen sicher, dass alles nach Ihren Vorstellungen abläuft. Denn auch Ehepartner oder Kinder gelten nicht automatisch als Ihre rechtlichen Vertreter – Sie müssen sie erst dazu bestimmen.
 



Sammeln Sie alle wichtigen Dokumente sowie Passwörter in einer Mappe oder weisen Sie in dieser Mappe zumindest auf den Verwahrungsort bestimmter Dinge hin.




 

Checkliste vor dem Tod: Medizinisches

Ob durch Demenz, einen Schlaganfall oder einen schlimmen Unfall: Wenn Sie zum Pflegefall werden, können Sie möglicherweise nicht mehr über sich selbst bestimmen. Dann ist es gut, wenn Sie im Vorfeld festgelegt haben, wie Sie sich Ihr Weiterleben in diesem Fall vorstellen. Damit nehmen Sie Ihren Angehörigen einige Last von den Schultern.

Betreuungsvollmacht

Mit diesem Dokument bestimmen Sie, wer Entscheidungen rund um Ihre Betreuung fällen darf, wenn Sie dazu selbst nicht mehr in der Lage sind. Laut § 1896 des BGB tritt sie nur dann in Kraft, wenn Sie tatsächlich zum Pflegefall werden – vorher ist sie wirkungslos. Die Betreuungsvollmachterfügung ermöglicht es Ihnen, selbstbestimmt zu entscheiden, wer Ihre Angelegenheiten regelt und vor allem, wer die Betreuung übernimmt, wenn Sie nicht mehr für sich selbst sorgen können. Pflegeheim oder Betreuung zu Hause? Und wer soll Sie auf keinen Fall pflegen dürfen? All diese Fragen können Sie hier im Vorfeld klären.

Patientenverfügung

Sie ist vor allem dann entscheidend, wenn Sie im Krankenhaus sind und sich in einer lebensbedrohlichen Situation befinden. Hier können Sie vorab festlegen, welche medizinischen Behandlungen Sie wünschen und welche nicht. Auch ob und bis wann die behandelnden Ärzte lebenserhaltende Maßnahmen ergreifen sollen oder nicht, können Sie in der Patientenverfügung entscheiden. Andernfalls müssen sich die Ärzte an den gesetzlichen Vorschriften orientieren.

Organspendeausweis

Über eine mögliche Organspende lohnt es sich im Vorfeld ebenfalls nachzudenken. In Deutschland gilt derzeit die sogenannte Entscheidungslösung – das bedeutet, dass Sie ausdrücklich zustimmen müssen, wenn Sie eine Spende wünschen. Ansonsten dürfen Ärzte Ihre Organe keinesfalls entnehmen und einsetzen – selbst wenn sie dringendst notwendig wären. Mit einem Organspendeausweis gehen Sie sicher, dass gesunde Organe nach Ihrem Tod anderen zugutekommen. Falls Sie einzelne Organe ausschließen möchten, können Sie dies ebenfalls tun.

Was muss vor dem Tod geregelt werden? Finanzielles und Absicherung für Hinterbliebene

Was soll mit Ihrem Vermögen geschehen, wenn Sie nicht mehr im Vollbesitz Ihrer geistigen Kräfte oder verstorben sind? Auch hier gibt es einige Dinge, die Sie rechtzeitig veranlassen sollten, wenn Sie möchten, dass die richtigen Personen Ihr Geld und Ihren Besitz erhalten.

Vorsorgevollmacht

Die Vorsorgevollmacht springt dann ein, wenn Sie als Pflegefall Ihre Finanzen sowie rechtlichen Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln können. Sie ist damit eine wichtige Ergänzung zur Betreuungsvollmacht. Die Vorsorgevollmacht ist umfassender als eine einfache Bankvollmacht und befähigt eine von Ihnen gewählte Person, Bank- und Rechtsgeschäfte für Sie zu regeln. Liegt sie im Original vor, ersparen Sie sich das Gerichtsverfahren, in dem geprüft wird, ob Sie tatsächlich krank sind. Außerdem wird im Zuge dieses Verfahrens ein Betreuer bestimmt.

Generalvollmacht

Die Generalvollmacht ist ein mächtiges Dokument, denn sie überträgt einer von Ihnen bestimmten Person umfassende Macht über alle Ihre Vermögenswerte und späteren Ihren Nachlass. Wenn nach Ihrem Tod eine gewisse Zeitspanne vergangen ist, ist diese Person in der Lage, Ihren letzten Willen durchzusetzen. Um Überraschungen zu vermeiden, achten Sie also unbedingt darauf, dass diese Art von Vollmacht erst nach Ihrem Tod wirksam wird.

Testament

Eines der wichtigsten Dokumente überhaupt regelt, was nach Ihrem Ableben mit Ihrem Besitz geschehen soll. Es muss in einer bestimmten Form verfasst sein, um wirksam zu werden. Zudem sollten Sie es am besten beim Notar hinterlegen. Falls Sie kein Testament verfassen, tritt die gesetzliche Erbfolge in Kraft. Diese sieht vor, dass Ihr Nachlass gemeinschaftlich Ihren Erben zufällt, also zum Beispiel Kindern, dem Ehepartner oder Geschwistern. Gerade wenn nicht nur bewegliches Vermögen, sondern auch Immobilien vererbt werden sollen, führt dieser Umstand häufig zu Streit. Vermeiden können Sie das mit einem klar formulierten Testament.

Bestattung

Ähnlich unangenehm wie der Gedanke an den eigenen Tod ist für viele der an die eigene Bestattung. Dennoch ist es empfehlenswert, sich auch damit zu befassen, denn Ihre Bestattung wird für Ihre Angehörigen nicht nur eine emotionale, sondern auch eine finanzielle Belastung. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, im Testament eine feste Summe festzulegen, die Sie für diesen Zweck als angemessen betrachten. Auch individuelle Wünsche zum konkreten Ablauf – etwa der Bestattungsart – können Sie hier festhalten.

Versicherungen

Eine Sterbegeldversicherung kann die Kosten für die Beisetzung in den meisten Fällen nur teilweise abdecken. Um Ihre Lieben auch über diese Summe hinaus finanziell abzusichern, bietet sich eine Risikolebensversicherung an. Sie ist insbesondere geeignet, wenn Sie noch den Kredit für Ihr Haus abbezahlen oder wenn Sie für den Fall vorsorgen möchten, dass bei Ihrem Tod Ihr Einkommen wegbricht. Mit ihrem flexibel anpassbaren Verlauf und ihren niedrigen Beiträgen bietet diese Art der Versicherung ein zusätzliches finanzielles Netz, das Ihre Familie im schlimmsten Fall auffängt.

Das könnte Sie auch interessieren