Kaufvertrag für ein Auto – was muss rein?

Damit es nach dem Kauf keinen Ärger gibt, sollte der Vertrag so ausführlich sein wie möglich

Kaufvertrag für ein Auto – was muss rein?
Der Kaufvertrag für ein Auto sollte wasserdicht sein – für Käufer und Verkäufer. Das wird er, wenn Sie möglichst viele Informationen und Daten zum Fahrzeug darin festhalten. Und die sollten so eindeutig und detailliert wie möglich beschrieben sein. Verkäufer und Käufer bekommen ein unterschriebenes Exemplar des Kaufvertrages. Tauchen nach dem Kauf Mängel auf, dann können sich sowohl der Verkäufer als auch der Käufer auf den Kaufvertrag berufen.
 
Folgende Punkte sollten in jedem Kaufvertrag für ein Auto stehen:
  • Name, Anschrift und Geburtsdatum des Verkäufers
  • Name, Anschrift, Geburtsdatum und Personalausweisnummer des Käufers
  • Automarke und exakte Modellbezeichnung z.B. mit Hersteller- und Typnummer
  • Amtliches Kennzeichen
  • Fahrzeug-Identifikationsnummer
  • Nummer der Zulassungsbescheinigung Teil 2 (ehemals Kfz-Brief)
  • Datum der Erstzulassung
  • Anzahl der Vorbesitzer
  • Datum der nächsten Hauptuntersuchung (HU)
  • Kilometer-Stand (hier sollte schriftlich sichergestellt werden, dass der abgelesene Kilometer-Stand und die Laufleistung identisch sind)
  • Kaufpreis in Ziffern und Worten mit der Währung
  • Informationen über mitverkauftes Zubehör und/ oder Zusatzausstattung
  • Anzahl und Details zu Vorschäden und Unfallschäden
  • eventuelle Sondervereinbarungen
  • Garantiezusagen des Verkäufers
  • Zusage des Käufers, das Auto innerhalb von drei Werktagen umzumelden
 

Ein Auto von einer Privatperson kaufen – was gehört in den Vertrag?

Für private Autoverkäufe gibt es kostenfreie Mustervorlagen zum Beispiel beim TÜV Süd. Hier sind alle wichtigen Punkte enthalten, die ein Kaufvertrag für den privaten Autoverkauf beinhalten sollte. Treffen Sie zusätzlich mündliche Vereinbarungen, ist es wichtig, diese auch schriftlich festzuhalten,  zum Beispiel auf einem extra Blatt als Anlage zum Kaufvertrag.
 
Wer sein Auto privat verkauft, kann Gewährleistungsansprüche ausschließen. Im Vertrag steht dann so eine Formulierung wie „Der Verkauf erfolgt unter Ausschluss jeglicher Gewährleistung“. Das gilt allerdings nur, wenn der Verkäufer dem Käufer keine Schäden verschweigt. Andernfalls kann der Käufer von arglistiger Täuschung ausgehen und den Kaufvertrag anfechten.
 
Als Verkäufer sollten Sie dem Käufer die Zulassungspapiere erst dann geben, wenn Sie den vollen Kaufbetrag bekommen haben. Lassen Sie sich außerdem vertraglich zusichern, dass der Käufer das Auto innerhalb von drei Werktagen auf seinen Namen und seine Versicherung ummeldet. Tut er das nicht und ist er wohlmöglich unter seiner Adresse nicht auffindbar, können Sie als Verkäufer haftbar gemacht werden.
 

Beim Händler ein Auto kaufen – Vertrag für Neu- und Gebrauchtwagen

Für Neuwagen gibt es standarisierte Kaufverträge, die sich auf die sogenannten Neuwagenverkaufsbedingungen (NWVB) beziehen. Diese wurden zusammen vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe, dem Verband der Automobilindustrie und dem Verband der Importeure von Kraftfahrzeugen entwickelt. Daran müssen sich gewerbliche Verkäufer aber nicht halten. Trotzdem dürfen sie die gesetzliche Gewährleistung oder Sachmängelhaftung nicht ausschließen. Die liegt bei zwei Jahren.
 
Für Gebrauchtwagen kann die Frist auf ein Jahr verkürzt werden. Das tun einige Händler. Andere wiederum bieten auch bei gebrauchten Autos die zweijährige Gewährleistung mit an. Wie Sie einen vertrauensvollen Gebrauchtwagenhändler erkennen, lesen Sie hier.
 
Gewerbliche Händler müssen Ihnen bei der Vertragsunterzeichnung auch Ihre AGB vorlegen. Darin dürfen keine Klauseln stehen, mit denen die gesetzliche Gewährleistung aufgehoben wird. Finden Sie so eine Klausel in den AGB, machen Sie den Händler darauf aufmerksam. Den Vertrag können Sie trotzdem getrost unterschreiben, denn solche Klauseln sind automatisch unwirksam.
 

Das ist nach dem Autokauf wichtig

Als Käufer verpflichten Sie sich, das neue Auto sofort auf Ihren Namen umzumelden. Gewerbliche Händler übernehmen das in der Regel für Sie. Sie müssen sich nur vorher bei Ihrem Versicherer eine eVB-Nummer holen und an Ihren Händler weitergeben. Dann bekommen Sie Ihr Auto meistens mit den auf Ihren Namen ausgestellten Papieren.
 
Bei einem privaten Autokauf müssen Sie als neuer Besitzer selbst zur Zulassungsstelle. Auch wenn das Auto laut Kaufvertrag Ihnen gehört, sind Sie erst nach der Ummeldung der offizielle Fahrzeughalter. Mit Ihrer Unterschrift auf dem Kaufvertrag verpflichten Sie sich, die Ummeldung so schnell wie möglich, spätestens aber am dritten Werktag nach dem Kauf, zu erledigen.
 
Am besten machen Sie sich schon vor dem Autokauf Gedanken, welche Art von Kfz-Versicherung, d.h. Haftpflicht, Teilkasko oder Vollkasko, und welcher Versicherer für Sie in Frage kommen. Die Preise und Leistungen der Versicherer unterscheiden sich zum Teil erheblich voneinander. Unser Tarifrechner gibt Ihnen einen Überblick über unsere Leistungen und Beiträge.
 
Behalten Sie nicht nur bei der Besichtigung und der Probefahrt, sondern auch bei der Vertragsunterzeichnung Ihren scharfen Blick. Im Kaufvertrag sollte möglichst viel detailliert geregelt sein. Am besten nehmen Sie jemanden zum Kauf mit, damit Sie in der Vorfreude auf das neue Auto nichts übersehen.