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Informationen rund um die Parkscheibe

7 Min Wie Sie die Parkscheibe richtig einstellen und worauf Sie sonst noch achten sollten, wenn Sie Ihr Fahrzeug auf einem Stellplatz mit Parkscheibenpflicht abstellen.

07.01.2020
Leonie Kaufmann
7 Min

Parkscheibenpflichtige Parkplätze erfüllen eine wichtige Funktion: Sie begrenzen die Parkdauer der einzelnen, damit alle Verkehrsteilnehmer die Chance bekommen, ihr Fahrzeug an dem gewünschten Ort abzustellen. Doch wie stellt man eine Parkscheibe richtig ein? Welche Parkscheiben sind zulässig? Und wo platziert man sie am besten?

Beginn der Parkzeit – Stunden und Minuten beachten

Es fängt bereits mit dem Einstellen der Parkscheibe an. Hierbei werden gerne Fehler gemacht, z.B. indem Autofahrer die tatsächliche Ankunftszeit angeben. Doch insbesondere das Einstellen von Positionen zwischen den Strichen/Uhrzeiten (z.B. 14:15 Uhr) ist nicht gestattet. Der Beginn der Parkdauer ist immer auf die nächste halbe Stunde festzulegen.

Angenommen jemand möchte seine Parkscheibe einstellen und es ist 14:05 Uhr. Dann ist bereits die nächste halbe Stunde zu wählen, sprich 14:30 Uhr. Sollte es bereits 14:29 Uhr sein, ist weiterhin 14:30 Uhr als Beginn der Parkzeit anzugeben.

Berechnung der zulässigen Parkdauer

Die maximal zulässige Parkdauer lässt sich stets dem Verkehrszeichen entnehmen, welches auf den Parkbereich hinweist. Je nach Lage und Verkehrsaufkommen kann die zulässige Parkdauer enorm schwanken. Sehr verbreitet sind jedoch Zeiträume zwischen 30 und 90 Minuten.

Beim Ermitteln der zulässigen Parkdauer ist nicht der Zeitpunkt der Ankunft entscheidend, sondern stets der Beginn der eingestellten Parkzeit. Angenommen ein Autofahrer stellt seinen Pkw um 14:05 Uhr ab und die auf dem Verkehrszeichen angegebene Parkdauer beträgt 90 Minuten. In diesem Fall hat er auf seiner Parkscheibe 14:30 Uhr als Parkbeginn einzustellen, sodass das Fahrzeug bis maximal 16:00 Uhr stehen bleiben darf. Die tatsächliche Parkzeit beträgt also 90 + 25 = 115 Minuten.

Weiterdrehen der Parkscheibe

Manchmal genügt die zulässige Parkdauer nicht, was einige Auto- und Motorradfahrer dazu veranlasst, ihr Fahrzeug aufzusuchen und die Parkscheibe einfach weiterzudrehen bzw. erneut zu stellen. Dieses Vorgehen mag zwar verbreitet sein, ist jedoch nicht zulässig.

Ebenso wenig genügt es, wenn ein betroffener Fahrer den Motor anlässt und seinen Pkw auf der Parklücke um wenige Zentimeter bewegt. Stattdessen muss er die Parklücke verlassen, um entweder einen anderen Parkplatz zu finden oder umherfahren und die alte Lücke erneut anfahren.

Schlussendlich geht es darum, dass andere Verkehrsteilnehmer eine reale Chance haben, auch einen Parkplatz zu erhalten.

Einsatz automatischer Parkscheiben

Am Markt werden Parkscheiben mit integriertem Uhrwerk angeboten. Diese bieten den Komfort, dass sie eigenständig mitlaufen und u.a. gestellt werden können, auch wenn keine Uhr zum Ablesen der aktuellen Zeit vorhanden ist. Der Einsatz einer solchen Parkscheibe ist allerdings nur gestattet, wenn der Parkbeginn korrekt auf die nächste halbe Stunde eingestellt wird und die Scheibe nicht mehr mitdreht. Dasselbe gilt selbstverständlich auch für elektronische und digitale Parkscheiben.

Handschriftliche Nachricht als Alternative zur Parkscheibe

Es kommt vor, dass Autofahrer keine Parkscheibe zur Hand haben, aber ihr Fahrzeug dennoch auf einer entsprechenden Parkfläche abstellen möchten. In der Not wird gerne zu Stift und Papier gegriffen, um den Beginn der Parkzeit aufzuschreiben und die Notiz über dem Armaturenbrett auszulegen.

Viele Mitarbeiter der Ordnungsämter akzeptieren diese Vorgehensweise und verhängen kein Knöllchen. Rechtssicher ist diese Variante allerdings nicht, d.h. ein verhängtes Knöllchen wäre u. U. gültig. Streng genommen ist nicht einmal die Wahl der Parkscheibe egal. Beispielsweise müssen Form und Farbgebung (blau) der Normvorgabe entsprechen, was bei Parkscheiben aus dem Ausland nicht immer der Fall ist. Dieser Umstand ist auch zu bedenken, wenn Sie eine deutsche Parkscheibe im Ausland verwenden wollen. Womöglich ist es dann besser, sich vor Ort eine geeignete Scheibe zu kaufen.

Gibt es Parkscheiben auch für Motorräder?

Parken Sie mit einem Motorrad auf einem Stellplatz mit Parkscheibenpflicht, müssen Sie genauso eine Parkscheibe stellen wie Autofahrer. Eine Scheibe zum Beispiel einfach auf den Sitz zu legen, kommt natürlich nicht infrage. Sie könnte entwendet oder verstellt werden.

Zum Glück gibt es heute clevere Lösungen für dieses Problem, und zwar in Form spezieller Motorradparkscheiben. Diese sind mit einer Diebstahl- und Verstellsicherung ausgestattet. Sie können natürlich auch selbst eine passende Parkscheibe für Motorräder basteln, indem Sie kleine Löcher in eine Scheibe bohren und diese mit kleinen Vorhängeschlössern versehen. Denken Sie dabei daran, nicht nur die Parkscheibe selbst, sondern auch die Zeitscheibe separat zu sichern.

Eine weitere Möglichkeit bieten mit Kabelbindern versehene, robuste Klarsichthüllen, in denen sich eine Parkscheibe sicher und sichtbar verstauen lässt. Der Vorteil einer solchen Hülle ist, dass Sie darin zum Beispiel auch einen Parkschein aufbewahren können. So eine Hülle können Sie zum Beispiel am Lenkrad befestigen.

Parkscheibe: Strenge Regeln für Form und Farbe

Zulässige Parkscheiben haben die Farben Blau-Weiß und sind 11 cm x 15 cm groß. Dabei ist das Zifferblatt weiß und mit schwarzen Zahlen versehen, die die jeweilige Uhrzeit angeben. Zwischen den Zahlen befinden sich Striche, die jede halbe Stunde markieren.

Parkscheiben in anderen Farben und mit lustigen Sprüchen sind zwar vielleicht ein netter Gag, können aber unter Umständen nicht akzeptiert werden.

Wo muss die Parkscheibe im Auto liegen?

Damit die Parkscheibe ihren Zweck erfüllen kann, soll sie so im Auto platziert werden, dass sie von außen gut sicht- und lesbar ist. Die meisten Autofahrer legen die Parkscheibe vor die Windschutzscheibe auf das Armaturenbrett. Sie können sie aber auch an den Seitenfenstern anbringen oder auf der Hutablage platzieren – es sei denn, Ihr Auto verfügt dort über abgedunkelte Verglasung. In jedem Fall muss die Parkscheibe von außen gut sicht- und lesbar sein.

Bußgeld: Was kostet das Parken ohne Parkscheibe?

Laut Bußgeldkatalog müssen Sie für eine fehlende Parkscheibe 5 Euro Bußgeld zahlen. Die Überschreitung der Parkdauer um bis zu einer halben Stunde kostet 10 Euro. Bei einer Zeitüberschreitung von bis zu einer Stunde beträgt die Strafe 15 Euro. Bis zwei Stunden müssen Sie 20 Euro, bis 3 Stunden 25 Euro zahlen. Haben Sie die Parkdauer länger als drei Stunden überschritten, wird ein Bußgeld von 30 Euro fällig. Alle Angaben gelten hierbei für Parkflächen im öffentlichen Raum. Auf privaten Parkplätzen kann der Betreiber die Höhe der Vertragsstrafe selbst festlegen.

Die Bußgelder für das Parken ohne oder mit einer nicht zulässigen Parkscheibe sind zwar verhältnismäßig gering, aber allemal ärgerlich. Führen Sie einfach immer eine Parkscheibe mit und achten Sie beim Abstellen Ihres Fahrzeugs auf die entsprechende Ausschilderung, die Sie auf eine Parkscheibenpflicht hinweist.

Eine Versicherung, die sich lohnt

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