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Motorradschutzkleidung: Was Sie wissen müssen

7 Min Die wichtigsten Infos und Fakten rund um die Motorradschutzbekleidung

29.06.2022
Michelle Enners
7 Min

Eingefleischte Biker wissen: Das Motorradfahren sorgt für ein Freiheitsgefühl der Extraklasse! Leider hat diese Freiheit ihren Preis, schließlich fehlen beim Bike sowohl Knautschzone als auch Airbags – und so kann schon ein kleiner Unfall zu schweren Verletzungen führen. Die richtige Motorradschutzkleidung ist deshalb unabdingbar. Doch ist das Tragen der schützenden Motorradbekleidung eigentlich Pflicht? Welche Eigenschaften muss Motorradkleidung mitbringen und ist sie im Schadenfall mitversichert? Die Antworten auf diese und weitere Fragen haben wir für Sie zusammengefasst.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Abgesehen von der Helmpflicht gibt es derzeit keine gesetzliche Verpflichtung zum Tragen von Motorradschutzkleidung.
  • Statistiken zeigen, dass Biker ein größeres Unfallrisiko haben – und geeignete Schutzkleidung Leben retten kann.
  • Auch die Unfallfolgen sind für Motorradfahrer weitaus ernster, ebenso die Zahl der tödlich verunglückten Biker.
  • Das Angebot an Monturen ist mittlerweile sehr breit gefächert.
  • Ein Unfall ohne schützende Motorradbekleidung kann Auswirkungen auf die Schadenregulierung sowie die Schmerzensgeldansprüche durch die Versicherung haben.
  • Mit einer Teilkasko- oder Zusatzversicherung können auch der Helm und die Schutzkleidung versichert werden.

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Warum sollten Sie Motorradschutzkleidung tragen?

Wer auf dem Motorrad unterwegs ist, hat ein höheres Verletzungsrisiko. Ohne Knautschzone und Airbags und nur auf zwei statt vier Rädern unterwegs zu sein, macht das Motorradfahren so gefährlich. Zudem werden Biker von anderen Verkehrsteilnehmern oft übersehen oder ihre Geschwindigkeit wird unterschätzt. Nicht zuletzt überschätzen sich Motorradfahrer manchmal selbst, vor allem zu Beginn der Motorradsaison, wenn Abenteuerlust und gutes Wetter rufen.

Die Zahlen sprechen für sich:

Kommt es zu einem Unfall, geht dieser für den Motorradfahrer meist nicht sehr glimpflich aus – laut Erhebungen des Statistischen Bundesamtes war im Jahr 2020 das Risiko für Motorradfahrer tödlich zu verunfallen viermal so hoch wie für Autoinsassen.

Um für einen besseren Unfallschutz zu sorgen, hilft neben einer vorausschauenden Fahrweise vor allem gute Motorradbekleidung. Sie kann nicht nur schlimmen Schürfwunden und Prellungen vorbeugen, sondern im besten Fall Leben retten. Kommt es zu einem Unfall, ist die Motorradschutzkleidung auch versicherungsrechtlich wichtig. Neben den Vorteilen in puncto Unfallsicherheit erfüllt die richtige Motorradkluft auch noch andere Funktionen: beispielsweise den Schutz vor Wind und Wetter und damit auch der Vorbeugung von Erkältungen und Verkühlung. Auch Motorradbeifahrer sollten aus diesen Gründen nur mit der richtigen Schutzkleidung auf ein Bike steigen.

Ist Motorradschutzkleidung Pflicht?

Spezielle Motorradbekleidung schützt nicht nur vor der Witterung, sondern senkt auch das Verletzungsrisiko. Doch: Das Tragen von Schutzkleidung ist gesetzlich nicht vorgeschrieben.

Einzig die Helmpflicht besteht seit 1976 in der Bundesrepublik Deutschland. Wer ohne Helm auf dem Bike unterwegs ist, kann mit einem Verwarngeld von 15 Euro rechnen. Kommt es zu einem Unfall, kann jedoch auch das Fehlen passender Motorradschutzkleidung negative Folgen haben: In mehreren Gerichtsurteilen wird bestätigt, dass Fahrer ohne Schutzkleidung eine Mitschuld an den eigenen Verletzungen tragen. Die Versicherung des Unfallverursachers muss daraufhin weniger Schadenersatz leisten. Insofern gilt: Baut man auf einen vollständigen Versicherungsschutz, ist Schutzkleidung unerlässlich.

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Die beste Motorradschutzkleidung – was muss sie können?

Wenn man auf Qualität achtet, ist die Anschaffung von Helm und Motorradbekleidung mit hohen Kosten verbunden. Eine gute Textil- oder Lederschutzkleidung muss zum Beispiel mit Protektoren bestückt sein, die Hüfte, Rücken, Knie, Ellenbogen, Schultern, Knöchel und Schienbein schützen. Diese Polsterungen können die Entstehung von Schürfwunden und Knochenbrüchen verhindern. Eine adäquate Schutzkleidung kann oftmals zur Rettung von Menschenleben beitragen.

Wichtig ist, dass die Kleidung nicht nur nach Optik und Preis ausgewählt wird – in erster Linie sollte sie qualitativen Schutz bieten, zur Nutzungsart des Fahrers passen und normgeprüft sein. Jemand, der für Erledigungen und Termine eher kurze Strecken in der Stadt zurücklegt, wird mit einem Einteiler aus Leder nicht unbedingt glücklich sein. Mehr Praktikabilität bietet in diesem Fall ein Zweiteiler – je nach Präferenz aus Textil statt aus Leder. Wer im Sommer lange Strecken zurücklegt, sollte auf atmungsaktive Kleidung und Handschuhe, die Schweiß abtransportieren, setzen. Diejenigen, die den kalten Herbst- und Wintermonaten trotzen, benötigen Schutzkleidung mit Thermofutter.

Sieger beim Thema Abrieb:

Laut ADAC sind Lederkombis nach wie vor abriebfester und pflegeleichter als die aus Textil. Doch in Sachen Gewicht, Atmungsaktivität und Wasserdichtigkeit liegen Textilkombis vorn. Vor- und Nachteile der beiden Materialien sollten Sie also vor dem Kauf prüfen und auf Ihre Bedürfnisse anpassen. Mittlerweile gibt es auch Leder-Textil-Kombinationen, die das Beste der zwei Welten zusammenbringt.

Eine gute Motorradschutzkleidung setzt sich aus folgenden Bestandteilen zusammen:

  1. Helm: Ein normgeprüfter Helm, zum Beispiel ein Integralhelm – bestenfalls mit Pinlock, Vollvisier und Kinnschutz – ist ein Muss. Wichtig sind zudem eine gute Belüftung und einfache Bedienung des Verschlusses und der Visiere, auch mit Handschuhen.
  2. Nierengurt: Auch, wenn sein Name den Anschein macht, schützt dieser Gurt nicht die Nieren, sondern eher die untere Rückenmuskulatur vor Verkühlung.
  3. Einteiler: Eine Leder- oder Textilkombi mit körpernahem Sitz und Protektoren ist eine gute Begleiterin für eingefleischte Langstrecken-Biker und die Rennstrecke.
  4. Zweiteiler: Als Alternative zum Einteiler dient der Zweiteiler bestehend aus Motorradjeans mit Stretch-Anteil oder der klassischen Lederhose und aus einer Leder- oder Textiljacke – alles mit Protektoren versehen, versteht sich.
  5. Handschuhe: Wichtig sind hierbei ein guter Sitz, Abstreifschutz, Protektoren und genug Fingerspitzengefühl, um Helm und Motorrad zu bedienen.
  6. Motorradschuhe: Ein guter Sitz, Knöchel- und Abstreifschutz sind hierbei enorm wichtig – mittlerweile gibt es sogar Motorrad-Sneaker auf dem Markt.
  7. Eventuelle Extras: Regenhose zum Überstreifen, wasserfeste Add-ons, Airbag-Weste, Funktionswäsche sowie Sommer- oder Winterversionen der Kleidung können als Extras hinzukommen.

Bei Kfz-Versicherungen ist Motorradkleidung entsprechend als Schutzkleidung anerkannt. Ihr Wert richtet sich nach der Funktion und nicht nach dem Alter oder dem Aussehen. Es sei denn, Montur und Helm sind so alt und verschlissen, dass deren Schutzfunktion enorm eingeschränkt ist.

Tortengrafik, die bildlich fünf Risiken darstellt, die durch eine Motorrad-Teilkasko abgesichert sind: Brand, Diebstahl, Kollision mit Tieren, Elementarschaden und Glasbruch

Von Kopf bis Fuß: Die wichtigsten Bestandteile der Motorradschutzkleidung

Welche Motorradbekleidung für Anfänger?

Gerade für Anfänger ist es von Vorteil, sich rechtzeitig durch die verschiedenen Angebote der vielen Hersteller zu arbeiten und die richtige Montur für sich zu finden. Damit kann man schon vor oder während der ersten Fahrstunden beginnen – und die Chance nutzen, um in der Fahrschule Tipps und Empfehlungen einzuholen. Viele Fahrschulen haben Leihmonturen für ihre Fahrschüler vor Ort, mit diesen bekommt man bereits ein erstes Gefühl für Sitz und Nutzen. Seit 2014 ist eine volle Schutzmontur in Fahrstunden und auch in der Prüfung zudem Pflicht.

Probetragen und Probesitzen nicht vergessen:

Wer sich das erste Mal durch das Angebot in den Motorradläden testet, sollte am besten verschiedene Modelle und Schnitte anprobieren. Viele Läden haben auch Sitzprobemotorräder vor Ort, auf denen man den Sitz und die Praktikabilität der Montur zumindest im Stillstand testen kann. Ob beispielsweise die Knieprotektoren der Motorradhose gut sitzen oder die Handschuhe genug Fingerspitzengefühl zulassen, kann man somit schneller erahnen.

Zudem sollte man nicht am falschen Ende sparen. Es reicht nicht, in einen teuren Helm zu investieren und dann mit den Sommer-Sneakern oder Flip-Flops aufs Bike zu steigen. Vorsicht auch bei schnürbaren Motorradschuhen: Hier sollte noch ein Schutz integriert sein, der verhindert, dass die Schuhbänder am Motorrad hängenbleiben.

Da viele Fahranfänger zu Beginn eher in eine Textiljacke statt in eine Lederjacke investieren, sollte viel Wert auf die Möglichkeit der Protektorenfixierung gelegt werden. Textiljacken sitzen in der Regel etwas lockerer als das Pendant aus Leder, deshalb müssen die Protektoren mithilfe von integrierten Gurten und Klettverschlüssen enger am Körper fixiert werden. Schlagschutz und Abriebschutz sollten bei der Jacke auf jeden Fall im Fokus stehen, erst dann folgt die Optik.

Positiv ist, dass es bei Textiljacken zusätzliche Funktionen, wie herausnehmbares Innenfutter oder Thermofutter gibt. So ist man gleich für verschiedene Temperaturen gerüstet und hat im besten Falle in einen Allrounder investiert.

Spartipp:

Natürlich hat das Motorradfahren auch heute noch einen Coolness-Faktor, der nicht unwesentlich für Biker ist. Wer jedoch bei der ersten Ausrüstung etwas sparen möchte, kann beispielsweise beim Helmdekor Abstriche machen. Je auffälliger und schöner das Design, desto teurer ist in der Regel auch der Helm.

Gut versichert?

Ist Motorradkleidung mitversichert? Was erstattet die Versicherung bei Beschädigung?

Nach einem Unfall erstattet die Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers zumindest die zu Schaden gekommene Motorradkluft des Unfallopfers. Einige wenige Versicherungen ersetzen auch die Schutzkleidung des Motorradfahrers, der den Schadenfall verursacht hat. Die Übernahme der Schadenkosten beläuft sich in Bezug auf die Schutzkleidung zumeist auf bis zu 500 Euro. Wichtig: Erstattet wird meistens nicht der Zeitwert, sondern der Neuwert – doch je nach Situation und Versicherung kann es auch hier zu Unterschieden kommen.

Wer die eigene Motorradmontur versichern möchte, kann dies bei den meisten Anbietern über eine Kasko- oder Zusatzversicherung machen. Entstehen Schäden an Helm oder Kleidung, übernimmt die Versicherung je nach Police 500 bis 1.000 Euro.

Fahren ohne Motorradschutzkleidung: Bedeutung für die Motorradversicherung

Kommt es doch zu einem Crash mit dem Motorrad, spielt die Motorradbekleidung tatsächlich auch für die Versicherung eine Rolle. War man ohne schützende Montur unterwegs, kann sich dies negativ auf das Schmerzensgeld auswirken – schließlich hätte man die Verletzungen mit der richtigen Kleidung in der Regel geringer halten können. In diesem Fall handelt es sich um eine „mangelnde Eigensicherung“.

Sie sehen: Neben regelmäßigen Sicherheitstrainings und einer vorausschauenden, defensiven Fahrweise ist die richtige Schutzkleidung die einzige Möglichkeit, für passive Sicherheit zu Sorgen. Egal, ob Profi oder Anfänger – heutzutage gibt es für alle Geschmäcker und Fahrweisen die richtige Montur. Für alles Weitere gibt es die richtige Motorradversicherung: Egal, ob Haftpflichtversicherung oder Teilkasko – bei Verti beraten wir Sie gern!

Auf der Suche nach einer günstigen Haftpflicht- oder Teilkaskoversicherung für Ihr Motorrad? Für alle, die es gern digital mögen, dabei aber den persönlichen Kontakt von Mensch zu Mensch nicht missen wollen, ist Verti als Direktversicherer genau das richtige. Verti ist digital. Und digital spart Geld. Bei uns können Sie sich direkt versichern und eine günstige Verti Motorradversicherung jederzeit bequem online abschließen. Ihren Beitrag können Sie mit unserem Online-Rechner ermitteln – und dabei Ihren Kfz-Schutz mit unseren Zusatzleistungen auf Ihre persönlichen Bedürfnisse anpassen. Noch Fragen? Von unseren Experten erhalten Sie schnell und unkompliziert Antworten und Beratung – wahlweise über unser Kontaktformular, per E-Mail oder telefonisch unter 030-890 003 003.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf:
Kraftrad- und Fahrradunfälle im Straßenverkehr 2020, Statistisches Bundesamt

Gut versichert, auch auf zwei Rädern

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