Motorrad-Schutzkleidung – ist sie mitversichert?

Das Tragen von Schutzkleidung ist nicht gesetzlich vorgeschrieben

Motorrad-Schutzkleidung – ist sie mitversichert?
Motorradfahrer wissen Bescheid: Ohne mindestens eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen zu haben, darf man nicht auf die Straße. Wer zusätzlich über den Abschluss einer Kaskoversicherung nachdenkt, sollte sich genau über die Leistungen der jeweiligen Policen informieren. Die Leistungen unterscheiden sich deutlich voneinander. Die Kosten sind hier nicht außer Acht zu lassen, sollten aber nicht unbedingt das entscheidende Kriterium sein.
 
Bei Motorradfahrern gilt das umso mehr, da sie ohne Knautschzone und Airbag unterwegs sind und dadurch ein erhöhtes Verletzungsrisiko haben. Vor der Unachtsamkeit anderer Verkehrsteilnehmer kann man sich selbst bei vorsichtiger Fahrweise leider nicht schützen. Bei Unfällen wird nicht selten die Schutzkleidung von Bikern in Mitleidenschaft gezogen. Sie ist die einzige Schutzschicht zwischen Mensch und Asphalt und in diesem Bereich weit mehr als ein modisches Accessoire. Aber wird kaputte Motorradkleidung nach einem Crash dann auch von der Versicherung ersetzt? 
 

Ist Motorrad-Schutzkleidung Pflicht?

 
Spezielle Motorradschutzkleidung schützt den Fahrer nicht nur vor Fahrtwind, Kälte und Nässe, sondern verringert auch das Verletzungsrisiko bei Stürzen oder Unfällen. Auf einen hochwertigen Helm und gute Schutzkleidung sollte man auf dem Motorrad also keinesfalls verzichten. Das Tragen solcher Kleidung ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Eine Helmpflicht besteht trotzdem. In mehreren Gerichtsurteilen wird jedoch bestätigt, dass Fahrer ohne Schutzkleidung im Falle eines Unfalls eine Mitschuld an den eigenen Verletzungen tragen. Die Versicherung des Unfallverursachers muss daraufhin weniger Schadenersatz leisten. Insofern gilt: Baut man auf einen vollständigen Versicherungsschutz, ist Schutzkleidung unerlässlich.
 

Gute Motorrad-Schutzkleidung – was muss sie können?

 
Wenn man auf Qualität achtet, ist die Anschaffung von Helm und Schutzkleidung mit hohen Kosten verbunden. Eine gute Textil- oder Leder-Schutzkleidung muss zum Beispiel mit Protektoren bestückt sein, die Hüfte, Rücken, Knie, Ellenbogen, Schultern, Knöchel und Schienbein schützen. Diese Polsterungen unterbinden die Entstehung von Schürfwunden und Knochenbrüchen. Eine adäquate Schutzkleidung kann oftmals zur Rettung von Menschenleben beitragen. Bei Kfz-Versicherungen ist Motorradkleidung entsprechend als Schutzkleidung anerkannt. Ihr Wert richtet sich nach der Funktion und nicht nach dem Alter oder dem Aussehen. Es sei denn, die Klamotten sind so alt und verschlissen, dass die Schutzfunktion enorm eingeschränkt ist. 
 

Ist Motorradkleidung mitversichert? Was erstattet die Versicherung bei Beschädigung?

 
Nach einem Unfall erstatten Versicherungen zumindest die zu Schaden gekommene Motorradkluft des Unfallopfers. Einige wenige Versicherungen ersetzen auch die Schutzkleidung des Motorradfahrers, der den Schadensfall verursacht hat. Die Übernahme der Schadenskosten beläuft sich in Bezug auf die Schutzkleidung zumeist auf bis zu 500 Euro. Wichtig: Erstattet wird meistens nicht der Zeitwert, sondern der Neuwert.