Ohne Winterreifen: Was droht bei Eis und Schnee?

( Wörter)

Im Winter ohne Winterreifen fahren

Winterreifen sind Pflicht in der kalten Jahreszeit. Wenn Sie bei Glätte und Schnee ohne unterwegs sind, kann es teuer werden.

Auch wenn die Wintermonate in Mitteleuropa häufig mild sind, sollte das Auto spätestens ab November winterfest sein. Dazu gehören unbedingt Reifen mit mehr Profil, um sicher auf glatten, rutschigen Straßen unterwegs zu sein. Denn: Bricht plötzlich der Winter ein, ist das Fahren ohne spezielle Reifen nicht nur sehr gefährlich, es drohen zudem Bußgelder. Seit einigen Jahren gibt es in Deutschland nämlich eine Winterreifenpflicht. Wann diese Pflicht tatsächlich gilt und was passiert, wenn Sie dann ohne Winterreifen unterwegs sind, erfahren Sie hier.

Die Winterreifenpflicht – darauf kommt es an 

Seit 2010 gibt es in Deutschland die Winterreifenpflicht. Diese sieht vor, dass bei winterlichen Straßenverhältnissen – in Wesentlichen bei Eis und Schnee – Winterreifen am Auto montiert sein müssen. Es handelt sich um eine situative Pflicht. Das heißt, es ist nicht strafbar, an einem außergewöhnlich sonnig-warmen Januartag bei 16 Grad ohne Winterreifen unterwegs zu sein.

In der Praxis wird kaum jemand beim Fall der ersten Schneeflocke die Winterreifen für die Autofahrt anlegen und anschließend wieder gegen Sommerreifen tauschen. Daher bietet es sich an, Ende Oktober oder Anfang November zu den Winterreifen zu wechseln, um für alle Fälle gerüstet zu sein. 

Dennoch bedeutet die situative Winterreifenpflicht auch: Niemand darf per se dafür bestraft werden, keine Winterreifen aufgezogen zu haben. Solange das Auto nur geparkt ist oder das Wetter nicht winterlich ist, ist es kein Problem, Sommerreifen auch in den Wintermonaten montiert zu haben.

Ohne Winterreifen zu fahren ist jedoch – von den drohenden Bußgeldern einmal abgesehen – nicht zu empfehlen, wenn die Witterungsverhältnisse tatsächlich winterlich sind. Autofahrer werden schnell merken, wie unsicher ihr Fahrzeug auf der Straße liegt. Damit gefährden sie nicht nur sich selbst, sondern auch andere.

 
Hinweis:

Einspurige Kraftfahrzeuge, also Motorräder, sind seit 2018 von der Winterreifenpflicht ausgenommen. Der Grund: Für viele Motorradmodelle sind keine entsprechenden Winterreifen erhältlich.

 

Diese Bußgelder drohen bei Verstoß gegen die Winterreifenpflicht 

Mit Sommerreifen bei Eis und Schnee unterwegs zu sein, kann schnell teuer werden. Wer ohne die vorgeschriebenen Reifen bei Winterwetter in eine Polizeikontrolle gerät, muss mit 60 Euro Bußgeld und einem Punkt in Flensburg rechnen. Wer durch fehlende Winterreifen andere Verkehrsteilnehmer behindert oder gefährdet, kassiert ebenfalls einen Punkt und muss 80 Euro bzw. 100 Euro berappen. Kommt es mit ungenügender Bereifung zu einem Unfall, sind 120 Euro zu zahlen. Zusätzlich gibt es auch hier einen Punkt in Flensburg.

Welche Folgen können fehlende Winterreifen bei einem Versicherungsfall haben? 

Kommt es bei winterlicher Witterung zu einem Unfall mit Sommerreifen, kann die Autoversicherung den Fall auf grobe Fahrlässigkeit untersuchen. Bei Haftpflicht-, Voll- und Teilkaskoversicherungen kann es dann möglicherweise zu Kürzungen der Versicherungsleistung kommen. Beispielsweise werden Reparaturkosten nicht komplett übernommen.   

Das gilt auch, wenn ein Auto ohne Winterreifen in einen Unfall verwickelt ist, an dem der Fahrer nicht schuld ist. Die mangelhafte Bereifung kann trotzdem eine Teilschuld bedeuten.

Sind Allwetterreifen eine Alternative? 

Viele Menschen empfinden den halbjährlichen Wechsel von Sommer- zu Winterreifen und umgekehrt als lästig. Allerdings sind Allwetterreifen in Sachen Fahrsicherheit nicht optimal. Sie sind letztlich nicht viel mehr als ein Kompromiss aus den Vorzügen von Sommer- und Winterreifen, geben Experten zu bedenken. Laut Winterreifentest des ADAC sind die Bremswege beim Fahren mit Ganzjahresreifen deutlich länger, und die Fahrstabilität ist geringer. Aus der Perspektive der Fahrsicherheit ist es also sinnvoll, den saisonalen Reifenwechsel in Kauf zu nehmen.

 
Grundsätzlich gilt:

Alle Reifen mit dem Alpine-Symbol (Schneeflocke) sind als Winterreifen zugelassen – auch einige Allwetterwetter-Reifen führen dieses Symbol – und schützen Sie vor drohenden Bußgeldern. Die Kennzeichnung ist für Winterreifen seit 2018 Pflicht. Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe beträgt für Winterreifen 1,6 Millimeter, der ADAC empfiehlt sogar mindestens vier Millimeter.

 

Berechnen Sie jetzt bequem Ihren günstigen Tarif mit unserem Online-Tarifrechner und wechseln Sie zu Verti – dem zweitgrößten Kfz-Direktversicherer Deutschlands! Haben Sie Fragen zu unseren Tarifen oder wünschen Sie ein persönliches Angebot? Dann erreichen Sie uns per E-Mail oder telefonisch unter 030 – 890 003 003 – im Schadensfall natürlich rund um die Uhr.