Wie gibt man richtig Starthilfe?

Starthilfe geben ist nicht kompliziert. Mit der richtigen Anleitung bringt man ein Auto mit leerer Batterie schnell wieder zum Laufen.

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Starthilfe geben – So wird’s richtig gemacht

Eine leere Autobatterie ist vor allem bei älteren Fahrzeugen und im Winter eine der häufigsten Pannenursache. Zum Glück lässt sich diese Panne schnell beheben, denn eine leere Batterie kann mittels eines Starthilfekabels und der Hilfe eines anderen Fahrzeugs schnell wieder aufgeladen werden. Dabei sind jedoch einige Punkte zu beachten, denn Fehler beim Überbrücken einer Autobatterie können durchaus zu Schäden führen. Die folgende Anleitung gibt es alle die wichtigsten Hinweise rund um die Starthilfe.

Wie bereitet man die Starthilfe vor?

Um jemandem Starthilfe geben zu können, braucht man keine große technische Ausrüstung. Es reichen ein Starthilfekabel (oft auch Überbrückungskabel genannt) und ein Spenderfahrzeug oder eine Autobatterie. Vor der Durchführung der Starthilfe sollte darauf geachtet werden, dass die Batterien der beiden beteiligten Fahrzeuge eine identische Spannung haben. Diese beträgt in der Regel 12 Volt. Zur Vorbereitung der Starhilfe sollte das Strom spendende Fahrzeug (das Spenderfahrzeug) so nahe wie möglich an das liegengebliebene Fahrzeug (das Pannenfahrzeug) herangefahren werden. Berühren dürfen sich die beiden Autos jedoch nicht, da ansonsten Kurzschlussgefahr besteht. Bei beiden an der Starthilfe beteiligten Fahrzeugen müssen Motor und Zündung ausgemacht werden. Auch der Gang muss rausgenommen und die Handbremse sollte bei beiden Autos angezogen werden. Und nicht zuletzt sollte man zur Vorbereitung der Starthilfe sämtliche Stromverbraucher, wie beispielsweise die Klimaanlage, das Radio und das Licht, ausschalten. Diese belasten nur unnötig die Batterie. 


Worauf sollte man bei einem Starthilfekabel achten?

Probleme bei der Starthilfe können nicht nur an einer falschen Durchführung liegen, sondern auch am Starthilfekabel. Das Überbrückungskabel sollte zum einen ausreichend lang sein und zum anderen einen ausreichend großen Querschnitt haben. Andernfalls besteht das Risiko, dass nicht genug Strom fließt und das Kabel überhitzt. Der Querschnitt des Starhilfekabels hängt von der Motorleistung und dem Hubraum des Pannenfahrzeugs ab. Je mehr Leistung und Hubraum, desto größer der Querschnitt. Ein Starhilfekabel sollte einen Querschnitt von mindestens 15 mm2 haben. Hat das liegengebliebene Auto einen größeren Hubraum (über 2,5 Liter) sollte man sogar ein Kabel mit einem Durchmesser von 25 mm2 verwenden. Da Dieselmotoren zum Starten mehr Strom als Benzinmotoren benötigen, sollte man auch bei der Starthilfe für einen Diesel ein Kabel mit einem größeren Querschnitt verwenden. Empfehlenswert sind übrigens Starthilfekabel, die der DIN-Norm 72.553 oder der ISO-Norm 6722 entsprechen. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass ein Überbrückungskabel gut biegsam ist. Das Kabel kommt schließlich vorwiegend im Winter zum Einsatz, wo es bei niedrigen Temperaturen schnell verhärten kann.

Wie werden die Autos mit dem Starthilfekabel verbunden?

Im ersten Schritt werden mit dem roten Kabel die Pluspole der beiden Fahrzeuge miteinander verbunden. Zuerst wird das Kabel am Pluspol der Batterie des Spenderautos festgeklemmt, danach folgt das andere Ende am Plusplus des Pannenautos. Im zweiten Schritt werden Spender- und Pannenfahrzeug mit dem schwarzen Kabel verbunden. Es wird zunächst am Minuspol der Batterie des Spenderautos angeschlossen und anschließend am vorgegebenen Masseanschluss des Pannenfahrzeugs. Wer nicht weiß, wo er den Masseanschluss findet, sollte in der Betriebsanleitung seines Fahrzeugs nachlesen. Sofern diese nicht vorhanden ist, kann man das schwarze Kabel auch an einer freien metallischen Stelle am Motorblick anschließen. Ganz wichtig ist, dass das schwarze Kabel nicht mit der Batterie des Pannenautos verbunden wird, da ansonsten Funkenflug droht. 


Wie läuft die Starthilfe ab?

Sind die beiden Fahrzeuge mit den beiden Kabeln verbunden, kann der eigentliche Teil der Starthilfe beginnen. Zuerst wird dazu der Motor des Spenderfahrzeugs gestartet. Danach muss kurz gewartet werden, damit sich in der leeren Batterie des Pannenfahrzeugs eine für den Start ausreichende Ladung aufgebaut hat. In der Regel reicht es, etwa zwei Minuten zu warten und dann den ersten Startversuch des Pannenautos durchzuführen. Vor dem Start sollte die Zündung etwa 15 Sekunden angemacht werden, damit alle Steuergeräte hochfahren können. Ein Startversuch sollte nicht allzu lange dauern. Wenn das Pannenfahrzeug nicht nach wenigen Sekunden anspringt, muss der Startversuch unterbrochen und erst nach einer kurzen Pause von ein bis zwei Minuten wiederholt werden. Klappt die Starthilfe auch beim dritten Versuch nicht, ist es ratsam, sich professionelle Hilfe zu holen. Springt das Pannenauto hingegen an, sollte man die Motoren der beiden Fahrzeuge noch einige Minuten laufen lassen. Dadurch wird sichergestellt, dass sich die Batterie des Pannenfahrzeugs ausreichend auflädt.

Was tut man, wenn der Motor wieder läuft?

Sofern die Starthilfe erfolgreich war und der Motor des Pannenfahrzeugs wieder läuft, sollten im nächsten Schritt die größeren Verbraucher im Pannenauto eingeschaltet werden. Dazu zählen beispielsweise das Licht und die Klimaanlage bzw. das Gebläse und die Lüftung. Dadurch kann man Spannungsspitzen vermeiden und schützt die Bordelektronik. In der Folge kann man die Starthilfekabel von beiden Autos entfernen. Dies geschieht übrigens in umgekehrter Reihenfolge wie beim Anschluss. Zunächst wird das schwarze Kabel vom Spenderauto getrennt, dann vom Pannenauto. Danach wird das rote Kabel entfernt. Nachdem das Starthilfekabel abgeklemmt ist, kann man die nicht benötigten Verbraucher wieder ausschalten. Der Motor des Pannenautos sollte währenddessen weiterlaufen. Um die Batterie wieder aufzuladen, sollte man Pannenfahrzeug im Anschluss zur Sicherheit längere Zeit (etwa eine halbe Stunde lang) auf freier Strecke fahren. Wenn dabei Fehlermeldungen im Fahrzeug auftauchen, sollte sich der Fahrer fachkundige Hilfe holen. Tritt das Problem mit der Autobatterie ein weiteres Mal auf, deutet das darin hin, dass die Batterie kaputt oder zu alt ist. Auch dann sollte professioneller Rat fachkundige Hilfe eingeholt werden.

Wichtige Hinweise für die Starthilfe

Sofern die Starthilfe gemäß der vorliegenden Anleitung durchgeführt wird, sind Schäden an den beiden beteiligten Fahrzeugen ausgeschlossen. Es ist jedoch wichtig, dass die folgenden Punkte beachtet werden: 


  • Bei Unsicherheiten sollte ein Blick in das Bedienungshandbuch des Spender- bzw. Pannenfahrzeugs geworden werden.
  • Die Batterie des Spenderautos darf nicht geschwächt sein.
  • Die Autobatterien beider Fahrzeuge müssen die gleiche Spannung besitzen.
  • Die beiden Fahrzeuge dürfen bei der Starthilfe keinen Kontakt zueinander haben, da ansonsten die Gefahr eines Kurzschlusses besteht.
  • Beim Anklemmen der Starthilfekabel muss auf die richtige Reihenfolge geachtet werden. Außerdem sollten die Kabel nie gleichzeitig angeklemmt werden.
  • Das schwarze Kabel muss am Pannenauto unbedingt an einem Massepunkt im Motorraum befestigt werden und keinesfalls am Minuspol der Batterie. Bei nicht korrekter Befestigung des schwarzen Kabels droht eine Knallgasexplosion in der Autobatterie, bei der Säure aus der Batterie herausgeschleudert werden kann.
  • Die einzelnen Startversuche dürfen nicht zu lange dauern (maximal 15 Sekunden). Auch die Zahl der Startversuche sollte man auf drei begrenzen. Zwischen den Startversuchen sollte eine Pause von ein bis zwei Minuten liegen.