Motorrad beladen: diese Regeln sollten Sie kennen

Gewicht, überstehende Ladung & Co. – Wissenswertes für Ihre nächste Motorradreise

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Motorrad beladen: diese Regeln sollten Sie kennen

Gepäckstücke auf dem Motorrad können das Fahrverhalten und auch die Fahrstabilität entscheidend verändern. Zu Ihrer eigenen Sicherheit und die der anderen Verkehrsteilnehmer ist es deshalb wichtig, dass Sie vor der nächsten Tour beim Beladen Ihres Bikes die folgenden Tipps beachten.


Motorrad beladen – das ist allgemein zu beachten


Generell sind Sie gut beraten, bei einer Reise mit dem Motorrad so wenig Gepäck mitzunehmen wie möglich. Natürlich sollten Sie in dem Zusammenhang auch das zulässige Gesamtgewicht Ihres Motorrades berücksichtigen. Die entsprechenden Informationen dazu können Sie der Zulassungsbescheinigung Ihrer Maschine entnehmen.

Sind Koffer oder Topcase zu schwer beladen, verändert sich der Schwerpunkt Ihres Bikes nach hinten. Das führt erfahrungsgemäß schon bei normaler Geschwindigkeit zu riskanten Pendelmanövern. Verstauen Sie schwere Gepäckstücke daher am besten im Tankrucksack, damit es während der Fahrt nicht „wackelig“ wird. So erfolgt die Beladung direkt zwischen den beiden Rädern – und damit auf der Höhe des Maschinenschwerpunktes.

Achten Sie stets auf eine gleichmäßige Gewichtsverteilung. Gegenstände mit höherem Eigengewicht sollten möglichst weit unten im Topcase verstaut und leichtere Dinge in die oberen Staufächer gepackt werden.


Die Grundregeln für das richtige Beladen von Motorrädern


  • Schlafsäcke und Bekleidung gehören auf die sogenannte Gepäckbrücke, weil dort die einwirkenden Kräfte besonders weit vom Maschinenschwerpunkt entfernt sind. Das Vorderrad wird auf diese Weise entlastet, was sich insgesamt vorteilhaft auf die Fahrstabilität auswirkt.

  • Ist das Heck Ihrer Maschine zu schwer beladen, hat dies einen nachteiligen Effekt auf die Stabilität der Hinterachse. Weil ein zu hohes Gewicht zugleich den Maschinenschwerpunkt beeinflusst, beeinträchtigt das die Fahreigenschaften erheblich. Bei rasantem Tempo ist mitunter ein gefährliches „Wheelie“ die Folge.

  • Verstauen Sie schwere Gepäckstücke im unteren Teil von Topcase, Rucksack, Koffer und Co. So wird das Handling Ihres Bikes am wenigsten von der Ladung beeinflusst – zu Ihrer Sicherheit. Die meisten Kofferhersteller empfehlen ihren Kunden, pro Seite nicht mehr als 10 kg an Gepäck zu verstauen.

  • Sowohl die Federbein- als auch die Gabeleinstellungen sollten Sie der höheren Gewichtsbelastung adäquat anpassen. Auch das ist mit Blick auf eine optimale Stabilität beim Fahren von Vorteil.

  • Überprüfen Sie vor dem Reiseantritt den Luftdruck der Reifen. Die meisten Motorradhersteller empfehlen eine Erhöhung des Reifendrucks bei voller Beladung um etwa 0,2 bis 0,5 bar. Die Betriebsanleitung Ihrer Maschine liefert Ihnen diesbezüglich ausführliche Informationen.

  • Fahren Sie mit Ihrem voll beladenen Motorrad nicht schneller als 130 km/h, um von Anfang an möglichst solide Fahreigenschaften zu genießen.

  • Gepäckstücke gehören nicht an die Gabel oder an den Lenker. Denn dadurch wird das Handling unnötig schwer, und es kann sogar zu einem Lenkerflattern kommen. In Folge dessen erhöht sich das Unfallrisiko!

  • Achten Sie darauf, die Dämpferelemente hinsichtlich ihrer Federvorspannung optimal einzustellen. Notfalls kann es hier hilfreich sein, die Dämpfung entsprechend nachzujustieren.

  • Selbstverständlich sollten die Gepäckstücke so verstaut werden, dass weder Sie als Fahrer noch Ihr Sozius in der Bewegungsfreiheit eingeschränkt werden. Aus dem Grund sollten Taschen und Rucksäcke nicht übermäßig mit Gegenständen „vollgestopft“ werden, weil sie so die Sitzhaltung stark beeinträchtigen. Das kostet gerade auf längeren Strecken viel Kraft und Sie ermüden schneller.


Tipp: Absolvieren Sie vor Ihrer geplanten Tour einige Fahrversuche mit dem beladenen Bike. So finden Sie am besten heraus, in welchen Situationen gegebenenfalls der Lenker instabil wird und wie das Motorrad bei Bodenwellen reagiert. Üben Sie außerdem das Anfahren mit dem Zusatzgewicht und finden Sie im Zuge dieses „Fahrtrainings“ ebenfalls heraus, wie sich Ihre Maschine beim Schräglagenwechsel in Kurven verhält.

Ob voll beladen oder nicht, ohne eine Motorradversicherung darf Ihr Bike nicht auf die Straße. Berechnen Sie am besten direkt Ihren günstigen Tarif bei uns. Hier erfahren Sie, welche Leistungen darin enthalten sind.