Marderschaden: So schützen Sie Ihr Auto vor einem Marderbiss

So erkennt man die Bisse des Marders - Maßnahmen zum Schutz des Motorraums

Marderschaden: So schützen Sie Ihr Auto vor einem Marderbiss
Wenn das Auto nicht mehr einwandfrei anspringt oder Lampen nicht funktionieren, kann das ein erster Hinweis auf einen Marderschaden sein. Gerade im Frühling und Sommer treiben sich die kleinen Raubtiere mit Vorliebe in der Nähe von Parkplätzen und Tiefgaragen herum und können mit ihren Biss-Attacken das eine oder andere Auto lahmlegen. Ein vom Fahren noch Wärme ausstrahlender Motorraum ist für einen Marder der ideale Rückzugsort: dunkel, verwinkelt, sicher durch überschaubare Zugänge von außen und zwischen all den Teilen auch immer wieder angenehm zum Schlafen. Das Problem am Marder unter der Haube: Hat er einmal Gefallen an seinem neuen Unterschlupf gefunden, wird das Auto zu seinem Revier. Und dieses wird markiert und verteidigt, wo es nur geht. Ärgerlich für den Fahrer: Marderschäden sind nervenraubend und kostspielig. Erfahren Sie hier, wie Sie einen Marderbiss erkennen und was Sie für die Marderabwehr tun können.
 

Marderbisse unter der Motorhaube: Nicht gleich zu entdecken

 
Im Inneren eines Autos sind eine Menge Kabel und Schläuche aus flexiblen Materialien verbaut. Vor allem Fahrzeugteile aus Gummi und weichem Kunststoff sind von den Attacken der Marder betroffen. Dazu gehören:
  • Stromkabel
  • Zündkabel
  • Kühlwasserschläuche
  • Scheibenwischwasserschläuche
  • Dämmmatten
  • Beläge für Lenkung und Antrieb
Hat ein Marder zugebissen, ist das oft nicht so leicht zu entdecken. Treten Störungen beim Starten und Fahren auf, ist es aber meist schon zu spät. Experten empfehlen daher, vor allem in den wärmeren Monaten des Jahres, regelmäßig den Bereich unter der Motorhaube zu checken und gezielt nach angenagten Gummiteilen und angeknabberten Kabeln zu schauen.
 

Typisch Marderschaden: Bissspuren erkennen und Schäden vorbeugen

 
Im ruhigen Motorlauf ist an den Zündkabeln zu erkennen, wenn eine oder mehrere Zündkerzen nicht mehr korrekt funktionieren. Bei modernen Wagen gibt zudem die Motorwarnleuchte einen Hinweis, dass mit der Motorsteuerung etwas nicht stimmt. Das Steuergerät schaltet in diesem Fall in ein Notlaufprogramm, mit dem die nächste Werkstatt aufgesucht werden sollte. Nachlassenden Bremsdruck erkennt man in der Regel selbst oder durch die entsprechende Kontrolllampe. Steigt die Kühlwassertemperatur an, kann dies darauf hindeuten, dass ein Marder an den Kühlschläuchen geknabbert hat.
Ganz machtlos ist man gegenüber den lästigen Nagern jedoch nicht. Denn es gibt zahlreiche Möglichkeiten, sein Auto vor den Marder-Angriffen zu schützen. Zum einen hilft es, den Motorraum abzuschotten, damit er nicht mehr zugänglich ist. Für viele Fahrzeug-Modelle gibt es Komponenten zum Nachrüsten. Einige Hersteller bieten Marder-Barrieren als Zusatzausstattung an - gegen Aufpreis. Eine andere Lösung können auch selbst angebrachte Drahtgitter unter der Motorhaube sein – einen wackligen Untergrund mögen Marder nämlich gar nicht. 
 

Marderschutz: Auch diese Methoden haben sich bewährt

 
  • Bei Verdacht auf Marderbisse lohnt sich eine gründliche Motorwäsche. Dadurch wird der Marderduft entfernt, auf den andere Männchen besonders aggressiv und mit Beißattacken reagieren.
  • Elektrisch betriebene „Marder-Schrecks“ werden gern genutzt, wobei die günstigen und eher wirkungsärmeren Geräte einen hohen Ton abgeben und teure Gadgets auf Ultraschall setzen.
  • Spezielle Rohre aus flexiblem Hartplastik können Kabel und Schläuche schützen. Diese lässt man in der Werkstatt einsetzen.
  • Hochspannungsgeräte, die Eindringlinge mit elektrischen Schlägen abhalten, sind nur empfehlenswert, wenn ein Fachbetrieb den Einbau vornimmt und sichergestellt ist, dass die restliche Fahrzeugelektronik keinen Schaden nimmt.
 
Achten sollte man auch auf die Versicherungsleistungen. Einige Versicherungsanbieter bezahlen nämlich nur die Kosten für direkte Marderschäden, während die  Kosten für Folgeschäden nicht abgedeckt sind.
 

Teilkasko-Versicherung übernimmt direkte Schäden von Marderbiss

 
Hunderttausende Fahrzeughalter sind jedes Jahr von Marderschäden an ihren Autos betroffen. Im Umfang einer Kaskoversicherung sind unmittelbare Schäden abgedeckt. Beschädigte Schläuche, Manschetten, Kabel usw. können auf Kosten der Versicherung in einer Fachwerkstatt ausgetauscht werden. Umfangreiche Tarife kommen auch für Folgeschäden von Marderbissen bis zur vertraglich festgesetzten Höchstgrenze auf, zum Beispiel für den Austausch des Motors nach einem Motorschaden, der auf einen Marder zurückzuführen ist. Übrigens steigt der Beitrag zur Kaskoversicherung nicht durch die Regulierung eines Marderschadens, da es in der Teilkaskoversicherung keine Schadenfreiheitsklassen und Schadensfreiheitsrabatte gibt.