Gebrauchtes Motorrad kaufen – unsere Experten-Tipps

Worauf sollten Sie beim Erwerb eines gebrauchten Bikes achten?

( Wörter)

Gebrauchtes Motorrad kaufen – unsere Experten-Tipps

Zahlreiche Motorradfahrer sind auf ihren Bikes nur gelegentlich unterwegs. Oft sind die Motorräder mit Saisonkennzeichen zugelassen und werden vor allem an Wochenenden bei gutem Wetter oder bei ein bis zwei längeren Touren pro Jahr bewegt. In Anbetracht eines solchen Nutzungsumfangs besteht nicht immer die Bereitschaft, sich beim Motorradkauf für ein neues Fahrzeug zu entscheiden. Viele Biker geben sich mit Gebrauchtmotorrädern zufrieden.

Der Gebrauchtkauf verspricht gegenüber dem Erwerb eines neuen Motorrads zumeist eine erhebliche Ersparnis. Allerdings bringt er seine eigenen Tücken mit sich, womöglich wird ungewollt ein Bike mit technischen Mängeln gekauft. Umso entscheidender ist es, beim Kauf richtig vorzugehen. In diesem Beitrag teilen wir unsere Tipps, um ein gebrauchtes Motorrad zu kaufen.

Beim Kauf eines gebrauchten Motorrades eine gute Vorauswahl treffen

Wer bei der erstbesten Kaufgelegenheit zuschlägt, trifft unter Umständen die falsche Entscheidung. Im Allgemeinen empfiehlt es sich, den Markt zu durchleuchten, d.h. die Verfügbarkeit einzelner Motorrad-Modelle zu prüfen. Es gilt herauszufinden, in welchen Regionen interessante Bikes angeboten werden, wer die typischen Anbieter sind und wie es um die Preise steht.

Jedoch sollte sich niemand bei der Recherche auf Preise beschränken. Ebenso ist zu prüfen, wie es um die Unterhaltskosten der bevorzugten Motorrad-Modelle steht. Es könnte sein, dass die Wartungskosten viel höher liegen als erwartet. Auch der Beitrag für die Motorradversicherung sollte ermittelt werden, um letztlich das richtige Motorrad auszuwählen. Unterstützung leisten vor allem Motorradbörsen im Internet. Sie helfen dabei, das Angebot an Gebrauchtmotorrädern einzugrenzen und damit eine Vorauswahl zu treffen.

Einen vertrauenswürdigen Verkäufer finden

Anbieter gebrauchter Motorräder lassen sich in zwei Gruppen unterteilen, nämlich gewerbliche und private Verkäufer. Der Kauf beim Motorradhändler verspricht im Allgemeinen mehr Sicherheit. Sofern es sich um einen Händler mit Vertragswerkstatt handelt, können Sie davon ausgehen, dass das Motorrad einem Check und zumeist sogar einer umfassenden Wartung unterzogen wurde. Zugleich muss der Händler eine Gewährleistung anbieten, was zusätzliche Sicherheit bringt.

All diese Vorzüge sind beim Kauf von Privat nicht gewährleistet. Unter Umständen besteht ein Wartungsstau, was das Risiko bald auftretender Defekte erhöht. Andererseits lassen sich die Händler ihre Leistung gut bezahlen, weshalb beim Kauf von privat oft ein erheblicher Preisvorteil lockt. Was nun besser ist, lässt sich pauschal jedoch nicht sagen. Viel mehr kommt auf die persönlichen Bedürfnisse sowie die am Markt angebotenen Motorräder an.

Einen technischen Check vor dem Motorradkauf durchführen

Ob Kauf beim Händler oder von Privat, in jedem Fall sollte Sie das Gebrauchtmotorrad zuvor ausführlich in Augenschein nehmen. Dies bedeutet eine Probefahrt zu machen, in deren Rahmen ermittelt wird, ob das gebrauchte Motorrad tadellos funktioniert und ob es die Fahreigenschaften bietet, die Sie erwarten.

Vor Antritt der Probefahrt ist unbedingt zu prüfen, ob ein Versicherungsschutz besteht. Wer hierauf verzichtet, geht womöglich ein hohes finanzielles Risiko ein. Denn im Schadensfall drohen dann hohe Kosten.

Alle entscheidenden technischen Funktionen sind einer Überprüfung zu unterziehen. Doch selbst eine Probefahrt gibt keinen ausreichenden Aufschluss. Wer sich mit Motorradtechnik auskennt, befindet sich eindeutig im Vorteil. Ansonsten ist es empfehlenswert – insbesondere beim Kauf von Privat – sich von einer fachkundigen Person begleiten zu lassen oder alternativ das Motorrad einem kostenpflichtigen Check bei einer Prüfstelle (z.B. dem TÜV) zu unterziehen. Die hiermit verbundenen Kosten sind letztlich gut investiert.

Den Kauf des Motorrads sicher abwickeln

Über den Kauf sollte unbedingt ein Vertrag geschlossen werden. Selbst bei einem sehr niedrigen Kaufpreis ist diese Maßnahme zu empfehlen, weil der Vertrag sowohl Käufer als auch Verkäufer rechtlich absichert. Händler setzen die Verträge im Regelfall selbst auf, private Verkäufer sollten auf geprüfte Vertragsvorlagen zurückgreifen.

Nach erfolgtem Vertragsabschluss erfolgt die Bezahlung. Zuvor sollte der Käufer jedoch überprüft haben, ob sämtliche Dokumente (Zulassungsbescheinigung Teil I und II sowie HU-Nachweis), Schlüssel und Zubehör bereitstehen.