Sicherer Schulweg: „Nur Übung macht den Meister“

Teltow, 9. August 2023. Viele Kinder sehnen die Einschulung und den ersten Schultag herbei: Endlich gehören sie zu „den Großen“, sie freuen sich auf neue Freunde und natürlich auf die reich gefüllte Schultüte. Für Eltern bietet dieser Meilenstein im Leben ihres Kindes auch viel Potenzial für Sorgen – nicht zuletzt hinsichtlich der Sicherheit auf dem Schulweg. Kfz- und Versicherungsexperte Alexander Held gibt im Interview Tipps, wie sich diese neue Herausforderung am besten meistern lässt.

Der Schulweg ist für die meisten Kinder die erste regelmäßige und eigenständige Teilnahme am Straßenverkehr. Was ist das Wichtigste, das Eltern beherzigen sollten, damit dieser große Schritt von Kindern in die Selbstständigkeit gelingt?

Alexander Held: Nur Übung macht den Meister. Deshalb ist es wichtig, das Verhalten auf dem Schulweg zu trainieren. Eltern sollten mit ihrem Kind die Strecke ablaufen und auf die möglichen Gefahrenstellen hinweisen. Dabei ist es wichtig, damit frühzeitig und nicht erst wenige Tage vor der Einschulung zu beginnen, damit das Kind eine gewisse Routine entwickeln kann. Und was häufig vergessen wird: Die Strecke am Wochenende oder in den Ferien abzulaufen ist in der Regel weniger sinnvoll, weil dann das Verkehrsaufkommen anders und oft geringer ist.

Wie lange sollten Eltern das Kind begleiten?

Alexander Held: Bis sie merken, dass das Kind die Strecke sicher kennt und die elementaren Verhaltensregeln verinnerlicht hat. Wie es die neue Herausforderung meistert, zeigt sich, wenn sich die Eltern von Ihrem Kind zur Schule führen lassen. Hier kann es dann erzählen, an welchen Stellen es auf welche Gefahren achtet. Kinder sind oft stolz, ihr Gelerntes zu zeigen, und durch diesen Rollentausch lässt sich auch erkennen, wo eventuell noch Nachholbedarf besteht.

Der Schulweg sollte sicher möglichst kurz sein?

Alexander Held: Kurz ist gut, aber Sicherheit geht vor. Oft ist der sicherste Schulweg nicht der kürzeste. Das Wichtigste ist, dass das Überqueren von Straßen, zumindest von vielbefahrenen Straßen, nur selten notwendig ist. Wenn dies erforderlich ist, sollte dafür eine Ampel oder ein Zebrastreifen genutzt werden. Auch in Straßen mit Mittelinsel ist das Überqueren leichter, weil das Kind nur auf eine Fahrtrichtung achten muss. Idealerweise ist der Gehweg nicht nur breit, sondern auch beleuchtet – da die Einschulung im Sommer stattfindet, wird dieser Punkt oft vergessen. In jedem Fall sollte für den Schulweg immer ausreichend Zeit eingeplant werden, denn unter Hektik vergessen Kinder schnell die eintrainierten Verhaltensweisen.

Um sich den ganzen Stress zu sparen, bringen viele Eltern ihre Kinder lieber mit dem Auto zur Schule…

Alexander Held: Bitte kein Elterntaxi! Mit dem Halten an Bushaltestellen, im Halteverbot oder in zweiter Reihe sind Eltern nicht nur ein schlechtes Vorbild, sondern behindern auch den Verkehr. Es ist mittlerweile bewiesen, dass das Chaos vor den Schulen beim Holen und Bringen das Unfallrisiko für die Kinder erhöht.

Gerade in größeren Städten kommt es immer wieder vor, dass Kinder nicht in der nächstgelegenen Grundschule angemeldet – beziehungsweise dieser zugeteilt – werden, sondern in einer mehreren Kilometern entfernten. Was dann?

Alexander Held: Wenn es das Auto sein muss, empfiehlt es sich, mehrere hundert Meter von der Schule entfernt an einer Stelle zu parken, wo es sich gefahrenfrei aussteigen lässt, und von hier aus den Rest zu Fuß zu gehen. Manche Schulen haben mittlerweile sogar offizielle „Elternhaltestellen“ im näheren Umfeld der Schule eingerichtet, von denen die Kinder den verbleibenden Schulweg zu Fuß zurücklegen. So tragen Eltern nicht zu dem allgemeinen Autochaos vor den Schulen bei und das Kind tankt vor der Schule noch etwas Sauerstoff und bewegt sich – das wirkt sich übrigens positiv auf die Konzentration im Unterricht aus! Kinder von Eltern, die kein Auto haben, sind bei weiten Schulwegen auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen – auch das Fahren mit Bus und Co. kann man üben.

Allerdings dauert es hier sicher oft ein wenig länger, bis das Kind sich wohl damit fühlt, alleine zu fahren?

Alexander Held: Das ist gut möglich und kommt auch sehr auf das einzelne Kind an. Auch bei einem kurzen Schulweg ist es sehr unterschiedlich, wie schnell sich das Kind hier eine sichere Routine für sich entwickelt. Eines sollten Eltern sich aber in jedem Fall klar machen: Früher oder später werden ihre Kinder ohne sie und eigenständig am Straßenverkehr teilnehmen. Kinder, die Verkehr bis dahin ausschließlich vom Autorücksitz aus erlebt haben – oder immer nur an der Hand von Mama und Papa gelaufen sind, ohne selber auf den Verkehr achten zu müssen – sind auf die Gefahren im Straßenverkehr dann nicht vorbereitet.

Was ist, wenn auf dem Schulweg doch einmal ein Unfall passiert?

Alexander Held: Für Unfälle in der Schule sowie auf dem Weg dorthin oder dem anschließenden Heimweg ist die gesetzliche Unfallversicherung zuständig. Der Versicherungsschutz besteht zwar nur auf dem unmittelbaren Weg, hier ist das Kind aber frei in der Entscheidung, welchen Weg es wählt und welches Verkehrsmittel es nutzt – auch für die Versicherung muss es also nicht der kürzeste Schulweg sein. Nur darf das Kind nicht den eingeschlagenen Weg verlassen, um beispielsweise auf dem Heimweg noch Süßigkeiten zu kaufen.

Weitere Informationen zum Versicherungsangebot der Verti Versicherung AG sind unter https://www.verti.de abrufbar.

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