Wie vorgehen bei Umzugsschäden?

Was Sie tun müssen und welche Versicherungen haften

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Wie vorgehen bei Umzugsschäden?

Wer kennt das nicht: Ein Umzug steht an. Unmengen an Einrichtungsgegenständen und persönlicher Habe alleine einzupacken und an den neuen Wohnort zu transportieren, ist kaum zu leisten. Also greift man auf ein Umzugsunternehmen zurück – oder auf gute Freunde, die mit Hand anlegen. Manchmal geht dabei aber eben etwas zu Bruch. Wie geht man dann am besten vor? Und was zahlen Versicherungen?

Private Helfer: Wer haftet bei Umzugsschäden?

Wer im Falle eines Schades haftet, ist eine knifflige Sache. Grundsätzlich ist die Haftpflichtversicherung für solche Fälle zuständig. Wessen Versicherung aber muss einen Schaden begleichen? Das ist bei Umzügen etwas kompliziert, insbesondere dann, wenn private Hilfskräfte am Werke sind. Denn diese haften grundsätzlich erst einmal nicht. Auch dann, wenn fahrlässig gehandelt wurde. Der Grund: Die Belastung mit den Kosten wird als unverhältnismäßig angesehen, wenn die Helfer für Ihre Aufgabe keinen Lohn erhalten haben. (Eine Verpflegung allein gilt nicht als Lohn.)

Das Problem lässt sich lösen, indem Sie mit Ihren Bekannten vorab einen Vertrag aufsetzen, in dem sich die Helfer unter anderem auch verpflichten, Kosten für etwaige Schäden zu tragen. Nur dann zahlt die Haftpflichtversicherung Ihres Bekannten. Dieser Aufwand lohnt sich in der Regel natürlich nur dann, wenn Sie wirklich teure Einrichtungsgegenstände transportieren.

Umzugsunternehmen haften für Schäden

Etwas anders sieht das natürlich bei Umzugsunternehmen aus. Diese haften grundsätzlich für entstandene Schäden. Allerdings gibt es dabei auch einiges zu beachten.

So müssen Sie unbedingt sofort prüfen, ob Mängel vorliegen. Bei offensichtlichen Schäden müssen diese sofort bei der Übergabe der Lieferung schriftlich vermerkt werden. Dafür notieren Sie die Schäden entweder im Ablieferungsbeleg oder Sie erstellen mit den Mitarbeitern des Umzugsunternehmens ein Schadensprotokoll. Spätestens am nächsten Tag sind alle offensichtlichen Schäden dem Umzugsunternehmen zu melden, damit Sie Anspruch auf Schadensersatz haben. Für die Meldung nicht offensichtlicher Schäden haben Sie 14 Tage Zeit.

Als offensichtlicher Schaden gilt alles, was äußerlich erkennbar ist, beispielsweise Schrammen und Verschmutzungen an Möbeln oder verlorene Kartons. Als nicht offensichtlich werden in der Regel nur Schäden anerkannt, die an Gegenständen in Kartons entstanden sind. In jedem Fall müssen Sie alle Schäden ausführlich und schriftlich dokumentieren und auch Fotos anfertigen.

Ein Beschwerdeanruf genügt ebenfalls nicht: Sie müssen Ihre Ansprüche schriftlich geltend machen. Anderenfalls haftet die Versicherung des Umzugsunternehmens nicht. Also: Auch bei professionellen Helfern gibt es einiges zu beachten!

Welche Schäden können entstehen?

Bei Umzugsschäden denken Sie vielleicht zunächst an Schäden, die an Ihren Einrichtungsgegenständen entstehen. Aber es können auch ganz andere Schäden entstehen, die womöglich noch bedeutend teurer sind. Beispielsweise können durch den Transport von Möbeln Schäden am Treppenhaus entstehen. Im schlimmsten Falle können auch in der Nähe parkende Fahrzeuge beim Ein- und Ausladen beschädigt werden.

Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte also in jedem Fall auch bei privaten Helfern einen Vertrag abschließen und grundsätzlich jeden Schaden sofort dokumentieren und melden – ansonsten kann es teuer werden. Vor allem, wenn fremdes Eigentum beim Umzug beschädigt wird. Wer auf der ganz sicheren Seite sein möchte, sollte eine Rechtsschutzversicherung abschließen, um sich im schlimmsten Falle auch noch einen Rechtbeistand suchen zu können.