Was ist Wohngesundheit und worauf ist dabei zu achten?

So lebt es sich gesünder in den eigenen vier Wänden.

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Wer ein Haus baut, denkt meistens an drei Dinge: Kosten, Komfort und Energiesparen. Die Wohngesundheit hingegen spielt häufig nur eine untergeordnete Rolle. Dabei ist sie sehr wichtig, denn schließlich verbringen Sie viel Zeit in Ihren eigenen vier Wänden.
 

Wohngesundheit: Eine Definition

Wohngesundheit bedeutet ganz allgemein, dass man versucht, ein Haus oder eine Wohnung so zu gestalten, dass die Gesundheit und das Wohlbefinden der Bewohner nicht negativ beeinflusst oder sogar verbessert werden. Dafür sind zum Beispiel Tageslicht, Beleuchtung und Geräuschbelastung relevant. Oft wird der Begriff „Wohngesundheit“ aber als Synonym für die Qualität der Raumluft verwendet.
 
Gerade in Neubauten leidet die Raumluft häufig darunter, dass neue Bodenbeläge oder frisch gestrichene Wände unangenehme Gerüche abgeben. Auch mit häufigem Lüften bekommen Sie das Problem nur bedingt in Griff. Schwierig ist dabei die Tatsache, dass Neubauten immer besser gedämmt sind. Dadurch findet nur ein geringer Luftaustausch zwischen drinnen und draußen statt. Die Folge: Schadstoffe, Feuchtigkeit und Kohlendioxid aus der Atemluft verbleiben im Inneren des Gebäudes. Das kann sich negativ auf die Gesundheit auswirken, zum Beispiel in Form von Kopfschmerzen, brennenden Augen, Erkältungssymptomen oder Schwindel. Auch ernstzunehmende Erkrankungen wie Asthma oder Allergien können auf schlechte Wohngesundheit zurückzuführen sein.
 
Drei Quellen kommen für schlechte Raumluft infrage:
  • Chemische Stoffe wie Weichmacher oder flüchtige organische Verbindungen (VOC), zum Beispiel in Bodenbelägen, Lacken, Farben und Klebern
  • Biologische Stoffe, zum Beispiel Pilze, Bakterien, Hausstaubmilben und Schimmelsporen
  • Physikalische Ursachen, zum Beispiel Elektrosmog, Lärm, Feuchtigkeit und Radonbelastung

So funktioniert wohngesundes Bauen

Wohngesundes Bauen soll dafür sorgen, dass in Ihrem neuen Zuhause von Anfang an gute Luft herrscht. Immer mehr Bauunternehmen bieten an, beim Hausbau nur schadstoffarme oder sogar schadstofffreie Materialien zu verwenden.
  • Fußböden: Verlegen Sie naturbelassene Fußbodenbeläge wie Holz oder Kork. Wenn die Beläge behandelt werden müssen, verwenden Sie schadstoffarme Wachse oder Öle. Achten Sie bei Parkett und Laminat darauf, dass die Kleber schadstofffrei sind.
  • Wandfarben: Einige Hersteller bieten spezielle Farben an, die die Raumluft nicht so stark beeinflussen. Achten Sie darauf, dass keine Lösungsmittel oder Weichmacher enthalten sind. Allergiker sollten außerdem auf Farben mit Konservierungsmitteln verzichten.
  • Lacke: Verwenden Sie Lacke auf Wasser- statt auf Kunstharzbasis.
  • Möbel: Kaufen Sie Möbelstücke aus Natur- oder Massivholz und achten Sie darauf, dass schadstoffarme Kleber, Lacke, Farben und Wachse verwendet wurden.

Diese Siegel helfen weiter

Für Laien ist es nicht immer einfach zu erkennen, wann ein Material tatsächlich schadstoffarm ist. Verschiedene Siegel helfen Ihnen dabei, die richtigen Produkte zu finden. Zu den bekanntesten gehören:
  • Der Blaue Engel: Das Siegel der Bundesregierung zeichnet umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen aus. Auf der Website des Siegels finden Sie eine Übersicht über ausgezeichnete Produkte. Beim Einkauf erkennen Sie diese an dem charakteristischen Logo, einem blauen Engel.
  • natureplus: Dieses Siegel zeichnet eine große Palette an Baustoffen aus, die umweltfreundlich und nachhaltig sind und die Wohngesundheit fördern.
  • Europäisches Umweltzeichen (auch Euroblume genannt): Das international anerkannte Gütesiegel zeichnet umwelt- und gesundheitsfreundliche Produkte aus.
Eine besondere Stellung beim wohngesunden Bauen nimmt das Sentinel Haus Institut (SHI) in Freiburg ein. Es ist aus einem Forschungsprojekt der Deutschen Bundesstiftung für Umwelt hervorgegangen. Das Institut hat Leitfäden und Prüfkriterien entwickelt, anhand derer die Wohngesundheit eines Hauses beurteilt werden kann. Es bildet Baubeteiligte wie Handwerker oder Fachplaner weiter und hat ein großes Verzeichnis mit wohngesunden Produkten, zertifizierten Baubeteiligten und erfolgreich realisierten Referenzobjekten.