Was tun bei einem Todesfall

Diese Angelegenheiten müssen Sie nach einem Sterbefall erledigen

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Im Todesfall erfolgt die Auszahlung der Risikolebensversicherung
Ein Todesfall in der Familie gehört zu den schlimmsten Erlebnissen im Leben – insbesondere für die nahen Angehörigen. Sie trauern nicht nur um einen geliebten Menschen, sondern müssen sich auch um diverse Dinge kümmern. Wir haben für Sie zusammengefasst, was nach einem Todesfall in der Familie zu tun ist.

Was tun bei einem Todesfall? Eine Checkliste

Nach einem Todesfall gibt es einige Dinge, die dringend erledigt werden sollten, andere können auch noch etwas warten. Wichtig sind zuerst vor allem die Angelegenheiten, bei denen es vorgeschriebene Fristen gibt.

Den Totenschein ausstellen lassen

Zu den ersten Schritten nach dem Todesfall zählt das Ausstellen des Totenscheins. Dies übernimmt ein Arzt. Ist der Verstorbene zuhause gestorben, rufen Sie den Hausarzt oder den Notarzt. Er stellt den Tod fest und fertigt den Schein an. Verstirbt die Person im Krankenhaus, im Hospiz oder in einem Pflegeheim, kümmert sich die jeweilige Einrichtung um den Totenschein.

Den Verstorbenen abholen lassen

Es ist vorgeschrieben, dass der Verstorbene innerhalb von 24 bis 36 Stunden in eine Leichenhalle oder ein Krematorium überführt wird. Das übernimmt im Regelfall der Bestatter für Sie. Überprüfen Sie, ob der Verstorbene vor dem Tod einen Wunschbestatter festgelegt hat, zum Beispiel in einer Bestattungsverfügung oder in einem Bestattungsvorsorgevertrag. Ansonsten können Sie den Bestatter frei wählen.
 
Für die Bestattung selbst haben Sie etwas länger Zeit. Die vorgeschriebenen Fristen variieren von Bundesland zu Bundesland. Meist betragen sie zwischen vier und zehn Tagen. Der Bestatter weiß außerdem, was bei einem Todesfall zu tun ist. Er greift Ihnen dabei unter die Arme, Beisetzung und Trauerfeier zu organisieren. Manchmal bietet er weitere Services an – wie die Sterbeurkunde zu beantragen oder Institutionen oder Behörden über den Todesfall zu benachrichtigen.
 

Angehörige, Vertraute und Arbeitgeber benachrichtigen

Auch wenn es nicht einfach ist – benachrichtigen Sie weitere Angehörige wie Kinder, Geschwister oder Eltern sowie nahe Vertraute des Verstorbenen über seinen Tod. Gemeinsam lässt sich die Trauer besser bewältigen als alleine. Diese Personen können Sie emotional und im Alltag unterstützen und Ihnen gegebenenfalls Aufgaben abnehmen, die jetzt anfallen. Denken Sie auch daran, wenn nötig, den Arbeitgeber des Verstorbenen zu informieren.
 
Das gilt auch für Sie: Informieren Sie Ihren eigenen Arbeitgeber. Stirbt ein naher Angehöriger, etwa der Partner oder ein Elternteil, erhalten Sie im Regelfall Sonderurlaub. So können Sie die Beerdigung in Ruhe in die Wege leiten und haben Zeit für die Trauer.
 

Versicherungsunternehmen zeitnah benachrichtigen

Hat der Verstorbene eine Sterbegeldversicherung, eine Unfallversicherung oder eine Lebensversicherung, sollten Sie sich umgehend mit dem jeweiligen Versicherungsunternehmen in Verbindung setzen. Im Todesfall wird die Versicherungssumme an die Hinterbliebenen ausgezahlt. Dafür ist es aber notwendig, den Tod zeitnah zu melden.
 

Die Sterbeurkunde beantragen

Das wichtigste Dokument, das Sie nach der Beerdigung benötigen, ist die Sterbeurkunde. Nur so können Sie den Tod Ihres Angehörigen bei Kündigungen und ähnlichem nachweisen. Die Sterbeurkunde sollten Sie zeitnah nach dem Todestag beantragen. Dies erledigen Sie auf dem Standesamt, das für den Verstorbenen zuständig war. Je nach Standesamt können Sie die Urkunde persönlich, schriftlich oder online beantragen. 
 
Um die Sterbeurkunde zu beantragen, benötigen Sie im Regelfall folgende Dokumente:
  • Totenschein
  • Personalausweis des Verstorbenen
  • Ihren Personalausweis oder Reispass
  • Verwandschaftsnachweis (z.B. Geburtsurkunde, Heiratsurkunde)
  • Im Regelfall den Nachweis eines berechtigten Interesses (z.B. Erbschein, Grundbuchauszug)
 
Für einige Institutionen und Unternehmen wie Banken oder Versicherungen benötigen Sie die Urkunde im Original. In anderen Fällen genügt eine Kopie, zum Beispiel für die Kündigung beim Vermieter oder Stromanbieter. Lassen Sie sich im Standesamt gleich mehrere Exemplare der Sterbeurkunde ausstellen. Normalerweise reichen fünf bis zehn Exemplare.
 
Was außerdem nach einem Todesfall in der Familie zu tun ist
Sind diese ersten Schritte erledigt, haben Sie das Wichtigste hinter sich gebracht. Sie können nun erstmal durchatmen. Anschließend sollten Sie auch Behörden, Institutionen und Unternehmen über den Todesfall informieren. Normalerweise können Sie sich dabei aber etwas Zeit lassen.
 
Laufende Verträge des Verstorbenen sollten Sie entweder kündigen oder umschreiben lassen. Dafür benötigen Sie die Sterbeurkunde oder eine Kopie davon. Die folgende Checkliste zeigt, was bei einem Todesfall noch zu tun ist:
 
  • Krankenkasse und Pflegeversicherung informieren
  • Mietwohnung kündigen
  • Strom- und Gasanbieter kündigen
  • Telefon-/Internet-/Mobilfunk-/Kabelanbieter kündigen
  • Rundfunkbeitrag (früher GEZ) kündigen
  • Bankkonten, Depots u. ä. kündigen
  • Versicherungen kündigen
  • Mitgliedschaften in Vereinen und Verbänden kündigen
  • Abonnements von Zeitungen, Zeitschriften oder Onlinediensten kündigen
  • Auto ab- oder ummelden
Informieren Sie sich, ob Sie Witwenrente oder Waisenrente beantragen können. Zudem müssen Sie sich um das Erbe kümmern. Gibt es ein Testament, übergeben Sie es dem Nachlassgericht, das für den Verstorbenen zuständig ist. Es kümmert sich um die Testamentseröffnung, informiert die Erben und stellt den Erbschein aus.