Kfz-Kennzeichen-Typen: was bedeuten sie?

Die wichtigsten Sonderkennzeichen im Überblick

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Kfz-Kennzeichen-Typen: was bedeuten sie?

Wir alle kennen den Standardaufbau des deutschen Nummernschildes: Eine Buchstabenkombination für den Zulassungsort, eine weitere, freie Kombination aus zwei Buchstaben und schließlich bis zu vier willkürliche Ziffern. Doch manchmal sieht man auf den Straßen auch andere Kfz-Kennzeichen-Typen. Vielleicht haben Sie sich auch schon mal gefragt, was das eigentlich für komische Kennzeichen sind. Nachfolgend eine Übersicht:

Das H-Kennzeichen für Oldtimer

Sie sind leicht daran zu erkennen, dass ganz rechts immer ein „H“ (für „historisch“) steht. Begehrt sind sie, weil man damit Kfz-Steuern sparen kann. Voraussetzung ist allerdings, dass das eigene Fahrzeug älter als 30 Jahre ist. Zudem gibt es dann für Oldtimer meist auch Auflagen seitens der Versicherung, was die maximale jährliche Fahrleistung anbelangt.

Das rote Kennzeichen

Rote Kennzeichen können von zweierlei Art sein: Zum einen gibt es das Oldtimer-Kennzeichen, das ein Wechselkennzeichen ist. Es ist gültig für ein oder mehrere alte Fahrzeuge über 30 Jahre. Im Gegensatz zum H-Kennzeichen (s.o.) kann es auch für mehrere Fahrzeuge verwendet werden.

Rot sind aber auch die Wechselkennzeichen für das Kfz-Gewerbe (Händler-/Werkstattkennzeichen) – damit können Probe- und Zulassungsfahrten unternommen werden.

Saisonkennzeichen

Perfekt für Motorräder oder Camper, die nicht das ganze Jahr hindurch gefahren werden, ist das Saisonkennzeichen. Es gilt nur für eine selbst festzulegende Anzahl an Monaten, die ganz rechts eingeprägt sind. Das Saisonkennzeichen ist immer nur auf den Zeitraum beschränkt, der auf dem Kennzeichen angegeben ist.

Das Kurzzeitkennzeichen oder Überführungskennzeichen

Diese Nummernschilder werden für Überführungsfahrten von einem Ort zum anderen oder auch für nicht zugelassene Fahrzeuge verwendet, die beispielsweise zum TÜV gebracht werden müssen. Dafür werden diese Kennzeichen vorher bei der Zulassungsstelle gekauft. Gültig sind sie für fünf Tage, rechts im Nummernschild ist ein gelbes Feld, in das das Ablaufdatum eingepresst wird. Die Nummer auf dem Kennzeichen beginn immer mit 04.

Das Ausfuhrkennzeichen

Erkennen tut man sie am roten Feld mit dem Ablaufdatum ganz rechts. Diese Kennzeichen sind auf ein Jahr befristet und Fahrzeugen vorbehalten, die exportiert werden sollen.

E-Kennzeichen

Dieses Autokennzeichen für Elektrofahrzeuge zählt zu den noch unbekannteren Typen – kein Wunder, gibt es doch das E-Kennzeichen erst seit 2015. Es ist Elektrofahrzeugen vorbehalten und am „E“ ganz rechts zu erkennen. So ein E-Kennzeichen bringt einige Privilegien mit sich: Mit ihm darf man auf Busspuren fahren und in manchen Städten und Gemeinden sogar kostenfrei parken.

Das W-Kennzeichen (Wechselkennzeichen)

Das Wechselkennzeichen ist ein kleines Kuriosum. Es besteht aus zwei Teilen: Der kleinere, rechte Teil verbleibt am Fahrzeug und hat eine eigene Nummer. Der linke Teil kann zwischen verschiedenen Autos hin- und hergesteckt werden. Zu sehen ist dieses Kennzeichen nur selten – es entstand im Rahmen einer geplanten politischen Neuerung, die aber nicht vollständig umgesetzt wurde. Dadurch blieben die Vorteile für Nutzer dieses Kennzeichen-Typs leider aus.

Das Diplomatenkennzeichen

Auch eher exotisch, aber letztlich gar nicht so selten: das Diplomatenkennzeichen. Die meisten von uns werden wohl kein Anrecht darauf haben; erkennbar ist es aber oft an der Null an erster Stelle (für Diplomaten). Andere Botschaftsangehörige haben statt der Null die ausgebende Verwaltung (also etwa „B“ für „Berlin“) an erster Stelle, gefolgt von einer Kennzahl, deren erster Teil das Land angibt, der zweite den Dienstgrad des Halters. Je höher der Dienstgrad, desto kleiner die Zahl.

Kennzeichen für steuerbefreite Fahrzeuge

Auch eher selten gesehen und für die meisten von uns leider nicht relevant: das grüne Kennzeichen für steuerbefreite Fahrzeuge. Steuerbefreit sind meist Fahrzeuge, die für Dinge eingesetzt werden, die staatlich gefördert sind – etwa Krankentransporter oder bestimmte landwirtschaftliche Fahrzeuge.

Das alles zu wissen, kann manchmal ein bloßer Fun Fact sein. Manchmal ist es aber auch durchaus nützlich zu wissen, welche Arten von Zulassungen (und Kennzeichen) es auch noch gibt. Und ob sich vielleicht Vorteile ergeben, wenn man sein Fahrzeug damit zulässt.