Rückstufung in der Kfz-Versicherung: Nach einem Unfall kann es teuer werden

Schadenfreiheitsklasse richtet sich nach unfallfreien Jahren - Übernahme kleiner Schäden kann Rückstufung vermeiden

Rückstufung in der Kfz-Versicherung: Nach einem Unfall kann es teuer werden
Eine Kfz-Versicherung für sein Auto abzuschließen, ist in Deutschland Pflicht. Zumindest eine Kfz-Haftpflicht muss nachgewiesen werden, um überhaupt eine Zulassung zu bekommen. Bei der Inanspruchnahme einer Versicherung, ist es für viele Versicherungsnehmer wichtig, wie hoch die Kosten der Versicherungsprämie sind. Diese werden maßgeblich durch die bereits erreichte Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse) bestimmt. Je länger man als Autofahrer unterwegs ist ohne der Versicherung einen Schaden oder Unfall zu melden, desto günstiger fährt man mit seiner Kfz-Versicherung. Solange die Versicherung keinen Schaden regulieren muss, entspricht die Schadenfreiheitsklasse der Zahl der unfallfreien bzw. schadenfreien Jahren: nach zehn Jahren hat man beispielsweise SF-Klasse 10. Der Beitragssatz sinkt bei einer steigendenden Schadenfreiheitsklasse. Die Versicherungen belohnen dies mit einem Schadenfreiheitsrabatt.
 

Wann kann man eine bessere Schadenfreiheitsklasse bekommen?

Zu Beginn jedes Kalenderjahres werden die Schadenverläufe der Versicherungskunden genau analysiert. Wer im vergangenen Jahr keinen Unfall hatte, steigt eine SF-Klasse auf, vorausgesetzt, der Vertrag besteht seit mindestens sechs Monaten. Wer im November eine Autoversicherung abschließt, kann dann erst nach Ablauf des folgenden Jahres in die nächsthöhere SF-Klasse gestuft werden. Das System beginnt bei SF-Klasse 0 für Fahranfänger, reicht bis SF-Klasse 35 für 35 schadenfreie Jahre und ist bei allen Versicherungen gleich.
Sowohl bei der Kfz-Haftpflicht, als auch bei der Vollkaskoversicherung kommen Schadenfreiheitsklassen zur Anwendung. Dagegen existieren bei der Teilkaskoversicherung keine SF-Klassen. Bei diesen Policen kommen die Versicherungen nur für Schäden auf, die der Versicherte nicht selbst verursacht hat. Er selbst hat keinen Einfluss darauf, ob er ohne Schaden bleibt oder nicht. Das Fehlen von SF-Klassen in der Teilkasko führt dazu, dass eine Vollkaskoversicherung in manchen Fällen günstiger ist als eine Teilkasko.
 

Rückstufung nach Unfall: Kfz-Versicherung wird teurer

Nach einem Unfall oder einer Schadenmeldung – sofern die Versicherung diesen reguliert – muss man als Autofahrer mit einer Rückstufung der SF-Klasse rechnen, bekommt also in den meisten Fällen einen Teil der Rabatte gestrichen. Auch bei kleinen Schäden, wie Blechschäden oder Kratzern am Lack, kommt es dazu, dass die Autoversicherung eine Rückstufung vornimmt. Die Übernahme der Kosten für Reparaturen können schließlich auch dann kostenintensiv sein, wenn es sich vermeintlich nur um Kleinigkeiten handelt. Als Versicherungsnehmer sollte man es sich daher gut überlegen, ob man kleine Sachschäden nicht lieber aus der eigenen Tasche bezahlt, anstatt sie der Versicherung zur Regulierung zu melden. So kann eine schlechtere Schadenfreiheitsklasse unter Umständen vermieden werden. Zur besseren Orientierung gilt, dass es lohnenswert ist, kleine Schäden bis 500 Euro selbst zu begleichen. Wer sich nicht sicher ist, kann dazu auch bei seiner Versicherung gezielt nachfragen. 
Einige Versicherungsunternehmen bieten an, kleine Schäden innerhalb von sechs Monaten zurückzukaufen, um eine Rückstufung der SF-Klasse zu umgehen. Verursacht man also in einem Kalenderjahr mehrere Schäden, kann beispielsweise der Teuerste durch die Versicherung begleichen werden, die restlichen Schadensfälle bezahlt man selbst. Dieses Vorgehen lohnt sich ab SF-Klasse 10. Für Autofahrer, die häufiger Unfälle bauen, lohnt es sich zudem, im Vertrag einen Rabattschutz zu vereinbaren. Dieser verhindert, dass der Versicherungsnehmer nach einem Schadensfall zurückgestuft wird.
Wurde man nach einem Unfall oder Schaden in der SF-Klasse zurückgestuft, wird die Kfz-Versicherung erst dann wieder günstiger, wenn man ein weiteres Jahr unfallfrei fährt. Jedoch kann durch die Rückstufung auch in den folgenden Jahren ein höherer Versicherungsbeitrag im Vergleich zur früheren Einstufung fällig werden.